Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.01.2015

12:01 Uhr

Jenoptik im Aufwind

Konzernchef gibt positiven Ausblick

Ende der Saure-Gurken-Zeit: Der Technologiekonzern Jenoptik hat nach Aussagen von Konzernchef Mertin im Dezember wieder die Gewinnzone erreicht. Zudem sei der Ausblick positiv – auch für die Anleger.

Technologiezentrum von Jenoptik: Der Konzern findet zurück in die Erfolgsspur. dpa

Technologiezentrum von Jenoptik: Der Konzern findet zurück in die Erfolgsspur.

BerlinNach mehreren Gewinnwarnungen sieht sich der Technologiekonzern Jenoptik seit dem Jahresende wieder in der Erfolgsspur. Das Geschäft belebe sich und mehr Aufträge gingen ein, sagte Vorstandschef Michael Mertin in einem am Montag veröffentlichten Reuters-Interview. „Der Dezember ist für uns durch die Bank durchaus gut gelaufen und lag leicht über unseren Erwartungen.“

Damit deutete Mertin auch an, dass der Gewinn vor Steuern und Zinsen 2014 über 50 Millionen Euro überschritten habe. Die in Aussicht gestellten Umsätze würden erreicht, die Gewinn-Marge sei befriedigend, weil das Effizienzprogramm massiv gegriffen habe. „Wir werden den Kapitalmarkt und unsere Anteilseigner an dieser Stelle nicht enttäuschen“, sagte der Manager. Nachdem Jenoptik mehrfach die Prognosen gesenkt hatte, stellten die Thüringer Anfang Dezember Umsätze von 580 bis 590 Millionen Euro sowie ein Ebit von „knapp 50 Millionen Euro“ in Aussicht.

Für dieses Jahr hat Jenoptik einen Umsatzsprung auf 650 bis 690 Millionen und ein Ebit von bis zu 65 Millionen Euro als Ziel ausgegeben. Zum Jahresanfang zeichnet sich laut Mertin ab, dass dies realistisch sei. „Wir sehen uns mit der jüngsten Auftragsentwicklung in unserer Prognose für 2015 bestätigt.“

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2012: 3,02 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2012: 3,24 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2012: 4,26 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Knorr-Bremse

Umsatz 2012: 4,3 Milliarden Euro

Das größte Unternehmen für Bremssysteme von Schienen- und Nutzfahrzeugen wurde 1905 gegründet und ist nicht an der Börse notiert. Der Hauptsitz liegt in München.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2012: 4,73 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion Group wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2012: 5,64 Milliarden Euro (Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 4 – Gea

Umsatz 2012: 5,72 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 3 – Voith

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 5,73 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2012: 15,28 Milliarden Euro

Die Linde Group sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 18,59 Milliarden Euro (Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

So stabilisierten sich die Order etwa für die Messtechnik-Sparte, die Instrumente für die Motorenentwicklung der Autoindustrie liefert. Sie hatte 2014 Schwäche gezeigt. „Wir sehen erste Anzeichen für ein Plus bei den Aufträgen auch in der industriellen Messtechnik.“ Demnächst sei auch mit Besserung bei der Zulieferung optischer Geräte für die Chipindustrie (Lithografie) zu rechnen. „Ich denke, dass wir ab Mitte oder Ende des ersten Quartals wieder in normales Fahrwasser im Lithographie-Geschäft kommen werden.“ Er gehe von keinem lang anhaltenden Einbruch im Halbleitermarkt aus.

Das Jenoptik-Geschäft basiert auf drei ungefähr gleich großen Säulen: Die Optik mit der Produktion von Lasern und Ausrüstungen für die Halbleiter-Branche. Zum zweiten die Messtechnik, mit Instrumenten etwa für die Motorenentwicklung sowie Blitzer zur Verkehrsüberwachung. Die dritte Säule umfasst die Rüstungsgeschäfte.

Der Konzern hat zudem einen Nachfolger für Finanzvorstand Rüdiger Andreas Günther gefunden, der das Unternehmen spätestens im März verlassen wird. „Wir konnten einen erfolgreichen Finanzmanager aus einem kapitalmarktorientierten Industrie-Unternehmen gewinnen“, sagte Mertin ohne einen Namen zu nennen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×