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06.03.2013

19:54 Uhr

Kältemittel-Streit

Daimler baut auf CO2-Schulterschluss mit Konkurrenz

Daimler plant im Kältemittel-Streit einen Schulterschluss mit der Konkurrenz. Der Autobauer will mit anderen Herstellern auf CO2 als Kühlmittel setzen. Unklar ist, wie die EU-Kommission auf den Vorstoß reagiert.

Daimler befindet sich in einem Kältemittel-Streit mit der EU-Kommission. dpa

Daimler befindet sich in einem Kältemittel-Streit mit der EU-Kommission.

StuttgartDer Autobauer Daimler will den Streit mit der EU-Kommission um Kältemittel in Klimaanlagen mit einer neuen Strategie lösen und baut auf einen Schulterschluss mit den deutschen Konkurrenten. Die Stuttgarter wollten künftig auf Kohlendioxid (CO2) als sicheres und umweltschonendes Kühlmittel setzen, teilte der Autobauer am Mittwoch auf Nachfrage mit. Daimler prescht aber ohne Rückdeckung der EU-Kommission voran, mit der die Stuttgarter wegen des Einsatzes eines alten Kältemittels im Clinch liegen.

Kohlendioxid gilt bei vielen Experten als klimafreundlichste Option und wird unter anderem auch vom Umweltbundesamt (UBA) empfohlen. Allerdings müssten heutige Klimaanlagen für den CO2-Einsatz umgerüstet werden, um die notwendigen höheren Druckverhältnissen zu erzeugen. Diese Herausforderung hält Daimler für beherrschbar. Auch VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech hatte CO2 bereits als Kältemittel der Zukunft bezeichnet.

Gehälter ausgewählter Dax-Chefs 2012

Infineon - Reinhard Ploss / Peter Bauer

Zum Ende des Infineon-Geschäftsjahrs (30. September 2012) wechselte auch der Vorstandschef. Reinhard Ploss übernahm von Peter Bauer den Posten.

Bauer hatte 2011/12 insgesamt 2,9 Millionen Euro verdient und damit etwas deutlich weniger als 2011 (3,7 Millionen Euro).

Kurt Bock - BASF

Der Chef des Chemiekonzerns, Kurt Bock, verdiente mit 5,29 Millionen Euro im Jahr 2012 nahezu unverändert im Vergleich zum Vorjahr. Er hatte sein Amt im Mai 2011 angetreten.

Marijn Dekkers - Bayer

Marijn Dekkers, Niederländer an der Spitze des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer, hat im Jahr 2012 insgesamt 5,06 Millionen Euro verdient, nach 4,49 Millionen Euro im Vorjahr.

Stefan Heidenreich - Beiersdorf

Ende April hatte Stefan Heidenreich beim Kosmetikkonzern Beiersdorf das Amt des Vorstandschefs übernommen. Im Jahr 2012 verdiente er 2,6 Millionen Euro.

Herbert Hainer - Adidas

Das Adidas-Ergebnis fiel 2012 vor allem wegen eines schwachen Geschäfts der Marke Reebok nicht so rosig aus. Adidas-Chef Herbert Hainer verdiente 2012 insgesamt 4,18 Millionen Euro und damit 28 Prozent weniger als 2011 (5,14 Millionen Euro).

Heinrich Hiesinger - Thyssen-Krupp

Bei Thyssen-Krupp kämpft Vorstandschef Heinrich Hiesinger mit der Aufarbeitung diverser Skandale und Fehlinvestitionen. Im Geschäftsjahr 2011/2012 (bis 30. September) verdiente er 3,85 Millionen Euro.

Karl-Ludwig Kley - Merck

Der Vorstandschef des Pharmakonzern verdiente 2012 insgesamt 5,52 Millionen Euro und damit fast ein Drittel mehr als 2011 (4,2 Millionen Euro).

Peter Löscher - Siemens

Der Österreicher verdiente im Geschäftsjahr 2011/2012 insgesamt 7,87 Millionen Euro, im Jahr zuvor waren es 8,74 Millionen Euro.

René Obermann - Deutsche Telekom

Ende 2013 gibt René Obermann sein Amt an den jetzigen Finanzvorstand Timotheus Höttges weiter. Obermann verdiente 2012 insgesamt 3,78 Millionen Euro und damit nahezu unverändert so viel wie 2011 (3,85 Millionen Euro).

Wolfgang Reitzle - Linde

Der Linde-Chef hat gesagt, kein Interesse an einer Vertragsverlängerung zu haben. Im Jahr 2012 verdiente er bei dem Industriegase-Spezialisten 6,9 Millionen Euro, fast genau so viel wie ein Jahr zuvor.

Kasper Rorsted - Henkel

Der dänische Chef des Konsumgüter- und Klebstoffkonzerns Henkel, Kasper Rorsted, hat im Jahr 2012 insgesamt 6,18 Millionen Euro verdient, ein sattes Plus von fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr (4,79 Millionen Euro).

Peter Terium – RWE

Zur Jahresmitte 2012 hatte Peter Terium den Spitzenposten beim Energiekonzern RWE angetreten. Er verdiente im Jahr 3,8 Millionen Euro, ein sinnvoller Vergleich zum Vorjahr ist nicht möglich.

Martin Winterkorn - Volkswagen

Der VW-Chef erhält rund 14,5 Millionen Euro für das abgelaufene Jahr (2012) und damit 5,5 Millionen weniger, als ihm nach den zuletzt gültigen Kriterien zugestanden hätten.

Damit will VW verhindern, erneut ins Zentrum einer Diskussion um hohe Managementbezüge zu geraten wie 2011, als Winterkorn mehr als 17 Millionen Euro verdiente.

Dieter Zetsche - Daimler

Der Daimler-Vorstandschef hat im vergangenen Jahr inklusive Aktienoptionen 8,15 Millionen Euro verdient. Das war etwas weniger als 2011 (8,65 Millionen Euro).

Quelle

Geschäftsberichte / Hostettler, Kramarsch & Partner

Daimler-Vorstand Thomas Weber sagte: „Es freut uns sehr, dass wir uns darauf verständigen konnten, diese nachhaltige und sichere Lösung gemeinsam mit Audi, BMW, Porsche und Volkswagen mit Einbindung des VDA voranzutreiben.“

Die EU-Kommission fordert seit Januar den Einsatz von nur noch besonders klimafreundlichen Kältemitteln in neu genehmigten Modellen. Dazu würde auch CO2 gehören. Die Stuttgarter benutzen aber derzeit ein älteres, viel klimaschädlicheres Mittel. Denn die neue von der EU befürwortete Chemikalie R1234yf hatte im Herbst 2012 bei einem simulierten Crashtest der Schwaben Feuer gefangen, wodurch sich auch hochgefährliche Flusssäure bilden könnte.

Daimler geht mit seinem Boykott ein hohes Risiko ein. In letzter Konsequenz könnte sogar die Typgenehmigung der neuen A- und B-Klasse bedroht sein. Auch die neue Version der S-Klasse, die im Sommer startet, wäre betroffen. Allerdings rechnen Branchenexperten nicht damit, dass es so weit kommt.

Indes ist nur Daimler aktuell so stark von der EU-Regel betroffen. Denn sie gilt ausschließlich für Autos, die ihre Typgenehmigung nach dem 1. Januar 2011 erhalten haben. Die meisten deutschen und auch viele internationale Hersteller haben ihre aktuellen Baureihen aber mit älteren Zulassungen auf den Markt gebracht und müssten die EU-Norm erst von 2017 an erfüllen. Bis dahin können sie das alte Kältemittel verwenden, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen.

Von

dpa

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