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22.01.2010

13:00 Uhr

Jahresbilanz

General Electric schlägt die Erwartungen

VonMatthias Eberle

Wenn General Electric Zahlen vorlegt, schaut man immer ganz besonders gespannt hin. Schließlich ist GE nicht irgendein Unternehmen, sondern ein Konjunkturindikator. Da macht es Mut, dass der US-Konzern am Ende eines durchwachsenen Jahres 2009 wieder Hoffnung getankt hat. Die Zahlen waren besser als erwartet.

GE hat die Erwartungen übertroffen. Quelle: Reuters

GE hat die Erwartungen übertroffen.

NEW YORK. Die Lage beim amerikanischen Industrie- und Finanz-Konglomerat General Electric (GE) stabilisiert sich. Der weltgrößte Mischkonzern legte am Freitag Quartalszahlen vor, die über den Prognosen der Analysten lagen. Zwar sanken Umsätze und Gewinne das achte Quartal in Folge. Konzernchef Jeffrey Immelt sagte aber, dass GE in einigen Regionen und Geschäftsbereichen von der Erholung der Wirtschaft zu profitieren beginnt. So stieg das Auftragsvolumen, ein Gradmesser für künftiges Wachstum, auf einen Rekordwert von 175 Mrd. Dollar. „Die Welt, auf die wir schauen, hat sich verbessert“, sagte Immelt.

Gute Nachrichten auch von Siemens?

Das Unternehmen aus Fairfield/ Connecticut gilt mit mehr als 150 Mrd. Dollar Umsatz und einem umfangreichen Produktangebot als Barometer der Weltwirtschaft. GE ist weltweit führender Hersteller von Kraftwerkstechnik, Flugzeugturbinen und Lokomotiven. Darüber hinaus stellt der Konzern medizinische und Haushaltsgeräte her, hat eine große Finanzierungssparte sowie die Medienfirma NBC.

Investoren nahmen die jüngsten Botschaften von GE mit Erleichterung auf: Der Aktienkurs konnte am Freitag leicht auf 16,11 Dollar zulegen und sich damit erfolgreich gegen den Negativtrend an den Börsen stemmen. Pete Klein, Portfolio-Manager des GE-Aktionärs Fifth Third Asset Management, liest aus den Ergebnissen eine „fundamentalen Stabilisierung in den meisten Geschäftsbereichen“ ab. Die Zahlen geben auch einen Vorgeschmack darauf, was Investoren und Analysten von Siemens erwarten können. Der deutsche Konkurrent will am morgigen Dienstag über die Entwicklung des abgelaufenen Quartals berichten. Auch von Siemens werden verhalten positive Botschaften erwartet. Analysten rechnen zwar wie bei GE mit einem weiteren Rückgang bei Umsatz und Nettoergebnis. Finanzchef Joe Kaeser hatte in der vergangenen Woche aber bereits erklärt, der Rückgang des Auftragsvolumens sei vorläufig gestoppt.

Große Wachstumssprünge sind nicht in Sicht. Als Beispiel für die angespannte Lage nannte GE, dass in den USA derzeit 5 000 Lokomotiven außer Dienst gestellt seien. Auch die Luftfahrt operiere nach der tiefen Rezession weltweit in einem schwierigen Umfeld.

Profitieren von Konjunkturpaketen

GE-Chef Immelt sagte, dass die Gewinne in 2010 aller Voraussicht nach stagnieren werden. Erst im nächsten Jahr rechnet er wieder mit einem steigenden Ergebnis. Immelt stellte Investoren in Aussicht, dann auch die Dividende wieder anzuheben. Auf dem Höhepunkt der Krise hatte GE seine Ausschüttung an Aktionäre 2009 zum ersten Mal seit rund 70 Jahren drastisch gekürzt.

Analysten betonten, dass GE im Heimatmarkt USA sowie in den neuen Wachstumsmärkten gut positioniert sei, um von Infrastrukturprojekten zu profitieren. Die US-Regierung hat ein 787 Mrd. Dollar schweres Konjunkturprogramm aufgelegt, auch China pumpte umgerechnet 600 Mrd. Dollar staatliche Hilfen in Industrieprojekte.

Vorerst kommen die Verbesserungen jedoch in erster Linie durch Kostensenkungen. Der Konzern habe im Vorjahr mehr als 400 Betriebsstätten geschlossen und seine Kostenpositionen entsprechend verschlankt, sagte Immelt. Insbesondere GE Capital kämpft mit den Nachwehen einer schweren Krise. Der Finanzarm blieb 2009 unterm Strich zwar profitabel. Angesichts hoher Einbußen im Geschäft mit Gewerbeimmobilien und Verbraucherkrediten ist der einstige Gewinnmotor jedoch auf ein weiteres schweres Jahr vorbereitet.

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