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25.11.2016

18:23 Uhr

Johnson & Johnson

Pharmariese greift nach Bayer-Konkurrent Actelion

VonSiegfried Hofmann

Die europäische Biotech-Szene könnte in Bewegung kommen. Der US-Gesundheitskonzern Johnson & Johnson plant die Übernahme von Actelion. Die Schweizer haben bereits dreimal ihre Jahresprognose angehoben.

Das Schweizer Biotechnologie-Unternehmen Actelion hat das Interesse des US-Pharmariesen Johnson & Johnson auf sich gezogen. Erste Gespräche über eine mögliche Übernahme soll es bereits gegeben haben. Imago

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Das Schweizer Biotechnologie-Unternehmen Actelion hat das Interesse des US-Pharmariesen Johnson & Johnson auf sich gezogen. Erste Gespräche über eine mögliche Übernahme soll es bereits gegeben haben.

FrankfurtIm Pharmasektor bahnt sich womöglich die nächste größere Übernahme an. So lotet nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg der US-Gesundheitskonzern Johnson & Johnson (J&J) eine Übernahme des Schweizer Biotechunternehmens Actelion aus. Sollte ein solcher Deal zustande kommen, wäre es die mit Abstand größte Übernahme eines europäischen Pharma- und Biotechunternehmens durch einen US-Konzern. Die Gespräche befinden sich nach Angaben von Bloomberg allerdings noch in einem sehr frühen Stadium. Actelion bestätigte am Abend Gespräche mit Johnson & Johnson, eine Übernahme sei aber nicht sicher.

Die Actelion-Aktie legte in Reaktion auf die Spekulationen gleichwohl um 12 Prozent auf 176 Franken zu. Die 1997 von dem Kardiologen Jean-Paul Clozel gegründete Firma wird auf dieser Basis mit umgerechnet rund 19,5 Milliarden Dollar bewertet. Analysten gehen davon aus, dass ein Angebotspreis bis zu 250 Franken je Aktie erreichen könnte. Das wiederum würde auf eine Bewertung von mehr als 27 Milliarden Dollar hinauslaufen.

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Vor allem die hohe Nachfrage nach Lungenmedikamenten bescherte dem Schweizer Pharmaunternehmen Actelion gute Quartalszahlen. Der Umsatz stieg um 17 Prozent auf 1,79 Milliarden Franken.

Zudem hat die Meldung vom Vorstoß des US-Konzerns Spekulationen ausgelöst, dass auch andere Pharmakonzerne ein Auge auf Actelion werfen dürften und sich damit ein Bieterwettbewerb ergeben könnte. Als potenzielle Interessenten werden dabei die Schweizer Pharmariesen Roche und Novartis sowie die französische Sanofi gehandelt. Eine ähnliche Konstellation hatte es vor wenigen Monaten auch beim US-Biotechunternehmen Medivation gegeben, wo zunächst Sanofi eine Übernahme-Offerte unterbreitete. Am Ende setzte sich dort aber der US-Konzern Pfizer mit einem Kaufpreis von 14 Milliarden Dollar durch.

Actelion gehört zu den erfolgreichsten Unternehmen der europäischen Biotechszene und ist vor allem auf Medikamente gegen Lungenhochdruck - eine eher seltene, aber sehr gefährliche Form des Bluthochdrucks - spezialisiert. Im vergangenen Jahr erzielte das Schweizer Unternehmen gut zwei Milliarden Franken (1,86 Milliarden Euro) Umsatz und 552 Millionen Franken Reingewinn. Für 2016 konnte Gründer und Firmenchef Clozel bereits dreimal die Prognosen anheben. Vor allem dank des Erfolgs von zwei Neuentwicklungen, die Actelion in den vergangenen Jahren auf den Markt gebracht hat.

In den ersten neun Monaten stieg der Umsatz um 17 Prozent und der Gewinn um knapp 30 Prozent auf 581 Millionen Franken. Die beiden neuen Medikamente Uptravi und Opsumit entwickelten sich besser als erwartet und erzielten deutlich höhere Umsätze als das Konkurrenzprodukt Adempas, das Bayer vor drei Jahren ebenfalls auf den Markt gebracht hat.

Der US-Gesundheitsriese Johnson & Johnson würde mit der Übernahme sein Geschäft im Herzkreislauf-Bereich stärken. J&J hatte sich in den vergangenen Jahren im Übernahmegetümmel im Pharmasektor weitgehend zurückgehalten und sich auf kleinere Akquisitionen und Allianzen beschränkt. Dass man grundsätzlich auch zu größeren Deals bereit ist, signalisierte der Konzern aber schon 2015 beim Versuch, die US-Biotechfirma Pharmacyclics zu übernehmen. Dabei wurde er aber vom Konkurrenten Abbvie übertrumpft.

Das Pharmageschäft von J&J trägt rund 43 Prozent zum Gesamtumsatz von 74 Milliarden Dollar bei und läuft auch ohne Zukäufe sehr solide. Es erzielte 2015 rund 32 Milliarden Dollar Umsatz und ist in den ersten neun Monaten 2016 um rund neun Prozent gewachsen. Der US-Konzern ist damit sechstgrößter Arzneimittelhersteller der Welt. Zu seinen starken Wachstumsprodukten gehört dabei auch der von Bayer entwickelte Gerinnungshemmer Xarelto, den Johnson & Johnson in den USA vermarktet. Finanziell könnte J&J einen Zukauf wie Actelion locker verdauen. Ende September verfügte der US-Konzern über rund 40 Milliarden Dollar an Cash-Reserven, bei nur rund 28 Milliarden Dollar Schulden.

Kommentare (1)

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25.11.2016, 12:40 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
Danke

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