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11.08.2011

20:12 Uhr

Jobabbau

Bei Eon Ruhrgas geht die Angst um

Eon Ruhrgas will bis zu 11.000 Stellen abbauen und Eon-Chef Teyssen schließt betriebsbedingte Kündigungen in Essen und Düsseldorf nicht aus. Entsprechend schlecht ist die Stimmung bei der Belegschaft.

Eon Ruhrgas informierte heute seine Mitarbeiter in Essen über den geplanten Stellenabbau. Quelle: dapd

Eon Ruhrgas informierte heute seine Mitarbeiter in Essen über den geplanten Stellenabbau.

Düsseldorf/EssenAn der Eon-Ruhrgas-Zentrale in Essen sind viele Rollläden halb dicht. Das dient zwar vor allem dazu, die Sonne, die am Donnerstag ausnahmsweise einmal scheint, fernzuhalten. Aber es passt auch symbolisch ins Bild: Die Stimmung unter den Mitarbeitern ist düster. Und die Bereitschaft, Journalisten Auskunft zu geben, ist gering. „Hier hat jeder Angst. Ich möchte nicht darüber sprechen“, sagt ein Essener Eon-Angestellter im Vorbeigehen. In Düsseldorf vor der Konzern-Zentrale sieht es ähnlich aus: „Kein Kommentar“, lautet die häufigste Äußerung. Zu groß ist die Sorge, in der jetzigen Situation das Falsche zu sagen und der erste zu sein, der gehen muss.

Einen Tag nachdem Eon-Chef Johannes Teyssen die Pläne für den Abbau von 11.000 Arbeitsplätzen verkündet hat, ist die Unsicherheit der Belegschaft an den Standorten in Essen und Düsseldorf spürbar. Um die Mittagszeit laufen kleine Gruppen tuschelnd aus den Gebäuden. Die Frage, die immer wieder zu hören ist: „Welche Leute gehen weg?“

Offizielle Auskünfte gibt es nicht - weder vom Unternehmen, noch vom Betriebsrat oder den Gewerkschaftsvertretern. Doch hinter vorgehaltener Hand kritisieren Beschäftigte die „Panikreaktion“ der Geschäftsführung. „11.000 Leute rauszuwerfen - ohne ein konkretes Personalkonzept - das schafft doch nur Angst und Konfusion“, sagt ein Arbeitnehmervertreter.

Unruhe gibt es nicht nur bei den Mitarbeitern: Eine Schließung der Ruhrgas-Zentrale würde die Stadt Essen hart treffen. „Managementfehler dürfen nicht über Arbeitsplatzabbau und Schließungen auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden“, fordert der CDU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Thomas Kufen.

Kommentare (19)

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Politiker_ohne_Gewissen

11.08.2011, 20:25 Uhr

"...Managementfehler dürfen nicht über Arbeitsplatzabbau und Schließungen auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden", fordert der CDU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Thomas Kufen."

Da fehlen einem die Worte. Diese verdammten Politiker töten eine Branche eiskalt, durch die Abschaltung von gewinnbringenden Kraftwerken und geben dann dem Management die Schuld. Wäre ich Chef bei EON würde ich morgen nicht 11.000 sondern 20.000 rausschmeißen. Die sollen sich dann bei Angela Merkel bedanken. Deutsche Politiker sind einfach nur noch Abschaum.

Alfred_H

11.08.2011, 20:31 Uhr

Ich bin Politiker und lege fest, dass ab morgen Autos kein CO2 mehr ausstoßen dürfen. Weil dann keine Autos mehr verkauft werden können, werden wohl einige Tausend Arbeitnehmer ihren Job verlieren. Dann apelliere ich einfach an die Automobilkonzern-Manager, dass ihre Managementfehler nicht der Grund für Arbeitsplatzabbau sein dürfen. Und schon hab ich als Politiker den schwarzen Peter denen zu geschoben, die den Wirtschaftsstandort erwirtschaften. Was für ein selbstzerstörischer Film läuft hier ab?

123

11.08.2011, 20:32 Uhr

Bei Ruhrgas sind betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2012 nicht möglich.

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