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23.06.2017

13:20 Uhr

Kampf gegen Brustkrebs

Novartis-Arznei steht vor Zulassung in Europa

Ein potenzielles Milliardenmedikament steht in Europa vor der Zulassung. Konkret geht es um eine Brustkrebsarznei des Schweizer Pharmakonzerns Novartis. Für die endgültige Freigabe muss die EU-Kommission noch zustimmen.

Der Schweizer Pharmariese könnte bald die Zulassung für ein neues Mittel zur Behandlung von Brustkrebspatienten erhalten. Reuters

Novartis-Zentrale in Basel

Der Schweizer Pharmariese könnte bald die Zulassung für ein neues Mittel zur Behandlung von Brustkrebspatienten erhalten.

ZürichDer Schweizer Pharmakonzern Novartis ist der Zulassung eines potenziellen Milliardenmedikaments in Europa einen entscheidenden Schritt nähergekommen. Ein Expertenausschuss der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) empfahl am Freitag, das Präparat Kisqali als Primärtherapie für eine schwer zu behandelnden Form von Brustkrebs freizugeben. Das letzte Wort hat die Europäische Kommission, die den Empfehlungen des Ausschusses üblicherweise folgt.

Die Zulassung gilt für die Behandlung von sogenanntem HR-positivem und HER2-negativem Brustkrebs im fortgeschrittenen oder metastasierenden Stadium. Kisqali wird dabei in Kombination mit sogenannten Aromatasehemmern verabreicht, die bei der Behandlung von hormonempfindlichen Brustkrebstypen eine wichtige Rolle spielen. Im weltgrößten Gesundheitsmarkt USA wurde die Arznei bereits im März zugelassen. Reuters-Daten zufolge trauen Analysten Kisqali im Jahr 2022 einen Umsatz von 1,5 Milliarden Dollar zu. Mit dem Konkurrenzprodukt Ibrance, das seit 2015 auf dem Markt ist, erzielte der US-Pharmakonzern Pfizer im vergangenen Jahr 2,1 Milliarden Dollar Verkaufserlöse.

Kisqali gehört zu den Medikamenten, die den Umsatz ankurbeln und Novartis ab 2018 zurück auf den Wachstumskurs führen sollen. In den vergangenen Jahren drückten die Konkurrenz durch Nachahmerprodukte für umsatzstarke Medikamente wie den Blutdrucksenker Diovan oder das Blutkrebsmittel Glivec die Erträge des weltgrößten Herstellers von verschreibungspflichtigen Medikamenten. Zudem schmälerten Kosten für die Sanierung des Augenheilgeschäfts Alcon und zur Ankurbelung des Umsatzes des mit Startschwierigkeiten kämpfenden Herzmedikaments Entresto die Gewinne.

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An der Börse schlug die Neuigkeit zu Kisqali keine großen Wellen. Die Novartis-Aktien gaben knapp ein Prozent nach und verloren damit etwas stärker an Wert als die europäischen Gesundheitstitel. Börsenhändler machten dafür allerdings in erster Linie Gewinnmitnahmen nach dem Kurssprung vom Vortag verantwortlich, als vielversprechende klinische Studienresultate das Medikament Ilaris wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt hatten. Bereits in den Tagen davor hatten Testergebnisse zur Augenarznei RTH258 und die Zulassung einer biotechnologisch erzeugten Nachahmer-Version des Roche-Krebsmedikaments Mabthera für Kursschub gesorgt. 

Von

rtr

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