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31.01.2017

17:00 Uhr

Jorge Perez aus Miami

Milliardär lehnt Trumps Anfrage zum Mauerbau ab

Per E-Mail soll US-Präsident Donald Trump beim „Wohnungskönig“ aus Miami angefragt haben, ob er Interesse am Bau der Mauer zu Mexiko habe. Doch Jorge Perez lehnte ab: „Die idiotischste Sache, von der ich je gehört habe.“

In Miami ist Jorge Perez als „Condo King“ („Wohnungskönig“) bekannt. Imago

Jorge Perez (Mitte), seine Ehefrau Darlene und TV-Moderator Don Francisco

In Miami ist Jorge Perez als „Condo King“ („Wohnungskönig“) bekannt.

MiamiDer Immobilien-Milliardär Jorge Perez aus Miami behauptet, eine besondere Anfrage des US-Präsidenten Donald Trump abgelehnt zu haben: Dieser habe Perez gefragt, ob er helfen wolle, die Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen. Perez nennt die Mauerpläne „idiotisch“.

Perez, der in der Vergangenheit mit Trumps Namen vermarktete Wohntürme in Südflorida gebaut hat, sagte in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass Trump ihn nach der Amtseinführung als Präsident per E-Mail kontaktiert habe. Darin habe der Regierungschef die Pläne für den Mauerbau geschildert und gefragt, ob Perez daran Interesse habe, an dem Projekt mitzuarbeiten. Bei dem Interview in den Büroräumen seiner Firma Related Group sagte der in Argentinien geborene Projektentwickler, er habe höflich abgelehnt und darüber gewitzelt, auf welcher Seite der Mauer er wohl enden werde.

Trumps Einwanderungspläne in Zahlen

Illegale Einwanderer in den USA

Rund 11 Millionen

Kriminelle Einwanderer

2012 schätzte die US-Regierung, dass 1,9 Millionen Einwanderer verurteilte Kriminelle seien und abgeschoben werden könnten.

Kriminelle Einwanderer, die illegal in den USA sind

Die Washingtoner Denkfabrik Migration Policy Institute schätzt, dass rund 820.000 der kriminellen Immigranten illegal ins Land kamen.

Abschiebungen unter Barack Obama

Mehr als 2,5 Millionen.

Abschiebungskosten

Jede Abschiebung kostet im Durchschnitt etwa 12.500 Dollar (rund 11.600 Euro), wie aus einer Schätzung der Regierung aus dem Jahr 2011 hervorgeht.

Noch nicht entschiedene Fälle

Vor dem Bundeseinwanderungsgericht sind mehr als 521.000 Fälle noch nicht entschieden, wie aus Angaben des Transactional Records Access Clearinghouse an der Syracuse University hervorgeht.

Einwanderer mit geltendem Abschiebungsbefehl

88.128 (Stand 2015), wie aus Angaben des Exekutivbüros für Immigrationsprüfung am US-Justizministerium hervorgeht.

Junge Einwanderer, die durch Obama-Regierung vor Abschiebung geschützt sind

Mehr als 741.000. Diese werden nicht abgeschoben und sollen legal in den USA arbeiten dürfen.

Grenzzaun

Entlang der Grenze der USA zu Mexiko steht bereits ein etwa 1.000 Kilometer langer Zaun. Er befindet sich in Teilen der US-Staaten Texas, New Mexico, Arizona und Kalifornien.

Länge der Grenze Mexiko-USA

Rund 3.200 Kilometer.

Grenzschutzagenten

18.321 patrouillieren an der Grenze der USA zu Mexiko.

Festnahmen an der Grenze

Im Haushaltsjahr 2016, das am 30. September zu Ende ging, wurden 408.870 Personen festgenommen, als sie versuchten, die Grenze illegal zu überqueren.

Die Gedankenspiele zur Finanzierung der Mauer kritisierte Perez ebenfalls. Ein Einfuhrzoll auf mexikanische Güter würde auf die Produktpreise aufgeschlagen und so von den US-Verbrauchern getragen. Und Protektionismus könne einen Handelskrieg mit Mexiko auslösen, so Perez weiter.

„Die Mauer ist die idiotischste Sache, die ich in meinem Leben je gehört oder gesehen habe“, sagte Perez, der bei seinen kubanischen Eltern in Kolumbien aufgewachsen ist. „Eine Mauer wozu? Glauben Sie, eine Mauer wird Menschen stoppen, die hungrig sind? Arbeitsplätze in Mexiko, Wachstum in Mexiko und ein angeglichener Lebensstandard werden Menschen davon abhalten, über die Grenze zu kommen.“ Die Pressestelle des Weißen Hauses reagierte nicht auf Anfragen zu Perez‘ Aussagen.

Perez entwickelt Immobilienprojekte auch in mexikanischen Städten wie Cancun, Zihuatanejo und Mexiko-Stadt, deren Wert er auf etwa zwei Milliarden Dollar schätzt. Er sagt, dass er über einen Börsengang der Related Group in den kommenden Jahren nachdenkt – als eine Möglichkeit, seine Firma weiterzugeben.

Kommentare (17)

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Frau Annette Bollmohr

31.01.2017, 17:22 Uhr

"Doch Jorge Perez lehnte ab: „Die idiotischste Sache, von der ich je gehört habe."“

Hut ab vor dem Mann!

Vor solchen Leuten kann man wirklich Respekt haben.

Herr Toni Ebert

31.01.2017, 17:39 Uhr

DJa, Hut ab, vor Mr. Trump. ein Mann, sogar ein Politiker ist in der Lage, dass er nicht sagt,w as er denkt, er macht es auch, was er versprochen hat. Wann hat es je so ehrliche Politiker gegeben?

Auf Herrn Trump kann man sich verlassen, das habe ich auch heute deutlich beim Daytrading erfahren. BEWEGUNG im Markt, wann hat es je so etwas Schönes gegeben. Bewegung im Markt und dementsprechend gut verdient am DAX.

Ach Mr. Trump, das Leben kann so schön sein.

Jeder der sich auf Mr. Trump verlässt, kann nun endlich richtig schön und ---ethisch--- Geld verdienen.

Danke.

Account gelöscht!

31.01.2017, 17:41 Uhr

Solche "Mauern" haben Tore und dort reist man ganz legal ein. Ich kann verstehen, daß der Gutmensch hier keinen Spaß versteht.

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