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18.01.2005

09:08 Uhr

Iveco-Finanzsparte steht offenbar zur Disposition

Fiat ist auf der Suche nach frischem Kapital

Der angeschlagene italienische Industriekonzern Fiat sucht nach Möglichkeiten, die Liquidität des Unternehmens mittelfristig zu sichern. Wie die italienische Zeitung „Milano Finanza“ berichtet, sollen in den nächsten Jahren Anleihen platziert, aber auch der Verkauf von Vermögenswerten in Betracht gezogen werden.

HB FRANKFURT. Zur Disposition stehe unter anderem die Finanzierungssparte der LKW-Tochter Iveco, heißt es in dem Bericht, der sich auf einen Drei-Jahres-Plan von Fiat-Chef Sergio Marchionne beruft. Danach soll die aktuelle Liquidität von Fiat nur noch für gut 13 Monate reichen. Ein Fiat-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren, verwies aber darauf, dass der Konzern im vergangenen Jahr einen Plan vorgelegt habe, nachdem die Liquidität bis 2008 gesichert sei.

Nach Angaben der Mailänder Zeitung verspricht sich Fiat von den aktuell diskutierten Maßnahmen einen Mittelzufluss von mehr als 3,5 Mrd. Euro. So solle die Iveco-Finanzsparte bei einem Verkauf an Banken etwa zwei Mrd. Euro in die Kassen spülen, die Ausgabe von besicherten Anleihen weitere 1,5 Mrd. Euro.

Der Umfang des Finanzbedarfs bei Fiat ist allerdings abhängig von dem Ergebnis der Verhandlungen mit dem Anteilseigner General Motors (GM). Der hält zurzeit noch etwa zehn Prozent an der Autosparte des italienischen Konzerns, der nach eigener Lesart ab dem 24. Januar 2005 die Option besitzt, dass die Amerikaner sämtliche Anteile von Fiat Auto übernehmen müssen. Fiat möchte sich diese Möglichkeit von GM abkaufen lassen, heißt es, was die Liquidität des Konzerns je nach Verhandlungsergebnis deutlich stärken könnte.

GM dagegen hält das Andienungsrecht für ungültig, da Fiat durch Umstrukturierungs- und Kapitalmaßnahmen gegen den Vertrag verstoßen habe. Seit mehr als einem Jahr ringen die beiden Konzern bereits um eine einvernehmliche Lösung. General Motors hatte in der vergangenen Woche bekannt gegeben, dass der Konzern den Fiat-Anteil von 220 Mill. Dollar im vierten Quartal auf Null abgeschrieben hat, was die Verhandlungen zusätzlich belasten dürfte.

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