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12.02.2015

10:33 Uhr

Kabelhersteller Leoni

Leoni verpatzt Start in Mexiko

Der Kabel- und Bordnetzhersteller Leoni hat 2014 mehr Gewinn gemacht, wird jedoch vom Mexiko-Geschäft ausgebremst. Die mangelnde Qualifikation von Mitarbeitern hatte in Südamerika zu einem Millionenflop geführt.

Ein Millionenflop in Mexiko hat den Gewinnzuwachs des Kabel- und Bordnetzeherstellers Leoni 2014 gebremst. dpa

In den Sand gesetzt

Ein Millionenflop in Mexiko hat den Gewinnzuwachs des Kabel- und Bordnetzeherstellers Leoni 2014 gebremst.

MünchenEin verpatzter Produktionsstart in Mexiko hat beim Kabel- und Bordnetzehersteller Leoni 2014 den Gewinnzuwachs gebremst. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte laut vorläufigen Zahlen um knapp zwölf Prozent auf 182,5 Millionen Euro zu, wie der Konzern am Donnerstag in Nürnberg mitteilte.

Angekündigt waren zuletzt mehr als 180 Millionen Euro, Analysten hatten im Schnitt mit 183 Millionen Euro gerechnet. Leoni hatte im Herbst seine ursprüngliche Gewinnprognose von mehr als 200 Millionen über den Haufen geworfen, nachdem der Zulieferer in Mexiko überraschend Millionen in den Sand gesetzt hatte.

Dort hatte die neu gestartete Produktion von Bordnetzen für einen deutschen Oberklasse-Autobauer nicht auf Anhieb geklappt. Weil rund 2000 neue Mitarbeiter erst geschult werden mussten, traten Fehler und Verzögerungen in der Fertigung auf.

Um die Kabelbäume trotzdem pünktlich zum Kunden zu liefern, wurden sie für viel Geld per Frachtflugzeug verschickt. Nach dem Produktionsanlauf in Mexiko stand zudem ein großes Projekt in China an, wo neue Standorte aufgebaut werden.

Insgesamt sei die Nachfrage der Automobilindustrie auch im vierten Quartal stark gewesen, teilte Leoni weiter mit. Der Zulieferer macht drei Viertel seines Geschäfts mit Abnehmern aus der Fahrzeugbranche. Beim Umsatz erreichte Leoni 2014 den angekündigten Rekordwert von 4,1 Milliarden Euro, was einem Plus von gut fünf Prozent entspricht. Unterm Strich wuchs der Gewinn um knapp neun Prozent auf 115,1 Millionen Euro.

Womit die Zulieferer zu kämpfen haben

Hoher Finanzbedarf

Immer mehr Innovationen müssen von den Zulieferern selbst kommen. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben steigen dadurch stark an. Die Zulieferer müssen stärker in Vorleistung gehen und tragen damit ein höheres unternehmerisches Risiko.

Globalisierung

Die Autokonzerne bauen immer mehr Werke in Asien oder Mexiko. Damit steigt der Druck auf die Zulieferer, ebenfalls in neue Standorte zu investieren.

Benachteiligung von Mittelständlern

Global agierende Autokonzerne schreiben ihre Aufträge immer öfter für die weltweite Produktion aus. Viele mittelständische Zulieferer können weder die geforderten Stückzahlen herstellen noch den Konzernen einfach ins Ausland nachfolgen.

Hoher Preisdruck

Autokonzerne wie PSA und GM bilden immer öfter Einkaufsgemeinschaften, gleichzeitig steigt die Zahl von Modulbaukästen für die identische Teile in sehr hoher Stückzahl benötigt werden. Beides führt dazu, dass der Preisdruck steigt. Die Zahl der Zulieferer, die das leisten kann, sinkt.

Für 2015 will Leoni bei der Bilanzpressekonferenz am 17. März eine konkrete Prognose abgegeben. Bislang war lediglich von weiteren Zuwächsen bei Umsatz und Ergebnis die Rede. Für 2016 bekräftigten die Franken ihr Ziel, dass die Erlöse die Marke von fünf Milliarden Euro knacken sollen. Die Gewinnspanne (Ebit-Marge) soll auf sieben Prozent steigen - ein Wert, den Leoni bereits seit langem anstrebt. 2014 waren es knapp 4,5 Prozent.

Von

rtr

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