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06.09.2016

11:55 Uhr

Kampf um Monsanto

Bayer punktet im Übernahmepoker

VonBert Fröndhoff

Bayer hat erneut das Angebot für Monsanto erhöht. Schaffen die Leverkusener damit nun den Durchbruch? Und lohnt es sich nun für Anleger, noch schnell bei Monsanto einzusteigen? Die wichtigsten Fragen.

Bayer hat die Offerte für den Saatgutkonzern erneut erhöht. AP

Versuchsfelder von Monsanto

Bayer hat die Offerte für den Saatgutkonzern erneut erhöht.

DüsseldorfNun sind es schon mehr als 65 Milliarden Dollar, die Bayer für den amerikanischen Saatguthersteller Monsanto ausgeben will: In der Nacht zu Dienstag gab der Leverkusener Konzern bekannt, dass er seine Offerte von 125 auf 127,50 Dollar pro Aktie erhöht hat. Diese Offerte liegt schon seit mehreren Tagen auf dem Verhandlungstisch. Die heiße Phase des seit Monaten schwelenden Übernahmekampfes hat begonnen.

Warum erhöht Bayer die Offerte jetzt ein weiteres Mal?

Die Verhandlungen mit dem Monsanto-Management haben sich als zäh erwiesen. Beide Konzerne sprechen seit Mai über die Offerte von Bayer. Sie lag zu Beginn bei 122 Dollar pro Aktie oder 62 Milliarden Dollar. Das war der Führung von Monsanto zu wenig – mehr noch: Vorstandschef Hugh Grant widerstrebt es, den Konzern an die Deutschen zu verkaufen. Aber er weiß, dass alles seinen Preis hat. Nach ersten Gesprächen erhöhte Bayer im Juli die Offerte auf 125 Dollar pro Aktie oder rund 64,5 Milliarden Dollar. In der zweiten Augusthälfte nahmen die Verhandlungen Fahrt auf. Bayer bekam Zugang zu ausgewählten Daten von Monsanto. Nun erhöht der Leverkusener Konzern mit der neuen Offerte den Druck aufs Management, der Übernahme zuzustimmen.

Monsanto-Übernahme

65 Milliarden Euro - Bayer legt für Monsanto-Übernahme nach

Monsanto-Übernahme: 65 Milliarden Euro - Bayer legt für Monsanto-Übernahme nach

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Wie teuer würde denn jetzt die Übernahme?

Die neue Offerte beträgt 127,50 Euro, damit erhöht sich das Volumen der Übernahme um weitere 1,1 Milliarden Dollar auf rund 65,6 Milliarden Dollar oder umgerechnet 58,6 Milliarden Euro. Dies dürfte innerhalb der Bandbreite liegen, die Bayer von vorneherein eingeplant hat. Darauf weist die Kreditlinie hin, die Bayer sich im Mai gesichert hat. Sie kann bis auf mehr als 70 Milliarden Euro ausgereizt werden. Das neue Angebot ist also locker zu stemmen für den Konzern.

Warum ist Bayer bereit, so viel Geld für Monsanto auszugeben?

Die Leverkusener haben den Anspruch, in allen ihren Geschäften an der Weltspitze mitzuspielen. Dies ist in der Pflanzenschutzsparte in Gefahr, denn die Branche ist von einer Fusionswelle erfasst, bei der Bayer in aktueller Verfassung zurückfallen würde. Mit Monsanto wäre Bayer unangefochtener Marktführer bei Pflanzenschutz und Saatgut und wohl auf Jahre weit vor der Konkurrenz. Bayer und auch Monsanto sind grundsätzlich von der Kombination überzeugt, weil sie zusammen einen so genannten „One-Stop-Shopping“-Konzern für Landwirte bilden könnten: Bei Bayer soll es dann alles aus einer Hand geben.

Der Saatgutkonzern Monsanto

Hersteller

Der US-amerikanische Konzern Monsanto ist einer der weltgrößten Hersteller von – oft auch gentechnisch verändertem – Saatgut sowie Unkrautbekämpfungsmitteln.

Umsatz

Das Unternehmen mit Hauptsitz in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri gehört zu den 500 größten börsennotierten in den USA und setzte zuletzt rund 15 Milliarden US-Dollar (gut 13 Mrd. Euro) um. Dabei erzielte Monsanto einen Überschuss von 2,3 Milliarden Dollar.

Mitarbeiter

Weltweit beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben knapp 21.200 Menschen, fast die Hälfte davon in den USA. Der Saatgutkonzern ist in 66 Ländern vertreten – auch in Deutschland.

Kritik

Monsanto bezeichnet eine nachhaltige Landwirtschaft als „Kernanliegen“, wird jedoch weltweit von Umweltschutzorganisationen unter anderem für die Herstellung von gentechnisch veränderten Saatgut heftig kritisiert.

Quelle: dpa

Die erneute Angebotserhöhung dürfte die Bayer-Aktionäre verschrecken, oder?

Als Bayer im Mai die Offerte vorlegte gab der Aktienkurs in Folge um mehr als zehn Prozent nach. Viele Investoren verabschiedeten sich, weil sie Bayer als Pharmakonzern sehen und nicht in einen Saatguthersteller investieren wollen. Doch vom Tiefpunkt um 85 Euro erholte sich die Aktie wieder und kratzte zuletzt sogar an der 100-Euro-Marke. Am Dienstag stieg die Bayer-Aktie um 1,8 Prozent auf knapp 96 Euro. Das zeigt, dass an der Börse die erneute Angebotserhöhung bereits eingepreist war. Bayer-Chef Werner Baumann hatte stets unterstrichen, dass der die feste Absicht zu der Übernahme hat. Dass der Konzern nochmal nachlegen muss, war allen klar.

Kommentare (12)

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Herr Thomas Behrends

06.09.2016, 12:12 Uhr

Es ist ein Skandal, dass die Bayer AG ein Unternehmen namens Monsanto übernehmen will, welches einen weltweit schlechten Ruf hat.

Die gesamte amerikanistisch-kapitalistische Brutalomentalität, die Monsanto gegenüber anderen Saatgut-Verkäufern ausweist geht bis hin zur Bespitzelung und juristischen Verfolgung und letztlich Zerstörung dieser Unternehmen.

Wie groß müssen die deutschen Großmachtsträume dieser Bayer Vorstände sein, ein Unternehmen aufzukaufen und selber gar nicht einmal das Geld dafür zu besitzen ?

Ich halte die Entscheidung überhaupt für Monsanto zu bieten für schlichtweg falsch !

Herr Fritz Yoski

06.09.2016, 12:20 Uhr

Ich freu mich schon wenn Monsanto bzw. der neue Besitzer dieser Skandal Firma Bayer mit Milliarden Klagen aus den USA ueberzogen werden. Dummheit MUSS bestraft werden.

Ich bins

06.09.2016, 12:38 Uhr

ICh bin froh das Pappnasen eh keine Managementposition innehaben.

Düngemittel ist viel sicherer, Pharma ist sehr riskant und dazu noch der Preisdruck durch staatliche Preisgrebze, Versicher etc.


Baumann weiß was er tut und das ist auch gut so.

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