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27.01.2010

10:46 Uhr

Jahresbilanz

Bosch erstmals seit 1945 wieder in den roten Zahlen

2009 war ein historisches Jahr für Bosch, allerdings hätte der Autozulieferer auf diese Marke gerne verzichtet: Zum ersten Mal seit 1945 haben die Stuttgarter auf Jahressicht einen Verlust eingefahren. 2010 soll sich das aber nicht wiederholen.

Bosch hat 2009 rote Zahlen geschrieben. Quelle: ap

Bosch hat 2009 rote Zahlen geschrieben.

STUTTGART. Der weltgrößte Automobilzulieferer Bosch hat 2009 den ersten Verlust seit Ende des zweiten Weltkriegs geschrieben. „In keinem Geschäftsjahr seit 1945 mussten wir so heftige Rückschläge bei Umsatz und Ergebnis hinnehmen wie 2009“, räumte Bosch-Chef Franz Fehrenbach ein. Im Jahr der Automobil- und Wirtschaftskrise sank der Umsatz um 16 Prozent auf rund 38 Mrd. Euro. Der Verlust vor Steuern werde drei bis vier Prozent des Umsatzes erreichen. Er dürfte damit zwischen 1,14 und 1,52 Mrd. Euro liegen, fällt aber geringer als befürchtet. Im Herbst hatten Branchenkreise einen Verlust von bis zu drei Mrd. Euro für möglich gehalten. 2008 war der Vorsteuergewinn von Bosch um drei Viertel auf 942 Mio. Euro eingebrochen.

Der Verlust wäre 2009 wesentlich höher ausgefallen, wenn das vierte Quartal nicht erste Anzeichen einer Erholung gebracht und Bosch nicht massiv gegengesteuert hätte. Größter Hebel waren die Investitionen, die der Konzern von 3,3 Mrd. Euro im Jahr 2008 auf 1,9 Mrd. Euro zusammenstrich. Fehrenbach hatte zwar bereits im Frühjahr 2009 angekündigt, dass die durch Großprojekte wie der Halbleiterfabrik in Reutlingen außergewöhnlich hohen Investitionen vermutlich auf 2,6 Mrd. Euro, dem Niveau von 2007, zurückgefahren würden. Tatsächlich schnitt die Unternehmensführung aber noch einmal 700 Mio. Euro tiefer als damals geplant. Angesichts des massiven Umsatzeinbruches halten Branchenbeobachter die Kürzung der Sachinvestitionen aber für sinnvoll, zumal die Ausgaben für Forschung und Entwicklung – also für neue Produkte – mit 3,8 Mrd. Euro stabil gehalten wurden.

15 Prozent weniger Beschäftigung als 2008

Die Schwaben bauten 2009 weltweit 11 000 Stellen ab und beschäftigen noch 271 000 Mitarbeiter. In Deutschland sank die Mitarbeiterzahl um 2600 auf 111 800. Bosch hatte sich von wesentlichen Aktivitäten im Autoradio- sowie in Nordamerika vom Bremsengeschäft getrennt. In diesem Monat kündigte Bosch die Schließung eines Lichtmaschinen-Werkes in Wales an. Derzeit sind bei Bosch noch 80 000 Beschäftigte von Arbeitszeitverkürzungen betroffen. Dies eingerechnet lag das Beschäftigungsvolumen 15 Prozent unter Vorjahr. Die Kernmannschaft an Bord gehalten zu haben, habe Bosch Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit gekostet, sagt Fehrenbach. Im möglichen Aufschwung müsse zunächst die Produktivität gesteigert werden, bevor an Einstellungen zu denken sei.

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