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29.03.2012

07:35 Uhr

Johannes Teyssen

Eon-Chef fordert Energiezuschüsse für Geringverdiener

Der Eon-Chef wehrt sich gegen die Kritik an der Preispolitik von Energiekonzernen: Steigende Preise hätten nichts mit der Energiewende zu tun. Stattdessen bringt er Energiezuschüsse für Geringverdiener ins Gespräch.

Eon-Chef Johannes Teyssen bei einer Bilanz-Pressekonferenz. dpa

Eon-Chef Johannes Teyssen bei einer Bilanz-Pressekonferenz.

BerlinAngesichts gestiegener Strompreise hat der Chef des größten deutschen Energiekonzerns Eon, Johannes Teyssen, staatliche Zuschüsse für Geringverdiener ins Gespräch gebracht. Die Energiewende dürfe Strom nicht zum Luxusgut machen, sagte Teyssen der „Bild“-Zeitung (Donnerstagausgabe). „Wird der Energieumbau zu teuer, dann muss das Sozialsystem einspringen und die Mehrbelastung für einkommensschwache Haushalte abfedern“, sagte Teyssen.

Kritik, die Energieversorger hätten die Strompreise in den vergangenen Jahren deutlich angehoben, wies der Eon-Chef zurück. „Die Preise sind in den letzten Jahren nicht übermäßig stark gestiegen.“ Er sei aber auch sicher, dass viele Menschen dafür Verständnis hätten, „dass die erneuerbaren Energien nicht umsonst den Weg in den Markt finden, sondern auch über den Strompreis finanziert werden müssen“.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen hatte unlängst den Stromproduzenten vorgeworfen, die Energiewende zu unterlaufen. Steigende Strompreise hätten nichts mit der Energiewende zu tun, die Konzerne würden ihre Erhöhungen zum Teil falsch begründen.

Die Energiewende ist ein zentrales Projekt der Bundesregierung. Nach der Reaktorkatastrophe vor einem Jahr in Japan soll in Deutschland der Ausstieg aus der Atomenergie vollzogen und gleichzeitig die erneuerbare Energie ausgebaut werden.

Von

rtr

Kommentare (21)

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proLINKS

29.03.2012, 07:56 Uhr

"Er sei aber auch sicher, dass viele Menschen dafür Verständnis hätten, „dass die erneuerbaren Energien nicht umsonst den Weg in den Markt finden, sondern auch über den Strompreis finanziert werden müssen“."

Aber die Entwicklung der Atomkraftwerke und die Endlagerung deren Abfalls werden über Steuergelder finanziert?!

Warum bietet denn RWE keinen Sozialtarif für Geringverdiener an? Wer Milliarden im Ausland bei Übernahmen verzockt, der sollte doch kein Problem mit einem solchen Tarif haben. Immerhin stellt der Verbrauch der Geringverdiener gegenüber Großabnehmern nur einen kleinen Teil des Absatzmarktes dar.



MikeM

29.03.2012, 08:34 Uhr

Die Forderung nach staatlichen Zuschüssen zeigt die Angst der Energieversorger vor wachsendem Unmut über die hohen Engergiepreise. Der Pöbel soll mit Steuergeldern ruhig gestellt werden und die Energiekonzerne weiter prächtig verdienen. Dies geht dann wie immer zu Lasten der Durchschnittsverdiener.

Pikulilla

29.03.2012, 09:12 Uhr

Energiepreise zu subventionieren bedeutet das Gegenteil von Energieeinsparungen. Niemand spart, wenn er finanziell nicht belastet wird. Beispiel: Ostblock bis 1989.

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