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09.05.2013

04:07 Uhr

Justiz-Deal

Enron-Chef könnte früher freikommen

In einem der größten Wirtschaftsprozesse der USA wurde der ehemalige Chef der Skandalfirma Enron zu 24 Jahren Haft verurteilt. Ein Deal mit der US-Justiz könnte die Strafe nun um ein Jahrzehnt verkürzen.

Freiheit für den Ex-Enron-Chef: Die Anwälte von Jeffrey Skilling wollen einen Deal aushandeln. Reuters

Freiheit für den Ex-Enron-Chef: Die Anwälte von Jeffrey Skilling wollen einen Deal aushandeln.

HoustonEs war ein hartes Urteil mit dem 2006 einer der wichtigsten Wirtschaftsprozesse der US-Geschichte zu Ende ging: Der ehemalige Chef des insolventen Energieriesen Enron, Jeff Skilling, wurde wegen Betrugs und Insiderhandel zu einer Haftstrafe von 24 Jahren und vier Monaten verurteilt. Nun kann der Manager auf eine Reduktion der Strafe auf zehn Jahre hoffen, wovon er sechs schon abgesessen hat.

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg meldet, strebt Skilling dafür einen Deal mit der Justiz an, mit dem er bereits in vier Jahren auf freien Fuß kommen könnte. Der Deal beinhaltet, dass Skilling seine Verurteilung nicht weiter anfechtet und alle Gegenklagen fallen lässt und sich bereit erklärt, 40 Millionen Dollar an Enron-Opfer zu bezahlen.

„Die Einigung würde dem langen, schmerzhaften Prozess ein Ende setzen, obwohl die Haftstrafe für Jeff noch immer mehr als doppelt so lange ist, als bei allen anderen Enron-Angeklagten“, sagte Skillings Anwalt der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Jeff würde wenigstens eine Chance bekommen, einen wichtigen Teil seines Lebens zurück zu bekommen.“

Bei der Insolvenz von Enron waren Börsenwerte von 60 Milliarden Dollar vernichtet worden. Im Dezember 2001 konnte das Unternehmen seinen milliardenschweren Schuldenberg nicht mehr stemmen. Der Vorwurf an die Manager: systematischer Bilanzbetrug. 5000 Beschäftigte wurden arbeitslos, eine Milliarde Dollar an Pensionsgeldern wurden vernichtet, die Enron-Aktie stürzte von fast 90 Dollar auf wenige Cent.

Die größten börsennotierten Ölkonzerne der Welt

Die größten Öl- und Gaskonzerne

Sie fördern und raffinieren Erdöl oder Gas und betreiben riesige Tankstellennetze. Wie viel die zehn größten Öl- und Gaskonzerne der Welt an der Börse wert sind.

Quelle: Bloomberg, Stand: 26.7.2012

Platz 10

ENI (Italien)

Der italienische Öl- und Gaskonzern erreicht mit einer Marktkapitalisierung von 70 Milliarden Dollar Rang zehn unter den Energiekonzernen. Das Unternehmen mit Sitz in Rom ist der größte Gasversorger Italiens. Neben dem Öl- und Gasgeschäft mit Exploration, Förderung, Raffinerie und Vertrieb sind die Italiener auch im Stromgeschäft aktiv.

Platz 9

Sinopec (China)

Der chinesische Mineralölriese zählt zu den größten Energiekonzernen des Landes und erreicht an der Börse eine Marktkapitalisierung von 80,9 Milliarden Dollar. Das Unternehmen mit Sitz in Peking ist im Hang-Seng-Index notiert.

Platz 8

Total (Frankreich)

Die Franzosen betreiben in Europa ein dichtes Tankstellennetz. In mehr als 30 Ländern fördert der Konzern Öl und Gas. Der Konzern mit Sitz in Courbevoie nahe Paris erreicht einen Börsenwert von 124 Milliarden Dollar.

Platz 7

Gazprom (Russland)

Der russische Konzern rangiert an der Weltspitze der Gasförderer. Das Moskauer Unternehmen ist an der Börse mit 116 Milliarden Dollar bewertet. Gazprom kontrolliert fast die gesamte Erdgasförderung Russlands.

Platz 6

Petrobras (Brasilien)

Der halbstaatliche Konzern mit Sitz in Rio de Janeiro hat eine Marktkapitalisierung von 125,1 Milliarden Dollar. Die Brasilianer sind besonders in der Offshore-Förderung von Öl stark. Der Konzern wurde ursprünglich zur Abwehr von US-Konzernen gegründet.

Platz 5

BP (Großbritannien)

Die Katastrophe im Golf von Mexiko hat den Konzern in Bedrängnis gebracht. Aktuell ist das Unternehmen mit 129,1 Milliarden Dollar bewertet. In Deutschland wird Benzin und Diesel unter der Marke Aral vertrieben.

Platz 4

Chevron (USA)

Der US-Konzern ist auf dem Parkett 213,4 Milliarden Dollar wert. Die Hauptsitze sind im kalifornischen San Ramon sowie im brasilianischen Fortaleza. Der Konzern ist im Bereich der geothermischen Energiegewinnung führend.

Platz 3

Royal Dutch Shell (Großbritannien)

Das Unternehmen mit Sitz in London und Den Haag zählt zu den drei größten Öl- und Gaskonzernen der Welt. Shell ist in mehr als 180 Ländern aktiv. An der Börse ist der Konzern mit 216,4 Milliarden Dollar bewertet.

Platz 2

PetroChina (China)

Die Chinesen schoben sich auf rang zwei der größten Öl- und Gaskonzerne vor. An der Börse ist der Konzern 249,2 Milliarden Dollar wert. Das Unternehmen ist besonders im Sudan aktiv und steht deswegen in der Kritik.

Platz 1

Exxon Mobil (USA)

Die Spitze der Öl- und Gaskonzerne erobert Exxon Mobil mit einer Marktkapitalisierung von 399,7 Milliarden Dollar. Das Unternehmen entstand 1999 durch den Zusammenschluss von Exxon mit Mobil Oil. Das Unternehmen gilt als Nachfolger der Standard Oil Company des legendären Milliardärs John D. Rockefeller.

Neben Skilling wurden damals 20 weitere Enron-Manager verurteilt worden. Skillings Vorgänger Kenneth Lay, war ebenfalls schuldig gesprochen worden, starb aber im Juli 2006 an Herzversagen. Enron-Finanzchef Andrew Fastow musste wegen Betrugs sechs Jahre hinter Gitter. Er war einer der Hauptbelastungszeugen im Prozess gegen Skilling und Lay. Der ehemalige Enron-Chef war im damaligen Prozess in 19 von 29 Anklagepunkten für schuldig befunden worden. Damit hätte er theoretisch zu einer Haftstrafe von 185 Jahre verurteilt werden können.

„Die Einigung stellt sicher, dass Skilling angemessen für seine Verbrechen bestraft wird und dass seine Opfer endlich die Entschädigung bekommen, die sie verdienen“, sagte ein Sprecher des Justizdepartementes. Nun haben Enron-Opfer die Möglichkeit, ihre Stellungnahme zu der Abmachung abzugeben. Am Ende muss Bezirksrichter Simeon Lake eine Entscheidung fällen. Er hatte den Ex-Enron-Boss damals auch verurteilt. Der Termin vor dem Gericht in Houston ist für den 21. Juni angesetzt.

Kommentare (2)

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Hagbard_Celine

09.05.2013, 07:27 Uhr

Amerika braucht solche Menschen in der Politik bzw. der Finanzwirtschaft, er ist viel zu schade um im Knast zu verschimmeln.

Senator Skilling...that has a nice ring to it, don´t you think ?

Account gelöscht!

09.05.2013, 10:22 Uhr

Neben Skilling wurden damals 20 weitere Enron-Manager verurteilt worden.

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