Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.03.2013

18:06 Uhr

Irische Pharmafirma

Elan weht sich gegen Übernahme

Der irische Pharmakonzern Elan wehrt sich gegen die Übernahme durch die US-Investmentfirma Royalty Pharma und will seine Aktionäre mit höheren Aussschüttungen an sich binden. Es liegt ein 6,6 Milliarden Dollar Angebot vor.

Garo Armen, Vorsitzender von Elan, will seine Aktionäre mit hohen Dividenden an sein Unternehmen binden. Reuters

Garo Armen, Vorsitzender von Elan, will seine Aktionäre mit hohen Dividenden an sein Unternehmen binden.

DublinDer irische Arzneimittelhersteller Elan ködert seine Aktionäre im Kampf gegen die Übernahme durch die US-Investmentfirma Royalty Pharma mit höheren Ausschüttungen. Elan kündigte am Montag an, 20 Prozent der künftigen Lizenzeinnahmen des Multiple-Sklerose-Medikamentes (MS) Tysabri an die Aktionäre weiterzuleiten - zusätzlich zur Dividende im Gesamtvolumen von einer Milliarde Dollar. Mit diesem Vorstoß will sich Elan gegen die 6,6 Milliarden Dollar schwere Offerte von Royalty Pharma wehren, die Ende Februar auf den Tisch gekommen war.

Pharmabranche an der Patentklippe

Wichtige Patente laufen aus

Die Pharmabranche steht vor schwierigen Zeiten: Nach Einschätzung des Beratungsunternehmens Accenture werden bis zum Jahr 2015 rund 50 Blockbuster ihren Patentschutz verlieren – das sind Arzneien, die für mindestens eine Milliarde Dollar Umsatz im Jahr sorgen. Die Originalprodukte verlieren nach Patentablauf in der Regel massiv Marktanteile an die deutlich preisgünstigeren Nachahmer-Produkte der Generikahersteller.

Cholesterinsenker und Blutverdünner

Betroffen sind die Medikamente etlicher Pharmakonzerne. Etwa der Cholesterinsenker Lipitor, mit dem Pfizer einst mehr als 12 Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr machte. Oder der Blutverdünner Plavix, der Sanofi und Bristol-Myers Squibb 2011 mehr als neun Milliarden Dollar in die Kassen spülte. Auch das Asthma-Mittel Singulair von Merck verliert seinen Schutz.

Generikahersteller profitieren

Von Ablauf der Patente profitieren die Hersteller von Generika: Sie dürfen die Arzneien kopieren und zu günstigen Preisen verkaufen. Das dämpft die Kosten – auch die Patienten profitieren davon.

Probleme mit dem Nachschub

Der Pharma-Industrie fällt es immer schwere, neue Blockbuster-Medikamente zu entwickeln. Das hat mit den strikteren Zulassungsbedingungen und den schärferen Kontrollen der Behörden zu tun. Ein Beispiel: Der deutsche Hersteller Merck stoppte das Multiple-Sklerose-Medikament Cladribin, weil es in mehreren Ländern keine Zulassung bekam.

Elan verkauft seine Anteile in Höhe von 50 Prozent an Tysabri kürzlich für 3,25 Milliarden Dollar plus zukünftige Lizenzzahlungen an den US-Biotech-Konzern Biogen. Tysabri ist das mit Abstand wichtigste Medikament der Iren. Das Geschäft soll in ein bis zwei Monaten über die Bühne gehen. Elan will die Einnahmen nutzen, um Zukäufe zu finanzieren.

Royalty Pharma bietet den Aktionären von Elan 11 Dollar pro Aktie - und damit weniger als der aktuelle Kurs. Das Übernahmeangebot der Investmentfirma sei aus der Sicht der meisten Investoren nicht der Rede wert, sagte Elan-Chef Kelly Martin. Das Interesse von Royalty Pharma an Elan sei nicht glaubwürdig.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×