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14.01.2014

19:37 Uhr

Kampf der Auto-Giganten

Opel stützt GM im Kampf um den Branchenthron

General Motors fordert Volkswagen und Toyota heraus: Der US-Konzern glänzt mit einem Absatzplus bei Fahrzeugen – und Opel bleibt für GM wichtig. Erstmals können die Amerikaner wieder Dividende ausschütten.

Der Autobauer Opel in Bochum. Erstmals seit 14 Jahren haben die Marktanteile ein wenig zugenommen. dapd

Der Autobauer Opel in Bochum. Erstmals seit 14 Jahren haben die Marktanteile ein wenig zugenommen.

Detroit/ FrankfurtGeneral Motors (GM) und Volkswagen nähern sich im Rennen der Autokonzerne um die Weltspitze an. Die US-Amerikaner setzten im vergangenen Jahr fast 9,72 Millionen Fahrzeuge ab, wie der Konzern am Dienstag auf der US-Automesse in Detroit mitteilte. Erstmals seit sechs Jahren will die Opel-Mutter ihren Aktionäre wieder eine Dividende auszahlen. Die Quartalsausschüttung soll bei 30 US-Cent je Anteilschein liegen, wie der US-Autobauer am Dienstag mitteilte. Die Aktie des Unternehmens kletterte um mehr als drei Prozent im nachbörslichen Handel in New York.

Die GM-Tochter Opel lieferte 2013 so viele Autos aus wie vor einem Jahr - gewann damit auf dem schrumpfenden Europa-Markt aber erstmals seit 14 Jahren leicht Anteile hinzu. Zugewinne gab es in elf Ländern - unter anderem in den Kernmärkten Deutschland, Großbritannien und Spanien sowie in den Wachstumsländern Türkei und Russland.

Im Wettrennen mit Volkswagen und Toyota kann GM die Deutschen immer noch knapp auf die Plätze verweisen. VW hatte von „insgesamt über 9,7 Millionen Fahrzeugen“ berichtet. Dabei zählen die Wolfsburger allerdings ihre schweren Nutzfahrzeuge der Töchter MAN und Scania mit. Ohne das Lkw-Geschäft kam VW 2013 auf rund 9,5 Millionen Autos. Spitzenreiter dürfte weiter Toyota sein. Die Verkaufszahlen der Japaner stehen jedoch noch aus.

Die zehn größten Autohersteller Europas

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,35 Millionen (-2,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,43 Millionen (- 2,0 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,56 Millionen (+5,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,62 Millionen (- 8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,64 Millionen (+ 0,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,75 Millionen (-4,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,8 Millionen (- 5,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 0,89 Millionen (+1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,11 Millionen (-10,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,49 Millionen (-2,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Für die Wolfsburger ist China der weltgrößte Einzelmarkt mit 3,27 Millionen Verkäufen. In Gesamteuropa setzte Volkswagen 3,65 Millionen Wagen ab. In den USA waren es konzernweit 611.700 Verkäufe. Auf dem weltgrößten Automarkt China sieht auch die VW-Tochter Porsche künftig ihr größtes Wachstum. Dieses oder nächstes Jahr dürfte die Volksrepublik die USA als größten Porsche-Markt ablösen, sagte Vertriebschef Bernhard Maier. Denn das rasante Wachstum in den Vereinigten Staaten werde sein Tempo nicht auf Dauer halten können. „Wir hatten dort vier Jahre Erholungsdynamik, das wird nicht bis in alle Ewigkeit anhalten“, sagte Maier.

Kommentare (6)

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WerneGuenther

15.01.2014, 09:19 Uhr

Wenn ein Autobauer wie Opel mit den Adam und Mokka zwei neue Modelle auf den Markt bringt und dass Flagschiff,den Opel-Insignia mit überarbeiteter Optik anbietet nur 0,02% Marktanteil gewinnt ist das dann nicht eine schlechte Nachricht für Opel? Ich würde so etwas nicht als Erfolg verkaufen sondern eher als Kundenzurückhaltung gegenüber Opel.Was kommt da noch auf Opel zu? Man kann davon ausgehen dass in spätestens 1Jahr die Bestellungen noch weiter einbrechen werden,dass Werk Bochum schließt und der Adam und Mokka sind dann keine Neuheiten mehr,ausserdem bekommen sie Konkurenz von anderen Herstellern.Die 0,02% mehr Marktanteilsin sind meines Wissens nach ja gerade mal eine Tagesproduktion.Ich kann mich noch gut an die Worte von damaligen Opel-Chef Karl-Peter-Forster erinnern."Wir dürfen nicht unter 10% Marktanteil rutschen!
Opel ist aber selbst Schuld,bei den Betriebsrentnern hat man einen grossen Teil der Stammkäufer verprellt weil man die Betriebsrenten über viele Jahre falsch berechnet hat und bis zum heutigen Teil nur wenige Renten korigiert hat.Auch der Rentner ist als Kunde wichtig!

NorbertSpittka

15.01.2014, 10:43 Uhr

Ich kann mich dem Kommentar des Herrn Werner Guenther nur anschließen. Einen Zuwachs von 0,02% als Erfolg zu verkaufen
ist geradezu lächerlich. Dieses Volumen hatte Opel Bochum
damals an einem Tag abgearbeitet.

Früher wäre von uns Opel Angestellten keiner auf diese dumme Idee gekommen, dieses überhaupt an den Vorstand weiter zu melden, damit dieser die "Erfolgsmeldung" dann an die Presse weitergibt. Man wollte sich schließlich nicht blamieren!

Jedoch vermeldet der Vorstandsvorsitzende Herr Neumann, dass es mit Opel weiter aufwärts geht. Ich bin dann auf die positiven Zahlen für das KJ 2013/14 gespannt. Das würde ich Opel von Herzen wünschen, denn ich bin noch immer mit Leib
und Seele Opelaner.

Traurig finde ich aber, dass man 37.000 Opel
Betriebsrentnern über 20 Jahre lang ihre vom Vorstand genehmigte jährliche Rentenanpassung vorenthalten hatte,
denn nur ein kleiner elitärer Kreis kam in den Genuss dieser Anpassung. Erst eine Betriebsrentner-Demo mit 600 Bochumer
Rentnern war dann mit ausschlaggebend, dass Opel innere
Einkehr hielt und die Rentenanpassung durchführte.

Traurig stimmt es einen, dass man weiterhin Opel Rentnern,
um die 80 Jahre alt, mit fadenscheinigen Argumenten, diese
Betriebsrentenanpassung verwehrt. Opel sollte nicht nur
durch gute Werbung sondern vor allen Dingen durch soziale Gerechtigkeit sein Image aufpolieren. Denn das ist wirklich
nötig.

JeffHealey

15.01.2014, 14:50 Uhr

Bei allem Verständnis für die Situation der Opel-Rentner: Auch Opel steckt seit Jahren in einer schwierigen Situation, wo soll das Geld zur Rentenanpassung herkommen? GM musste seit 2009 zehntausende Arbeitsplätze in den USA abbauen, glauben Sie allen Ernstes, Opel kann GM Geld für seine Rentner aus den Rippen leiern? Bleiben wir doch mal realistisch, Opel macht das doch nicht aus Boshaftigkeit.
Zu einem anderen Thema. 0,2 Prozent Marktanteilsteigerung in einem stark nachlassenden europäischen Markt sind definitiv ein großer Erfolg. In 11 Ländern konnte Opel Zuwächse verzeichnen, den europäischen Marktanteil nicht nur festigen sondern leicht ausbauen. Wenn das kein Erfolg ist, was ist es dann? Und ich sehe auch kein Nachlassen dieser Tendenz, im Gegenteil, die interessanten Modellvarianten und topmoderne Motorisierungen halten jetzt erst Einzug in die Opel-Modellpalette. Einige der neuen Triebwerke setzen Klassenbestwerte, der überarbeitete Meriva B setzt mit dem neuen 1,6 CDTI/110PS ein Ausrufezeichen als weltweit erster Semi-Monocab unter 100g CO2/km, der Insignia stellt vermutlich weltweit das sparsamste Mittelklassefahrzeug dar (in der Variante mit dem 2,0 CDTI/140PS). Auch wenn man das in Bochum verständlicherweise nicht so gerne hört, Herr Klopp hatte es in der Werbung schon richtig gesagt: Mit Opel geht es nur noch aufwärts. Alle Ampeln stehen auf Grün, Opel hat im Heimlichen schon vor Jahren, in Zeiten der massiven GM/Opel-Existenzkrise die Weichen dafür gestellt.

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