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23.08.2012

14:02 Uhr

Investitionen

Chinesen gehen in Deutschland auf Einkaufstour

Den Gabelstaplerhersteller Kion kauft ein chinesischer Baumaschinenkonzern. Damit gehen immer mehr heimische Firmen an Investoren aus dem Reich der Mitte. Und das Kaufinteresse der Chinesen ist erst erwacht.

Kion vertreibt seine Gabelstapler hauptsächlich unter der Marke Linde. dpa

Kion vertreibt seine Gabelstapler hauptsächlich unter der Marke Linde.

Düsseldorf/FrankfurtChinesische Investoren greifen zunehmend nach deutschen Firmen. Jüngstes Beispiel: Der chinesische Baumaschinenproduzent Shandong Heavy Industry will beim Gabelstaplerhersteller Kion (Hauptmarken Linde und Still) einsteigen. Der Wiesbadener Konzern gehörte bis zum Jahr 2006 dem Industriegasekonzern Linde. Nach Handelsblatt-Informationen aus Verhandlungskreisen soll der Vertrag Ende des Monats unterzeichnet werden. Das gesamte Transaktionsvolumen soll bis zu 700 Millionen Euro betragen und es wäre damit die bislang größte Investition aus China in Deutschland.

Die Offerte ist damit der vorläufige Höhepunkt einer Einkaufstour chinesischer Unternehmen in Deutschland. Erst vor wenigen Monaten hatte der chinesische Konzern Sany den Betonpumpenherstellers Putzmeister vollständig für gut 320 Millionen Euro übernommen. Auch beim Mitbewerber Schwing, dem Autozulieferer Kiekert und dem Solarspezialisten Sunways aus Konstanz griffen Investoren aus dem Reich der Mitte zu.

Die mögliche Übernahme von Kion durch Shandong Heavy Industry könnte nur der Anfang einer Übernahmewelle durch chinesische Unternehmen sein. Der Mischkonzern ThyssenKrupp will Kreisen zufolge seine Tochter Tailored Blanks an den chinesischen Stahlkonzern Wuhan Iron and Steel (Wisco) verkaufen.

Das Transaktionsvolumen chinesischer Zukäufe im Ausland schwillt bereits deutlich an. Im ersten Halbjahr 2012 erreichten angekündigte Übernahmen und Beteiligungen in anderen Ländern rund 23,9 Milliarden US-Dollar, während es im Vorjahreszeitraum nur 7,9 Milliarden waren, wie die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) berichtete. Fast 70 Prozent flossen in die Bereiche Energie und Rohstoffe.

„Die anhaltend schwache Konjunktur in den USA und Europa hat die Rohstoffpreise sinken lassen und damit auch die Marktbewertung vieler Branchenunternehmen gedrückt“, sagte Jens-Peter Otto, Leiter der China Business Group bei PwC. „Für chinesische Investoren hat diese Entwicklung günstige Kaufgelegenheiten eröffnet.“

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Mit der Abschwächung des Wachstums auch in China verlangsamten sich die Übernahmen und Beteiligungen im Reich der Mitte selbst aber deutlich. Strategische Investoren schlossen im ersten Halbjahr 1 340 Transaktionen mit einem Umfang von 45,6 Milliarden US-Dollar ab. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 1 837 Geschäfte und 62 Milliarden US-Dollar, wie PwC berichtete.

Ausländische Investoren beteiligten sich nur noch mit 4,1 Milliarden US-Dollar an chinesischen Unternehmen - ein Rückgang um fast 50 Prozent. Auch Private-Equity-Fonds und andere Finanzinvestoren hielten sich deutlich zurück. Sie hofften auf fallende Kaufpreise durch das langsamere Wirtschaftswachstum.

Kommentare (12)

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magicderek

23.08.2012, 14:23 Uhr

"Den Gabelstaplerhersteller Kion kauft an einen chinesischer Baumaschinenkonzern. Damit gehen immer mehr heimische Firmen an Investoren aus dem Reich der Mitte. Und das Kaufinteresse der Chinesen ist erst erwacht." Lies bei Ihnen niemand Korrektur? Das ist schrecklich.

nelu65

23.08.2012, 14:41 Uhr

Viel schlimmer als die falsche Rechtschreibung ist folgendes: Keiner sieht die gelbe Gefahr (China) welche die Industriestaaten nach und nach übernimmt. Der Kapitalist verkauft alles um reicher zu werden. Ab einen gewissen Gewinn gibt es keine Skrupel mehr. Das hat Karl Marx schon vor 100 Jahren vorausgesagt. Die Globalisierung ist nicht mehr aufzuhalten. China hat soviel Geld und Manpower, wir werden uns alle noch erschrecken. Dieses lächeln was uns von den Chinesen entgegengebracht wird, wird uns selber bald vergehen.

AllesQuatsch

23.08.2012, 14:48 Uhr

vielleicht hats ja ein chines geschrieben;-)
aber mal im ernst. gestern hieß es noch, die usa kauft deutschland auf, nun sinds die chinesen. wer ist denn nun der hauptaufläufer hier in deutschland?

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