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22.02.2017

18:27 Uhr

Kampf um Opel

Paris pocht auf Beschäftigungszusagen

VonThomas Hanke

Das Wort von Michel Sapin hat bei PSA Gewicht. Der französische Wirtschafts- und Finanzminister glaubt, dass die mögliche Übernahme von Opel Vorteile für alle Beteiligten bringen kann. Aber nur unter einer Bedingung.

Open-Übernahme

Die Jobs bei Opel sind vorerst gerettet – aber für wie lange?

Open-Übernahme: Die Jobs bei Opel sind vorerst gerettet – aber für wie lange?

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ParisDie Schaffung einer neuen Automobilgruppe aus Peugeot Citroen und Opel Vauxhall kann nach Ansicht des französischen Wirtschafts- und Finanzministers Michel Sapin Vorteile für alle Beteiligten bringen. Das gelte allerdings nur unter einer Voraussetzung, nämlich der, dass die Arbeitsplätze erhalten werden.

Sapin äußerte sich nach dem Treffen mit seinem deutschen Kollegen Wolfgang Schäuble und seinem polnischen Kollegen Mateusz Morawiecki. Der sagte seinerseits, dass die polnische Regierung bereits Kontakte mit Opel-Chef Neumann sowie mit der deutschen Wirtschaftsministerin und mit dem französischen Wirtschaftsminister gehabt habe: „Wir wir sind sehr optimistisch, dass eine neue Gruppe entstehen wird.“ Mit Blick auf das polnische Opel Werk mache er sich keine Sorgen, da es „eines der produktivsten im internationalen Vergleich ist.“ Morawiecki wies darauf hin, dass er in der Runde der drei Finanzminister den möglichen Verkauf von Opel und Vauxhall an PSA angesprochen habe. Schäuble wollte sich zu den laufenden Gesprächen nicht äußern.

Die Opel-Produktionsstandorte in Europa

Rüsselsheim

Am Opel-Hauptstandort arbeiten 15.040 Beschäftigte, davon gut die Hälfte im Entwicklungszentrum. Die Produktion hat rund 4000 Arbeitnehmer. Sie bauen den Mittelklassewagen Insignia in mehreren Varianten, den Zafira sowie Getriebe und Komponenten.

Kaiserslautern

Der Standort in Rheinland-Pfalz hat 2140 Beschäftigte. Sie produzieren Motoren und Fahrwerkskomponenten.

Eisenach

In Thüringen laufen die Kleinwagen Corsa und Adam vom Band. Im Werk Eisenach arbeiten 1850 Menschen.

Polen

Im polnischen Gliwice sind knapp 3270 Mitarbeiter beschäftigt. Sie bauen den Kompaktwagen Astra und das Cabrio Cascada und den Sportwagen Opel GTC. In Tychy stellen 410 Beschäftigte Motoren her.

Spanien

In Figueruelas bei Saragossa laufen Corsa, der SUV Mokka und bald auch der Stadt-SUV Crossland X vom Band. Der Standort hat 5080 Arbeitsplätze.

Großbritannien

Im Werk Ellesmere Port arbeiten 1830 Beschäftigte. Hier werden ebenfalls Astra-Modelle produziert.

Der Standort Luton nördlich von London hat 1530 Arbeitnehmer und baut den Kleintransporter Vivaro.

Österreich

Im Werk Aspern nahe Wien arbeiten 1390 Menschen. Dort werden Motoren und Getriebe hergestellt.

Ungarn

Motoren und Komponenten produziert auch die Fabrik in Szentgotthard mit 1210 Arbeitnehmern.

Italien

In Turin gibt es noch ein Zentrum zur Entwicklung von Dieselmotoren mit 700 Mitarbeitern.

Sapin wies darauf hin, dass er am Donnerstag mit seiner deutschen Kollegin Brigitte Zypries sprechen wird, vorher wolle er sich nicht detailliert zu der möglichen Verbindungen von PSA und Opel äußern. Auch er sagte aber, die Operation können Vorteile für alle bringen, dennoch sei er „sehr wachsam.“ Er habe bedauert, dass PSA „nicht früher mit mir geredet hat.“ Das Unternehmen müsse nun „vor allem die Gewerkschaften und die Mitarbeiter am Aufbau des neuen Ensembles“ beteiligen. Es gehe darum, den Mitarbeitern Transparenz und Offenheit zu zeigen, und dies nicht nur zu sagen.

Sapin äußerte sich so, als habe er keinerlei Zweifel mehr daran, dass die Verbindung von PSA und Opel zustande kommt. Sein Wort hat Gewicht, da der französische Staat mit rund 14 Prozent bei PSA mit den Marken Peugeot und Citroën beteiligt ist.

PSA hatte in der vergangenen Woche überraschend angekündigt, Opel von General Motors übernehmen zu wollen.

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