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17.07.2013

21:18 Uhr

Kältemittelstreit

Mercedes droht Ausweitung des Zulassungsstopps

Weil der Autobauer ein in der EU verbotenes Kältemittel in seinen Klimaanlagen einsetzt, gilt für einige Modelle in Frankreich bereits ein Zulassungsstopp. Dem wollen sich nun womöglich auch andere Länder anschließen.

Die A-Klasse feierte in Paris ihre Premiere - wird in Frankreich aber vorerst nicht mehr zugelassen. dpa

Die A-Klasse feierte in Paris ihre Premiere - wird in Frankreich aber vorerst nicht mehr zugelassen.

BrüsselIm Kältemittelstreit mit der Europäischen Union droht Daimler nach Frankreich auch ein Zulassungsstopp in anderen Staaten der Gemeinschaft. Bei einem Ausschuss-Treffen auf Arbeitsebene am Mittwoch erklärten die Teilnehmer in Brüssel, es solle auf ein einheitliches Vorgehen hingearbeitet werden. Dazu gehöre auch der Rückruf von bereits verkauften Fahrzeugen. In den kommenden Wochen seien weitere Gespräche mit Frankreich und Deutschland zu dem Fall geplant.Der

Frankreich hatte Anfang Juli befristet die Zulassung der Mercedes-Modelle A- und B-Klasse sowie SL ausgesetzt, weil deren Klimaanlagen noch mit einem klimaschädlichen Kältemittel befüllt sind. In der EU müsste aber ein neues, umweltfreundlicheres Mittel eingesetzt werden.

Der Stuttgarter Autobauer hatte versucht, den schon Monate währenden Streit um das Klimaanlagen-Kältemittel zu beenden und sich vom Kraftfahrtbundesamt in Flensburg nachträglich Zulassungsgenehmigungen für die drei Mercedes-Modelle besorgt, die das bisher übliche Kältemittel an Bord haben.

Die zehn größten Autohersteller Europas

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,35 Millionen (-2,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,43 Millionen (- 2,0 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,56 Millionen (+5,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,62 Millionen (- 8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,64 Millionen (+ 0,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,75 Millionen (-4,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,8 Millionen (- 5,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 0,89 Millionen (+1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,11 Millionen (-10,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,49 Millionen (-2,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Frankreich hatte diese nachträgliche Zulassungsgenehmigung der deutschen Behörde aber nicht anerkannt und stellt den Besitzern der Neuwagen keine Papiere mehr aus. Auf ein Jahr hochgerechnet könnten von diesem Zulassungsstopp bis zu 30.000 Mercedes-Fahrzeuge betreffen. Daimler pocht auf die erteilte Genehmigung durch das KBA.

EU-Vorschriften verlangen für Fahrzeuge mit einer nach 2011 erteilten Typgenehmigung ab Beginn dieses Jahres ein Kältemittel, das die Erderwärmung weniger fördert als das bisher übliche Gas R134a. Einzig das Kältemittel R1234yf erfüllt diese Richtlinie derzeit.

Daimler weigert sich jedoch, dieses von den US-Konzernen Dupont und Honeywell entwickelte Gas in die Klimaanlagen einzufüllen: Das Gas sei bei Unfällen und Leckagen des Klimasystems zu gefährlich, da es sich im heißen Motorraum entzünde und dann ätzende Säure freisetze. Daimler rüstet daher seine komplette Fahrzeugflotte wie gewohnt mit dem klimaschädlichen Kältemittel R134a aus.

Kommentare (40)

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Hasan

17.07.2013, 21:28 Uhr

Dieser Streit war abzusehen: Während die französische Autoindustrie kurz vor der Pleite steht, erlebt die Deutsche - bis auf Opel - ihre beste Zeit. Dies ruft Neider hervor.

Deutschland ist gut beraten, wenn es seine Exportwut bisschen runterfährt. Schlimmstenfalls hat man ganz Europa gegen sich.

Vicario

17.07.2013, 21:33 Uhr

Die EU steht unter französischem Diktat. Gegen die EU hat Mercedes keine Chance !

So geht EUtopia heute...............

Staatssklave

17.07.2013, 21:35 Uhr

Das ist Wirtschaftskrieg!

Hier wird ein Technologieführer einer Schlüsselbranche von Technologie- und Innovationsversagern durch die protektionistische Hintertür angegriffen.

Eigentlich ein gutes Zeichen und eine Bestätigung für die deutsche Automobilbranche. Die ehemaligen Wettbewerber in Europa sind grösstenteils am Ende und auf den Protektionismus ihrer nationalistischen Politiker angewiesen.

Die gesamte EU ist nur noch eine armselige Lachnummer.

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