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16.04.2013

13:34 Uhr

Jahresbilanz

Bahnindustrie erleidet Umsatzeinbruch

Die schwache Nachfrage nach Zügen und Lokomotiven hat den Umsatz der deutschen Bahnindustrie um fast ein Drittel sinken lassen. Den Umsatz konnte auch der überdurchschnittlich starke Zuwachs im Ausland nicht retten.

Ein ICE wird gewartet. Die Nachfrage nach Zügen hat deutlich abgenommen. dpa

Ein ICE wird gewartet. Die Nachfrage nach Zügen hat deutlich abgenommen.

BerlinDer deutschen Bahnindustrie macht die sinkende Nachfrage nach Zügen und Lokomotiven zu schaffen. Das Auftragsvolumen sei 2012 um 27,6 Prozent auf 10,5 Milliarden Euro eingebrochen, teilte der Verband der Bahnindustrie (VDB) am Dienstag in Berlin mit. "Unter der weltweit schwachen Konjunktur leiden vor allem die Auftragseingänge für Schienenfahrzeuge, dem Hauptgeschäftsfeld der heimischen Bahntechnikhersteller", sagte Verbandspräsident Michael Clausecker. Etwa drei Viertel des Umsatzes werden damit erlöst, der Rest mit Gleisen, Weichen, Stellwerken und anderen Infrastrukturausrüstungen.

Während die Auslandsnachfrage um fast neun Prozent zulegte, gingen die Bestellungen aus dem Inland auf 5,5 von 9,9 Milliarden Euro zurück. Hier spielte allerdings auch ein statistischer Effekt eine Rolle: 2011 hatte ein Großauftrag der Deutschen Bahn über 130 Züge vom Typ ICx die Auftragsbücher gefüllt.

Die Bahn in Zahlen

Umsatz

Die Deutsche Bahn verbuchte im ersten Halbjahr 2012 einen Umsatz von 19,5 Milliarden Euro (18,9 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum). Insgesamt kam die Bahn 2011 auf einen Umsatz von 37,90 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es 34,41 Milliarden Euro.

Gewinn vor Zinsen und Steuern

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) beträgt 1,3 Milliarden Euro (1,1 Milliarden Euro).

Halbjahresergebnis

Halbjahresergebnis: 794 Millionen Euro (648 Millionen Euro).

Mitarbeiter zum Jahresende

Genau 284.319 hatte der Staatskonzern zum Jahresende 2011. Das waren gut 8000 mehr als ein Jahr zuvor. Mitarbeiter zum 30. Juni: 286 215 (30. Juni 2011: 284 319).
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Fahrgäste Bahnverkehr pro Tag

Fahrgäste Bahnverkehr im ersten Halbjahr: mehr als 1,0 Milliarde (973 Millionen). 2011 fuhren täglich rund 5,43 Millionen Menschen mit der Deutschen Bahn. 2010 waren es noch rund 5,34 Millionen.

Personenverkehr

Die Züge der Bahn legten im vergangenen Jahr 79,2 Milliarden Personenkilometer zurück. Ein wenig mehr als ein Jahr zuvor (78,6 Milliarden Personenkilometer).

Beförderte Güter im Schienenverkehr

Beförderte Güter im Schienenverkehr: 202,3 Millionen Tonnen (207,8 Millionen Tonnen).

Schienennetz

Das Schienennetz der Deutschen Bahn ist weiter geschrumpft. 2011 waren es nur noch 33.576 Kilometer. Ein Jahr zuvor gab es noch 33.723 Kilometer Schiene.

2012 kam die Bahnindustrie auf ein Umsatzplus von 4,9 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro, womit das zweitbeste Ergebnis der Geschichte erzielt wurde. "Zur positiven Umsatzentwicklung tragen unter anderem auch länger zurückliegende Aufträge bei, die erst im vergangenen Jahr endlich abgerechnet werden konnten", sagte Clausecker. Das Auslandsgeschäft - das die Hälfte des Gesamtumsatzes ausmacht - legte dabei mit sechs Prozent überdurchschnittlich zu. Die Zahl der Mitarbeiter stieg um zwei Prozent auf 50.100.

Von

rtr

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