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23.06.2014

19:37 Uhr

Investitionen gefordert

Daimler-Betriebsrat will Milliarden für Sindelfingen

Die deutschen Werke von Daimler gelten als zu teuer. Doch der Betriebsrat fordert trotzdem neue Investitionen: Es solle nicht die Kuh geschlachtet werden, „die am meisten Milch gibt“.

Das Daimler-Werk in Sindelfingen wird vom Betriebsrat als die Kuh bezeichnet, die am meisten Milch gibt. Auch deshalb fordert er neue Investitionen. dpa

Das Daimler-Werk in Sindelfingen wird vom Betriebsrat als die Kuh bezeichnet, die am meisten Milch gibt. Auch deshalb fordert er neue Investitionen.

StuttgartDer Daimler-Betriebsrat fordert im größten Pkw-Werk des Autobauers weitere Investitionen in Milliardenhöhe. „Der Standort Sindelfingen hat immer einen großen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit der Daimler AG geleistet“, erklärte der Betriebsratschef des Werks, Ergun Lümali, am Montag nach einer Betriebsversammlung in Sindelfingen bei Stuttgart. „Ich appelliere an den Vorstand, dies nicht aus den Augen zu verlieren und vertraue darauf, dass nicht die Kuh geschlachtet wird, die am meisten Milch gibt.“

Daimler selbst zeigte sich offen für weitere Investitionen. Das Unternehmen sei bereit, „signifikant“ in das Werk Sindelfingen zu investieren, teilte der Produktionsvorstand der Marke Mercedes-Benz, Markus Schäfer, am Abend mit. „Gleichzeitig brauchen wir auch in Zukunft wettbewerbsfähige Arbeitskosten. Daran müssen wir gemeinsam arbeiten“, betonte der Manager.

Die Geschäftsfelder des Daimler-Konzerns

Daimler Trucks

Umsatz: 28,8 Milliarden Euro, Ebit: 1,9 Milliarden Euro. Daimler ist der weltweit größte Hersteller von schweren Lkw. Der Bereich umfasst die Marken Mercedes-Benz, Freightliner, Western Star und Fuso. In Indien wird in diesem Jahr die neue Marke BharatBenz eingeführt. Auch die typischen amerikanischen Schulbusse werden von Daimler unter der Marke Thomas Built Buses hergestellt und werden wegen Synergien in der Produktion zum Geschäftsfeld gezählt.

Mercedes-Benz Cars

Umsatz: 57,4 Milliarden Euro, operatives Ergebnis (Ebit): 5,2 Milliarden Euro. Mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes wird in diesem Bereich gemacht. Dazu gehören die Marken smart, Mercedes-Benz und Maybach. Das Ende der Luxuskarossen von Maybach ist allerdings schon besiegelt. Stattdessen setzt Daimler auf zusätzliche Modelle der Mercedes-Benz S-Klasse.

Mercedes-Benz Vans

Umsatz: 9,2 Milliarden, Ebit: 835 Millionen Euro. Das Transportergeschäft besteht aus den Baureihen Sprinter, Vito/Viano und Vario.

Daimler Buses

Umsatz: 4,4 Milliarden Euro, Ebit: 162 Millionen Euro. Bei den Omnibussen über acht Tonnen ist Daimler Weltmarktführer. Zur Produktpalette gehören die Marken Mercedes-Benz, Setra und Orion. Geliefert werden komplette Busse, aber auch Fahrgestelle.

Daimler Financial Services

Umsatz: 12,1 Milliarden Euro, Ebit: 1,3 Milliarden Euro. Die Finanz- und Versicherungssparte bietet unter anderem Finanzierung und Leasing von Fahrzeugen sowie ein Flottenmanagement an. Daimlers Carsharing-System „car2go“ wurde inzwischen in das Geschäftsfeld integriert.

Konkret ging es den Betriebsrats-Angaben zufolge unter anderem um eine neue Montagehalle sowie weitere Flächen. Demnach würden durch die Investitionen Belastungen in Milliardenhöhe entstehen.

Daimler hatte erst vor einem Jahr angekündigt, eine Milliarde Euro in den Standort Sindelfingen zu stecken. Die deutschen Werke gelten allerdings als deutlich zu teuer. Dem Betriebsrat zufolge erwägt Daimler, mögliche weitere Investitionen in Sindelfingen durch Einsparungen in anderen Bereichen an dem Standort ausgleichen. Der Konzern selbst wollte sich auf Anfrage dazu nicht äußern.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

24.06.2014, 11:22 Uhr

Zitat:
"Gleichzeitig brauchen wir auch in Zukunft wettbewerbsfähige Arbeitskosten."

Habt Ihr doch bereits, wie mit hohen Anteilen an Leiharbeit und Werksverträge, reicht es noch nicht aus ?

Kann man bei den Steuer-Oasen nichts machen ?

Armselige, kranke Wirtschaftsform, diese hat keine Zukunft, da bin ich mir sicher !

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