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29.01.2010

11:40 Uhr

Jahreszahlen

Playmobil stürmt die Kinderzimmer

VonJoachim Hofer

Ob Konsumflaute oder elektronische Spielzeuge - all das kann dem Erfolg von Playmobil nichts anhaben. Krise? Davon spürt der bekannteste deutsche Spielwarenhersteller Deutschlands nichts. Im Gegenteil: Das Unternehmen verkauft soviel Produkte wie nie zuvor. Auch der Rest der Branche zeigt sich derzeit erstaunlich stabil.

Playmobil ist bei Kindern immer noch sehr beliebt. Quelle: ap

Playmobil ist bei Kindern immer noch sehr beliebt.

ZIRNDORF. Die beiden Firmenzentralen sind nicht einmal eine halbe Stunde Autofahrt voneinander entfernt. Doch zwischen den zwei größten deutschen Spielwarenfirmen liegen Welten. Auf der einen Seite Playmobil: Das Familienunternehmen aus Zirndorf vor den Toren von Nürnberg fertigt seine bunten Plastikwelten ausschließlich in Europa. Playmobil hat eine einzige Marke und beschränkt sich auf 250 Artikel.

Auf der anderen Seite Simba Dickie aus Fürth: Eigentümer Michael Sieber unterhält einen ganzen Zoo unterschiedlichster Labels, importiert einen großen Teil seiner Ware aus Asien und vertreibt vom Rutschauto über die Holzeisenbahn bis zum Puzzle ein riesiges Sortiment.

Nur eins eint die beiden fränkischen Wettbewerber: Sie beweisen, dass familiengeführte, mittelständische Anbieter eine Chance haben gegen große Konzerne wie Mattel, Hasbro oder Lego. In den vergangenen Jahren hat die Spielwarenbranche hierzulande zwar durch spektakuläre Pleiten wie der von Märklin oder LGB von sich reden gemacht. Doch die Insolvenzen hatten vor allem hausgemachte Gründe.

"Das vergangene Jahr ist richtig rund gelaufen", freut sich Playmobil-Geschäftsführerin Andrea Schauer. Die Gruppe hat ihren Umsatz vergangenes Jahr trotz Rezession um knapp fünf Prozent auf 518 Mio. Euro gesteigert und nach eigenen Angaben auch ordentlich verdient. Wie viel, das verrät die Managerin nicht. Nur so viel: Eigentümer Horst Brandstätter stecke seine Gewinne wieder ins Unternehmen, die Firma sei sehr gut mit Eigenkapital ausgestattet. Darauf lassen auch die Investitionen schließen: 2010 sollen 56 Mio. Euro in den Ausbau der Fertigung fließen.

Im Rest der Spielwarenbranche ist es nicht ganz so gut gelaufen, doch von einem Einbruch wie in anderen Industrien kann keine Rede sein. Vergangenes Jahr sei der gesamte Spielwarenmarkt leicht geschrumpft, sagt Jochen Martens, Geschäftsführer des Einkaufsverbunds Idee + Spiel. Das lag vor allem am Preisverfall von Videospielen. Klassisches Spielzeug, ja sogar Modelleisenbahnen hätten die Händler sogar etwas mehr verkauft als 2008.

Indes: Erfolgreich sind die, die den Geschmack der Kinder und ihrer Eltern treffen. "Wer bei den Neuheiten die Nase im Wind hat, macht ein besseres Geschäft", unterstreicht Idee + Spiel-Chef Otto Umbach. So wie Playmobil. Der Adventskalender des Unternehmens sowie die Schule standen vergangenes Jahr an Nummer zwei und drei der Verkaufsrangliste hierzulande.

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