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15.01.2014

08:46 Uhr

Jubiläum

VW produziert seit 50 Jahren in Mexiko

VW gilt in Mexiko als Erfolgsgeschichte. Rund zehn Millionen Autos haben die Wolfsburger bislang am Standort Puebla gebaut. Eine ganze Region hängt an dem Riesenwerk. Jetzt soll der neue Golf den harten US-Markt erobern.

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn in Puebla: Der Autokonzern steht zu seinem mexikanischen Werk. Reuters

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn in Puebla: Der Autokonzern steht zu seinem mexikanischen Werk.

PueblaBei schönstem Sonnenschein geht ein Wolkenbruch auf den Beetle nieder. Nachdem der künstliche Regen im VW-Werk Puebla nachgelassen hat, kriecht José Abel Pérez in den Neuwagen und sucht nach undichten Stellen. „Ich war schon in der Presserei, der Montage und der Lackiererei“, sagt der Mexikaner. „Jetzt kontrolliere ich in der Endabnahme die Qualität.“

Seit 20 Jahren arbeitet Pérez bei Volkswagen. Er hat Fahrzeugmodelle kommen und gehen gesehen, bald wird er die Dichtungen des Golf 7 prüfen. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens von Volkswagen de México ist in Puebla die Produktion der neuesten Version des Wolfsburger Verkaufsschlagers angelaufen. Ab Sommer soll der Golf in den Vereinigten Staaten verkauft werden.

„Der Produktionsstart des Golf 7 wird Volkswagen in Nordamerika ordentlich Schub nach vorn geben“, sagte VW-Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn am Dienstag bei der Jubiläumsfeier in Puebla. Bis 2018 will Volkswagen in der Region sieben Milliarden US-Dollar investieren. Ein Großteil davon dürfte nach Mexiko fließen.

Die VW-Sparten im Überblick

Volkswagen Pkw

Die Kernmarke des Volkswagen-Konzerns litt im Jahr 2013 unter der Absatzschwäche. Mit 4,7 Millionen verkauften Fahrzeugen schrumpfte der Absatz um 2,2 Prozent. Der Umsatz ging sogar um 4,4 Prozent zurück. Immerhin erwirtschaftet die Kernmarke noch ein operatives Ergebnis von 2,9 Milliarden Euro.

Audi

Die Premiumtochter aus Ingolstadt konnte die Verkäufe steigern. Mit 1,35 Millionen verkauften Fahrzeugen steht unterm Strich ein Plus von 3,85 Prozent. Auch der Umsatz legte leicht auf 49,88 Milliarden Euro zu. Unter Strich steht trotzdem ein deutlicher Rückgang beim Profit um rund 6,3 Prozent auf 5,03 Milliarden Euro.

Skoda

Mit günstiger VW-Technik konnte die tschechische Tochter in den vergangenen Jahren die Kunden locken. Im Jahr 2013 lief es schlechter. Mit 719.000 verkauften Fahrzeuge ging der Absatz um 1,2 Prozent zurück. Der Umsatz fiel es ebenfalls leicht schlechter aus und beträgt nun 10,32 Milliarden Euro. Beim operativen Ergebnis hat das deutliche Spuren hinterlassen. Der Gewinn beträgt 522 Millionen Euro und damit satte 26,7 Prozent weniger.

Seat

Das spanische Sorgenkind kommt bei den Verkaufszahlen wieder auf die Bein 459.000 Fahrzeuge verkauften die Spanier im Jahr 2013 - ein Plus von rund sieben Prozent. Auch der Umsatz legt um rund sechs Prozent auf 6,87 Milliarden Euro zu. Unterm Strich steht aber immer noch ein Verlust von 152 Millionen Euro, der immerhin um vier Millionen reduziert wurde.

Porsche

Die Profitmaschine aus Zuffenhausen treibt erstmals das operative Ergebnis des VW-Konzerns an. Seit der Integration im August 2012 hat der Sportwagenbauer einen Profit von 1,46 Milliarden Euro erwirtschaftet. Der Umsatz beträgt nun 7,03 Milliarden Euro. Der Absatz von Porsche wurde auch 78.000 Fahrzeuge taxiert.

Bentley

Bald soll die Luxus-Autoschmiede einen Nobel-SUV an den Start bringen. Dieses Jahr legt der Absatz um 21 Prozent auf 11.000 verkaufte Fahrzeuge. Auch beim Umsatz steht bei 1,68 Milliarden Euro ein Plus von 15,5 Prozent. Der Gewinn der britischen Nobeltochter legt um satte 68 Prozent auf 168 Millionen Euro zu.

VW Nutzfahrzeuge

Die Nutzfahrzeugsparte des Konzerns schwächelt weiter. Der Absatz stagniert bei 436.000 verkauften Fahrzeuge. Der Umsatz schrumpft ebenfalls leicht auf 9,37 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legt dagegen um 6,4 Prozent zu auf 448 Millionen Euro.

Scania

Die schweren Schweden verkaufen wieder mehr. Mit 80.000 verkauften Lkws stieg der Absatz um 19,4 Prozent, auch der Umsatz legt um 11,2 Prozent auf 10,36 Milliarden Euro zu. Mit 974 Millionen Euro ist das operative Ergebnis rund 4,7 Prozent besser als im Vorjahr.

MAN

Mit einem Beherrschungsvertrag sitzt VW längst auch bei den Münchenern am Steuer. Der Absatz des Lkw-Bauers legte im Gesamtjahr 2013 leicht auf 140.000 verkaufte Fahrzeuge zu. Der Umsatz sinkt dagegen leicht auf 15,86 Milliarden Euro. Beim operativen Ergebnis steht unterm Strich ein Gewinn von 319 Millionen Euro - ein Rückgang um satte 61 Prozent.

VW Finanzdienstleistungen

Mit einem Umsatzplus von 10,8 Prozent leistet die Finanztochter des VW-Konzerns mittlerweile einen ordentlichen Beitrag zum Konzernergebnis. Das operative Ergebnis legte im Jahr 2013 um 17,5Prozent auf 1,86 Milliarden Euro zu.

Erfolgsmeldungen aus der Region hat Volkswagen dringend nötig. Auf dem wichtigen US-Markt gaben die Verkäufe der Kernmarke im vergangenen Jahr um annähernd sieben Prozent auf 408 000 Fahrzeuge nach. Verantwortlich dafür ist nach Einschätzung von Experten vor allem, dass VW zuletzt keine neuen Modelle mehr vorstellte und deshalb gegenüber der Konkurrenz ins Hintertreffen geriet.

Nach Wolfsburg ist Puebla mit knapp 15 000 Mitarbeitern das zweitgrößte VW-Werk weltweit. Über 500 000 Fahrzeuge werden dort pro Jahr gefertigt. Ein Großteil der in Mexiko gebauten Fahrzeuge wird in die USA importiert. In Puebla laufen auch die Modelle Jetta, Beetle und Beetle Cabrio vom Band.

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