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26.09.2014

14:21 Uhr

Jacht-Messe in Monaco

Superjachtbauer bangen um russische Milliardäre

Die Millionen-Dollar-Frage auf der diesjährigen Jacht-Messe in Monaco lautet: Kommen die Russen? Die Spannungen durch die Sanktionen der EU und der USA könnte die Jachtbauer viel Geld kosten. Sehr viel Geld.

Blick auf die Monaco Yacht-Show: Der Anteil der Jachten mit einer Länge von mehr als 40 Metern, die einem russischen Eigner gehören, hat sich in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt auf rund acht Prozent der gesamten Flotte. AFP

Blick auf die Monaco Yacht-Show: Der Anteil der Jachten mit einer Länge von mehr als 40 Metern, die einem russischen Eigner gehören, hat sich in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt auf rund acht Prozent der gesamten Flotte.

Die Wirtschaftssanktionen der Europäischen Union und der USA gegen Russland aufgrund der Spannungen in der Ukraine lassen die Hersteller von supergroßen Luxus-Jachten um neue Aufträge bangen. Russische Milliardäre waren bislang mit die wichtigsten Käufer in dem Marktsegment. Ein Beispiel ist die 162,5 Meter lange „Eclipse” des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch.

„Einige Projekte in der Branche sind eindeutig wegen der aktuellen Situation nicht zustande gekommen”, sagt Peter Lürßen, geschäftsführender Teilhaber der Fr. Lürssen Werft mit Sitz in Bremen. Das Familienunternehmen ist auf den Bau der weltweit längsten Motorjachten spezialisiert. „Wir hatten Vorgespräche mit einigen Leuten, die darum baten, die endgültigen Verträge hinauszuschieben.”

Auf der Monaco Yacht Show in dieser Woche wurden am Port Hercules Mega- und Superjachten gezeigt, glänzende schwergewichtige Boote, ausgestattet mit Schwimmbädern, Wellness- und Trainings-Einrichtungen, Badezimmern aus Marmor, mit feinsten Porzellan- und Kristallwaren, einem Flügel. Mit einem Hubschrauberlandeplatz an Deck sowie einem Beiboot in der Millionen-Dollar-Preisklasse sind sie das Spielzeug der Super- Reichen.

„Die Russen sind ein sehr wichtiger Teil der Kundschaft”, sagt Theo Hooning, Generalsekretär des Verbands Superyacht Builders Association mit Sitz in Monaco.

Der Anteil der Jachten mit einer Länge von mehr als 40 Metern, die einem russischen Eigner gehören, hat sich in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt auf rund acht Prozent der gesamten Flotte. Es ist das am schnellsten wachsende Segment des Marktes, und die Russen liegen nur noch knapp hinter den neun Prozent der Eigner aus den Ländern im Nahen Osten. Jachten in den Händen von Westeuropäern und US-Amerikanern machen den bei weitem größten Anteil aus.

Im Rahmen ihrer Sanktionen gegen Russland haben Europa und die USA Dutzende russischer Politiker und Geschäftsleute auf eine schwarze Liste gesetzt, ebenso Unternehmen und ganze Branchen. Das US-Heimatschutzministerium hat mit der Suche nach Flugzeugen, Jachten, Immobilien und anderen US-Besitztümern von Russen, die den Sanktionen unterliegen, begonnen.

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