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22.04.2013

15:45 Uhr

Kältemittelstreit

Daimler soll für brennende Klimaanlagen selbst verantwortlich sein

Für den Hersteller Honeywell ist Daimler selbst schuld, wenn die Auto-Klimaanlagen durch ihr Kältemittel Feuer fangen. Für das Unternehmen ist die Bauart von Daimlers Autos verantwortlich.

Daimler soll selbst schuld sein, wenn ihre Klimaanlagen Feuer fangen. dpa

Daimler soll selbst schuld sein, wenn ihre Klimaanlagen Feuer fangen.

StuttgartIm Streit um entzündliches Kältemittel für Klimaanlagen hat der Hersteller Honeywell die Bauweise von Daimlers Autos für mögliche Risiken verantwortlich gemacht. Grund für Daimlers Verzicht auf die umweltfreundliche Substanz sei, dass „Daimler ein bauartbedingtes Problem bei der Verwendung“ habe, sagte Honeywell-Manager Tim Vink dem Fachmagazin „Autogazette“ (Montag).

Die Stuttgarter wollen das Mittel mit der Bezeichnung R1234yf nicht einsetzen, weil es im Herbst bei einem Test Feuer gefangen hatte. Um die Chemikalie kommen Autobauer aber kaum herum: Sie ist umweltfreundlicher als ihr Vorgänger und erfüllt im Gegensatz zu diesem eine seit Januar geltende EU-Richtlinie.

Bestätigt sieht sich Honeywell durch eine Passage in Daimlers Geschäftsbericht. Darin ist von negativen Auswirkungen auf die Herstellungskosten infolge technischer Anpassungen die Rede, die den Stuttgartern durch den Einsatz des Kältemittels entstehen könnten.

Die zehn größten Autohersteller Europas 2012

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,42 Millionen (-6,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,5 Millionen (-3,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,63 Millionen (-3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,77 Millionen (-1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,78 Millionen (-16,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,91 Millionen (-13,2 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,98 Millionen (-13,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 1,03 Millionen (-19,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,43 Millionen (-12,9 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,98 Millionen (-1,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Honeywell zweifelt zudem das Testverfahren von Daimler an. „Der Daimler-Test ist ein idealisierter Test, der nirgends anerkannt ist und von vielen nicht nachvollzogen werden kann“, betonte Vink. Ein Versuch des Autobauers Opel sei ohne Probleme verlaufen.

Ein Daimler-Sprecher wies die Vorwürfe zurück. Moderne Autos seien von der Architektur her so ähnlich, dass man bei den Problemen nicht von einem Einzelfall bei Daimlers Bauweise ausgehen könne. Das Testverfahren sei unter Fachleuten anerkannt. Der Autobauer hat die Tests dem Sprecher zufolge bereits mehr als 30 Mal durchgeführt.

Von

dpa

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