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17.06.2011

10:54 Uhr

Kampagne zur Schuldenkrise

Konzernchefs trommeln für die Euro-Rettung

VonWolfgang Reuter, Thomas Hanke

ExklusivEine ungewöhnliche Kampagne in ungewöhnlichen Zeiten: Deutschlands Wirtschaftselite wirbt für die Rettung des Euros - auch wenn diese teuer wird.

Daimler-Chef Dieter Zetsche. Quelle: Reuters

Daimler-Chef Dieter Zetsche.

Düsseldorf/BerlinDie Regierung des schuldengeplagten Griechenlands wankt unter der Wucht der Demonstrationen gegen ihre diversen Sparpakete, die Euro-Staaten ringen seit Monaten vergeblich um Einigkeit, wie sie dem Land wieder auf die Beine helfen sollen, der Eurokurs gerät angesichts des Schlamassels immer stärker unter Druck. Es sind außergewöhnliche Zeiten, die die Wirtschaftselite zu einem außergewöhnlichen Schritt veranlasst haben: Rund 70 Konzernführer aus Deutschland und Frankreich werden nach Handelsblatt-Informationen ab kommender Woche in großen Zeitungsanzeigen ein flammendes Plädoyer für den Euro halten.

Zu den Unterzeichnern zählen Siemens-Chef Peter Löscher, Telekom-Vorstandsvorsitzender René Obermann sowie die Autobosse Dieter Zetsche (Daimler), Norbert Reithofer (BMW) und Bosch-Chef Franz Fehrenbach. "Wir richten uns mit einem klaren Appell an die Politik, alles dazu beizutragen, die Voraussetzungen für einen dauerhaft stabilen und wettbewerbsfähigen Euro zu schaffen. Das ist die Basis für zukünftigen Wohlstand in Europa", heißt es in einem Entwurf der Anzeige.

Die Manager beschwören die Erfolge der Gemeinschaftswährung als "Jobmotor und Wohlstandsgarant". Die Schuldenkrise "gefährdet nun das Erreichte", deshalb müsse den betroffenen Ländern kurzfristig geholfen werden. "Die Rückkehr zu stabilen finanziellen Verhältnissen wird viele Milliarden kosten, aber die Europäische Union und unsere gemeinsame Währung sind diesen Einsatz allemal wert."

Kommentare (63)

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Profit

17.06.2011, 10:19 Uhr

Die Manager machen es sich zu einfach. Der Euro ist gescheitert. Die Steuerzahler sollen Milliardenlöcher der Griechen u.a. "kurzfristig" schließen. Es weiß doch jeder, daß u.a. Griechenland über seine Verhältnisse (nicht jeder einzelne, aber als Volkswirtschaft) lebt. So wie die börsennotierten Unternehmen in der Regel jedesmal zu wenig Dividende ausschütten, um sich selbst mit Liquidität abzusichern, wollen die Manager auch noch das Wechselkursrisiko vom Steuerzahler abgenommen bekommen. Da kann man nur sagen: Strengt Euch an, daß ihr wettbewerbsfähige Produkte schafft, die auch zu D-Mark-Preisen veräußerbar sind! Früher ging das doch auch! Eines wundert mich dann schon: Der west-europäische Markt ist bei nahezu allen Produkten der margenschwächste. Die wirklich guten Geschäft macht man doch in Übersee bzw. Ost-Europa! D.h. so lukrativ ist der Euro-Markt nun auch wieder nicht, wie jetzt immer wieder erzählt wird. Manager jammert nicht, laßt Euch was einfallen und arbeitet und politisiert nicht! Der deutsche Bürger und Steuerzahler hat langsam die Schnauze voll. Wir sind das Volk!

KSch

17.06.2011, 10:22 Uhr

Klar, der Zetsche will natürlich weiter seine Mercedes nach Griechenland und die übrigen PIIGS verkaufen, auch wenn der deutsche Steuerzahler die Rechnung bezahlen muß - das ist ihm aber egal.

Account gelöscht!

17.06.2011, 10:29 Uhr

Nun also müssen die Wirtschaftsmächtigen unserer FDJ-Kanzlerin beispringen, die mit ihrem Latein am Ende ist, was für eine Schmach für diese Kanzlerin. Einer Kanzlerin, die ihren Amtseid auf das gröblichste verletzt hat!
Was muß da wohl hinter den Kulissen der Macht vorgehen?
Nun also wird der Wirtschaft die Rechnung für diese Kanzlerin präsentiert, und die sollen nun das ganze Lügengebäude den Mitarbeitern in den Betrieben verkaufen??? Oder was steckt sonst hinter diesem beistand der Wirtschaft??? Es ist nur noch alles zum Lachen, wen es nicht so traurig wäre.
Danke

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