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25.10.2011

12:20 Uhr

Japanische Hersteller

Ohne TV geht's auch

VonJan Keuchel

Es ist noch keine fünf Jahre her, da gab Panasonic die Losung aus, der Welt größter Produzent von Flachbildschirmen zu werden. Jetzt scheinen diese Träume endgültig zerplatzt - auch für andere Unternehmen.

Eine Frau schaut sich einen Panasonic-Fernseher an. Reuters

Eine Frau schaut sich einen Panasonic-Fernseher an.

TokioDas Unternehmen aus dem japanischen Osaka strukturiert die TV-Sparte drastisch um - ebenso wie zuvor schon die Konkurrenten Sharp, Hitachi, Toshiba und Sony. "Wir waren überzeugt, dass wir Erfolg haben werden durch Massenproduktion, aber das Marktumfeld hat das nicht zugelassen", sagte Panasonic-Boss Fumio Ohtsubo.

Damit meint er den zermürbenden Preiskampf, vor allem mit den koreanischen Herstellern Samsung und LG. Aber auch Wettbewerber aus China und Taiwan drängen die Japaner zunehmend aus einem ihrer bisherigen Stammgeschäfte. Bei Panasonic war das letzte Geschäftsjahr das dritte in Folge mit Minuszahlen im TV-Bereich. Bereits im April waren Investitionen für das laufende Geschäftsjahr eingefroren worden. Sony und Hitachi produzieren ebenfalls Verluste, Toshiba schaffte es im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr so eben in die schwarzen Zahlen.

Das Geschäft mit TV-Geräten steht seit Jahren weltweit unter Druck, die Hersteller von Plasma- und LCD-Bildschirmen verzeichnen zunehmend Verluste. Für die Japaner, die intensiv auf die LCD-Sparte gesetzt und große Investitionen getätigt hatten, ist die Entwicklung besonders bitter. Wie bitter, das wird sich Anfang November zeigen: Dann legen Japans Konzerne die Halbjahreszahlen vor.
Die Dramatik der Situation zeigt sich darin, dass Panasonic offenbar die Produktion in einer erst im letzten Jahr eröffneten, hochmodernen Fabrik für Plasma-Bildschirme in Japan stoppen will. Auch eine LCD-Fabrik soll verkauft werden - an ein neues japanisches Gemeinschaftsunternehmen namens Japan Display. Daran sind Toshiba, Sony, Hitachi und die staatliche Agentur Innovation Networt Corp (INCJ) beteiligt. Als weitere Sparmaßnahme sollen etwa 1000 Stellen abgebaut werden. Dabei streicht Panasonic im Zuge der Integration des übernommenen Konkurrenten Sanyo schon rund 17000 Jobs.
Bei TV-Geräten nichts mehr zu holen.

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