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26.01.2007

15:36 Uhr

Kampf um Acciona

Acciona würde Eon den Vortritt lassen

Die spanischen Gerichte haben den Weg für den Bieterkampf um Endesa freigemacht, das Gegenangebot von Gas Natural schwankt und nun scheint auch noch Acciona bereit seine Anteile an Eon zu verkaufen. Allerdings nicht ohne vorher noch eine deftige Forderung zu stellen.

HB DÜSSELDORF. Im Rennen um den von Eon umworbenen spanischen Versorger Endesa steigen die Chancen des Düsseldorfer Konzerns. Der Endesa-Großaktionär Acciona signalisierte, seine Anteile verkaufen zu wollen, wenn Eon die Kontrolle über Endesa erlange. „Sollte es Eon schaffen zu gewinnen, sind wir bei Endesa draußen“, sagte Acciona-Direktoriumschef Jose Manuel Entrecanales der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos.

Das Bieterrennen um den spanischen Versorger geht in der kommenden Woche in die entscheidende Phase. Dann müssen Interessenten ihre Gebote bei der spanischen Börsenaufsicht (CNMV) einreichen. Zuvor hatte es einen langen juristischen Streit um die Freigabe der Angebote für Endesa gegeben.

Analysten hatten erklärt, sie rechneten bei der Eon-Offerte allenfalls noch mit einem geringen Aufschlag. Acciona hatte noch am Donnerstag den Wert der Endesa-Anteile auf bis zu knapp 54 Euro je Aktie beziffert - deutlich mehr als Eon bietet. Analysten hatten indes bezweifelt, dass diese Berechnungen tatsächlich den Wert Endesas wiedergeben. „Wir sehen den fairen, fundamental bewerteten Wert bei 32 Euro“, sagte etwa Stefan Wolf vom Bankhaus Sal. Oppenheim.

Neben Eon buhlt auch die spanische Gas Natural um die Gunst der Endesa-Aktionäre. Acciona hatte erklärt, keine Mehrheit anzustreben. Direktoriumschef Entrecanales sagte nun, die 21-prozentige Beteiligung an Endesa werde verkauft, wenn Eon die Kontrolle gewinne - unabhängig davon, welchen Preis der Düsseldorfer Energieriese biete. Denn der spanische Mischkonzern, der für eine Unabhängigkeit von Endesa geworben hatte, wolle nicht als reiner Finanzinvestor an dem Versorger beteiligt bleiben.

Eon-Chef Wulf Bernotat warb erneut um die Endesa-Aktionäre. Eon sei weiter zuversichtlich, die rund 36,5 Mrd. Euro schwere Transaktion erfolgreich abschließen zu können. „Die Kombination von Eon und Endesa wird die Marktpositionen beider Unternehmen verbessern“, hob er hervor. Eine Erhöhung der Offerte stellte Bernotat bislang nicht in Aussicht. „Wir meinen, dass wir allen Endesa-Aktionären sehr attraktive Konditionen bieten“, erklärte er lediglich. Bernotat betonte zugleich, Endesa sei „ein hervorragendes Investment“, doch werde Eon seinen „strengen finanziellen Kriterien“ verpflichtet bleiben und sich durch Marktspekulationen nicht beeinflussen lassen.

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