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28.02.2013

18:54 Uhr

Jahresbilanz

Stada mit Gewinnanstieg

Bislang sind die Zahlen nur vorläufig, aber schon jetzt ist klar, dass Pharmakonzern Stada im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Gewinneinbruch aus dem Vorjahr wieder wettgemacht hat. Auch operativ ging es aufwärts.

Pharmakonzern Stada steht wieder deutlich besser da als noch ein Jahr zuvor. dpa

Pharmakonzern Stada steht wieder deutlich besser da als noch ein Jahr zuvor.

Bad VilbelDer Arzneimittelhersteller Stada will seine Aktionäre nach einem kräftigen Gewinnanstieg mit einer höheren Dividende erfreuen. Unter dem Strich sei der Konzerngewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 86,5 Millionen Euro geklettert, teilte der Ratiopharm-Konkurrent am Donnerstag bei der Vorlage vorläufiger Zahlen mit. Im Vorjahr hatten Schwierigkeiten auf dem deutschen und dem wichtigen serbischen Markt zu einem Gewinneinbruch auf 22 Millionen Euro geführt.

Für 2012 will Stada nun 50 Cent je Stammaktie ausschütten, das ist 35,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Endgültige Zahlen will der Hersteller des Grippemittels Grippostad und der Sportsalbe Mobilat am 21. März vorlegen.

Pharmabranche an der Patentklippe

Wichtige Patente laufen aus

Die Pharmabranche steht vor schwierigen Zeiten: Nach Einschätzung des Beratungsunternehmens Accenture werden bis zum Jahr 2015 rund 50 Blockbuster ihren Patentschutz verlieren – das sind Arzneien, die für mindestens eine Milliarde Dollar Umsatz im Jahr sorgen. Die Originalprodukte verlieren nach Patentablauf in der Regel massiv Marktanteile an die deutlich preisgünstigeren Nachahmer-Produkte der Generikahersteller.

Cholesterinsenker und Blutverdünner

Betroffen sind die Medikamente etlicher Pharmakonzerne. Etwa der Cholesterinsenker Lipitor, mit dem Pfizer einst mehr als 12 Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr machte. Oder der Blutverdünner Plavix, der Sanofi und Bristol-Myers Squibb 2011 mehr als neun Milliarden Dollar in die Kassen spülte. Auch das Asthma-Mittel Singulair von Merck verliert seinen Schutz.

Generikahersteller profitieren

Von Ablauf der Patente profitieren die Hersteller von Generika: Sie dürfen die Arzneien kopieren und zu günstigen Preisen verkaufen. Das dämpft die Kosten – auch die Patienten profitieren davon.

Probleme mit dem Nachschub

Der Pharma-Industrie fällt es immer schwere, neue Blockbuster-Medikamente zu entwickeln. Das hat mit den strikteren Zulassungsbedingungen und den schärferen Kontrollen der Behörden zu tun. Ein Beispiel: Der deutsche Hersteller Merck stoppte das Multiple-Sklerose-Medikament Cladribin, weil es in mehreren Ländern keine Zulassung bekam.

Nach den vorläufigen Zahlen stieg der Umsatz um sieben Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Der weltweit fünftgrößte Hersteller von Nachahmermitteln (Generika) aus Bad Vilbel bei Frankfurt hat in den vergangenen Jahren sein Geschäft in Russland und Serbien durch Übernahmen ausgebaut – eine Strategie, die sich zuletzt auszahlte. Auch das Geschäft mit Markenprodukten wie der Sonnencreme Ladival wurde durch Zukäufe verstärkt. Operativ wies das Unternehmen ebenfalls einen Zuwachs aus. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kletterte um 45 Prozent auf 324 Millionen Euro.

Von

dpa

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