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30.03.2012

06:00 Uhr

Johannes Teyssen

Eon-Chef fordert neue Energiepolitik

VonJürgen Flauger

ExklusivIrgendwie finden die Energiewende an sich alle Seiten richtig - nur bei den Maßnahmen gibt es erheblichen Streit. Im Gespräch mit dem Handelsblatt fordert Eon-Chef Johannes Teyssen einen neuen Ordnungsrahmen.

Der Vorstandsvorsitzende von Eon, Johannes Teyssen, macht sich stark für eine sinnvolle Ordnungspolitik. dpa

Der Vorstandsvorsitzende von Eon, Johannes Teyssen, macht sich stark für eine sinnvolle Ordnungspolitik.

Düsseldorf„Die Energiewende ist als langfristiges Ziel durchaus richtig. Mir fehlt aber eine sinnvolle Ordnungspolitik für den Energiemarkt. Und deshalb ist der Kurs, den wir derzeit verfolgen, sehr teuer“, sagte Teyssen im Gespräch mit dem Handelsblatt. Technisch sei der Atomausstieg zu bewältigen. „Es geht aber darum, dass der Strom für Verbraucher und Industrie bezahlbar und dass unsere Energieversorgung sicher bleibt. Und da bin ich skeptisch.“

Eon wurde wie Konkurrenten durch die politischen Beschlüsse zur Energiewende hart getroffen. Deutschlands größter Energiekonzern rutschte 2011 in die Verlustzone und plant einen massiven Stellenabbau. Trotzdem hat sich Teyssen inzwischen damit abgefunden. „Deutschland hat sich mit einer klaren Mehrheit für diesen Weg entschieden. Das müssen wir akzeptieren.“

Teyssen fehlt aber „ein klarer Rahmen, ein Gesamtkonzept.“ Bisher sei nur Flickschusterei betrieben worden. Er kritisiert vor allem die über 4000 verschiedenen Fördersätze, die es für alle Arten erneuerbarer Energie, für alle Anlagentypen und Altersklassen gebe. Bei der Stromproduktion brauche Deutschland „definitiv mehr Markt und weniger Staat“. „Ich will nicht, dass der Strommarkt komplett sich selbst überlassen wird. Aber wir brauchen eine einfache Markt- und Preisordnung mit überschaubaren Fördersystemen, damit sich die besten Techniken durchsetzen – ob Wind- oder Solaranlagen, Gas- oder Kohleanlagen.“

Dabei gibt es nach Teyssens Worten so ein Leitsystem für den Energiemarkt bereits, den europaweiten Emissionshandel. „Nur wird der eben von nationalen Fördermechanismen ausgehebelt.“ Bei den gegenwärtigen Preisen gebe es keinen Anreiz, in CO2-Vermeidung zu investieren. Er fordert deshalb den Emissionshandel wieder zu beleben.

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

30.03.2012, 06:54 Uhr

Johannes Teyssen steht die Verzweifelung im Gesicht , keine klaren ,nachvollziehbaren Konzepte , "Nehmt abschied Brüder die Zukunft liegt in Finsternis , das macht das Herz uns schwer "
EON ist auf einem weg, der direkt in die Vergessenheit führt, in die analen der Geschichte .
Ich habe mich von allen anteilen dieser Firma getrennt und ich bin sicher nicht die/der einzige .
EON wird Geschichte und hat keine Zukunft , das ist so sicher wie das Amen in der Kirche !!!

winter

30.03.2012, 07:24 Uhr

Ein fossiler Atomkonzern ist nicht derjenige, der die regenerative Energiewirtschaft hier aufbaut.

"Visionär Theyssen", hochgedienter Industriebürokrat und baldiger Profiteur der hohen Offshore Vergütung, weiß doch gar nicht, wovon er da geredet hat...

Yes, E.ON sell

Account gelöscht!

30.03.2012, 07:41 Uhr

Ein fossiler Atomkonzern ist nicht derjenige, der die regenerative Energiewirtschaft hier aufbaut.
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@ winter aus diesen Grund ( das Engagement in Wind und solar ) macht diese Firma kaputt . Sehen sie sich den Kurs ab dem 01.03.2012 an , es gibt praktisch nur ein abwärts !
Profite werden sie mit ihren sehr Wartungsintensiven Offshore Anlagen nicht erzielen , es sei denn sie bezahlen für Strom noch wesentlich mehr als heute !

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