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16.09.2015

16:16 Uhr

Jaguar-Deutschland-Chef Ralf Speth im Interview

„Wir fühlen uns wohl in der Nische“

VonLukas Bay

Jaguar-Land Rover hat die Wende geschafft. Im Interview spricht CEO Ralf Speth über neue Herausforderungen für die Briten, die Probleme in China und den neuen Defender.

Seit dem Start des Range Rover Evoque liegt die britische Traditionsmarke im Aufwärtstrend. Mit neuen Modellen wie dem XE und dem F-Pace soll das Wachstumstempo steigen.

Jaguar Land Rover CEO Ralf Speth erklärt die Motorenentwicklung: 2014 war sogar die Queen zu Besuch

Seit dem Start des Range Rover Evoque liegt die britische Traditionsmarke im Aufwärtstrend. Mit neuen Modellen wie dem XE und dem F-Pace soll das Wachstumstempo steigen.

FrankfurtAls Ralf Speth als CEO bei Jaguar Land Rover übernahm, lag die britische Traditionsmarke Jaguar am Boden. Die ehemalige Ford-Tochter verkaufte damals gerade einmal 120.000 Fahrzeuge und galt als Kandidaten für eine schnelle Abwicklung. Mittlerweile ist das Selbstbewusstsein zurück. Und mit dem F-Pace erweitert der Hersteller seine Modellpalette um ein SUV. Abseits der Automesse IAA in Frankfurt spricht der Jaguar-Chef über seine Erwartungen an das neue Modell, das Verhältnis seiner Marken und verrät, warum er auf einen starken Partner verzichten kann.

Ist Jaguar nicht ein wenig zu Deutsch geworden?

Das glaube ich nicht. Unsere Wettbewerber im Premiumsegment kommen zwar überwiegend aus dem süddeutschen Raum,  aber ich glaube, dass wir eine sehr gute Alternative sind und bei einigen Eigenschaften, beispielsweise bei der Fahrfreude überholen können. Ich fahre fast jeden Morgen unsere neuen Modellen selbst, lange bevor wir sie auf den Markt bringen, und sehr oft mit unserem Fahrwerksspezialisten. Ich weiss was sie können. Mit dem F-Pace war ich sogar schon im Gelände in Spanien unterwegs. Das ist kein anderer BMW X5 oder ein Audi Q5, sondern ein Fahrzeug, das genau zu Jaguar passt.

Mit dem F-Pace stoßen Sie mit Jaguar nun in ein neues Segment vor. Wie sind die Absatzerwartungen an das neue Modell?

Insgesamt gehen wir davon aus, dass der Markt für SUV und Crossover stark wachsen wird. Damit können wir unser Wachstum ganz organisch fortsetzen. Aber eins ist klar: Wir haben sehr begrenzte Fertigungskapazitäten. Darum sind  wir flexibel, aber nicht komplett flexibel. Wir sind in der Nische einer Nische unterwegs und da fühlen wir uns auch wohl.

Bisher war die Abgrenzung zwischen Jaguar und Land Rover sehr klar. Jetzt haben beide Marken einen SUV. Leidet darunter nicht die Positionierung im Markt?

Ich finde, dass die Abgrenzung weiter sehr klar ist. Es gibt keinen Wettbewerb der Marken, sondern sie ergänzen sich mit ihren Modellen sehr gut. Mit dem F-Pace werden wir ein Feld neu besetzen. Damit haben unsere Kunden mehr Auswahl im Showroom.

Andere Hersteller jammern über die hohen Entwicklungskosten, die sich nur bei großen Stückzahlen darstellen lassen. Wie schafft es Jaguar als vergleichsweise kleiner Hersteller technisch mit den großen Konkurrenten mitzuhalten?

Wir waren in einer sehr schwierigen Situation und haben uns dort herausgearbeitet. Heute finanzieren wir unsere Forschung und Entwicklung aus dem eigenen Cashflow. Wir bekommen nichts von Tata aus Indien. Forschung und Entwicklung muss man sich einfach leisten. Wir tun das überproportional. Dafür sparen wir an anderer Stelle im Unternehmen.

Wie viel investieren Sie in Forschung und Entwicklung?

Wir haben im vergangenen Jahr 3,2 Milliarden Pfund ausgeben. Dieses Jahr planen wir etwa mit der gleichen Größenordnung. Das ist etwa ein Anteil von 17 Prozent am Umsatz.

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