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26.07.2012

10:52 Uhr

Investitionsscheue Banken

Schuldenkrise halbiert Gewinn von Wincor Nixdorf

Der Gewinn des Geldautomatenherstellers ging seit Oktober um fast die Hälfte zurück. Als Grund nannte Wincor Nixdorf, dass die Banken weniger investierten. Analysten glauben aber, dass das Schlimmste überstanden ist.

Ein Geldautomat von Wincor Nixdorf. Das Unternehmen leidet unter der Zurückhaltung der Banken. dpa

Ein Geldautomat von Wincor Nixdorf. Das Unternehmen leidet unter der Zurückhaltung der Banken.

DüsseldorfDie anhaltende Investitionszurückhaltung der Banken macht dem Geldautomatenhersteller Wincor Nixdorf weiter zu schaffen. In den ersten neun Monaten des seit Oktober laufenden Bilanzjahres 2011/12 brach der Überschuss um 45 Prozent auf 42 Millionen Euro ein. Vor allem die Euro-Schuldenkrise laste auf dem Geschäft, erklärte Konzernchef Eckard Heidloff am Donnerstag. „Die damit verbundenen Unsicherheiten wirken sich direkt auf das europäische Geschäft aus, das 75 Prozent unseres Gesamtumsatzes ausmacht.“ Banken zögerten umfangreichere Investitionen hinaus.

Um gegenzusteuern, will Wincor deshalb stärker in Schwellenländern expandieren, Produktionen nach Asien verlagern und 500 der insgesamt 9260 Stellen - die Hälfte davon in Deutschland - abbauen. Dafür fallen Restrukturierungskosten von etwa 40 Millionen Euro an, die einen erheblichen Teil zum erwarteten Einbruch des operativen Jahresgewinns um beinahe 40 Prozent auf 100 Millionen Euro beitragen. Der Umsatz soll 2011/12 in etwa auf dem Vorjahresniveau von rund 2,3 Milliarden Euro liegen.

„Umsatz und Ergebnis entwickeln sich im Rahmen unserer Erwartungen und bewegen sich auf die Marken zu, die wir für das Gesamtgeschäftsjahr genannt haben“, bekräftigte Heidloff die Ziele. Die Anleger zeigten sich erleichtert und kauften kräftig Wincor-Papiere. Die im MDax notierten Aktien legten zeitweise fast fünf Prozent auf 29,55 Euro zu. „Das Schlimmste scheint überstanden zu sein“, bewertete LBBW-Analyst Thomas Hofmann den Bericht. Das operative Ergebnis (Ebit) sei im dritten Quartal nicht so schwach ausgefallen wie befürchtet. Auch DZ-Bank-Analyst Thorsten Reigber sprach von einem leicht besseren Quartalsergebnis (Ebita) als erwartet.

In den ersten neun Monaten sank der Umsatz von Wincor um zwei Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Allein in Deutschland - das ein Viertel des Konzernumsatzes ausmacht - schrumpfte der Erlös um sieben Prozent. Der operative Gewinn (Ebita) sank um 42 Prozent auf 69 Millionen Euro.

Wincor hatte bereits im vergangenen Jahr die Zurückhaltung der Banken zu spüren bekommen, dies aber mit Software und Dienstleistungen sowie Geschäften mit Handelsunternehmen kompensieren können.

Von

rtr

Kommentare (1)

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winne

26.07.2012, 21:20 Uhr

Immer mehr Direktbanken und der zunehmende bargeldlose Zahlungsverkehr sind mittelfristig dennoch der Tod dieser Unternehmen, wenn sie sich nicht darauf einstellen.

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