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24.08.2015

20:15 Uhr

Kampf um Sygenta

Monsanto erhöht Übernahme-Angebot

Der US-Saatgut- und Genpflanzen-Hersteller Monsanto will den Konkurrenten Syngenta unbedingt übernehmen – und soll noch einmal sein Angebot verbessert haben. Beide Seiten schweigen.

Da kann die Gerste noch so gut wachsen. Der starke Dollar belastet den Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta. Reuters

Syngenta

Da kann die Gerste noch so gut wachsen. Der starke Dollar belastet den Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta.

FrankfurtMit einem nachgebesserten Übernahmeangebot will der Agrochemiekonzern Monsanto den Widerstand des Rivalen Syngenta brechen. Der US-Saatgutriese erhöhe das Angebot für den weltgrößten Pflanzenschutz-Konzern auf 470 Franken je Aktie von bisher 449 Franken, sagte eine mit der Sache vertraute Person am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Ob die Amerikaner die Syngenta-Spitze um Präsident Michel Demare mit der 47-Milliarden-Dollar-Offerte ins Boot holen können, war zunächst unklar. Syngenta wollte sich wie Monsanto nicht äußern.

Monsanto hat Syngenta in den vergangenen Jahren wiederholt umworben und immer zeigten die Schweizer dem Konzern aus St. Louis die kalte Schulter. Die jüngste Offerte vom Mai diesen Jahres bezeichnete Syngenta als zu tief, zudem seien die mit einem Zusammenschluss verbundenen wettbewerbsrechtlichen Hürden kaum zu überwinden. Doch Monsanto-Chef Hugh Grant ließ nicht locker. Er bot wiederholt Gespräche an und versuchte über Großanleger Druck auf die Syngenta-Spitze zu machen.

Tatsächlich war unter den Investoren von Syngenta zuletzt Kritik ab dem strikten „Nein“ des Managements zu der Offerte laut geworden. Zudem hat sich Insidern zufolge der US-Milliardär und Hedgefonds-Manager John Paulson bei dem Konzern eingekauft und könnte die Schweizer dazu drängen, die Monsanto-Offerte zu akzeptieren. Demare und seine Kollegen brachte dies alles nicht zum Einlenken. Weil sich Grant gleichzeitig weigerte, ohne Einsicht in die Syngenta-Bücher das Angebot zu erhöhen, drohte eine Pattsituation.

Syngenta und Monsanto: Nächste harte Runde im Fusionskampf

Syngenta und Monsanto

Nächste harte Runde im Fusionskampf

Syngenta kämpft mit widrigen Wechselkursen. Vor allem aber wehrt sich der Schweizer Chemiekonzern mit Händen und Füßen gegen die Übernahme durch Monsanto. Syngenta-Chef Mike Mack sendet eine Kampfansage an den Rivalen.

Mit der Angebotserhöhung dürfte nun Bewegung in die Positionen kommen. Denn Monsanto bietet dem Insider zufolge nun nicht nur einen höheren Kaufpreis, sondern auch einen größeren Bar-Anteil statt eigene Aktien. Zudem wolle Monsanto den Schweizern statt zwei Milliarden drei Milliarden Dollar bezahlen, falls der Deal am Widerstand der Regulatoren oder einem anderen Grund scheitert. An der Schweizer Börse notierten Syngenta-Titel am Montag bei 358 Franken.

Ein Insider geht davon aus, dass sich Syngenta nun mit Monsanto an den Verhandlungstisch setzen muss. Großaktionäre haben Syngenta klar gemacht, dass sie Monsanto ohne Rücksprache mit ihnen nicht mehr einfach abweisen können. Ein feindliches Übernahmeangebot ist nach Ansicht von Syngenta und vieler unabhängiger Experten unrealistisch.

Die Konkurrenten dürften einen möglichen Schulterschluss zwischen den Konzernen mit Argusaugen beobachten. Frühere Angaben eines Investmentbankers zufolge hat etwa BASF ein Interesse daran, dass Monsanto bei Syngenta nicht zum Zug komme, weil die Amerikaner damit zur absoluten Nummer eins bei Saatgut und Pflanzenschutzmitteln würden. Entsprechend bereite der Ludwigshafener Konzern ein mögliches Gegengebot vor, berichtete Reuters Anfang August mit Bezug auf Insider.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Rainer Winters

25.08.2015, 13:14 Uhr

Für Monsanto geht es um nichts weniger als den Einzug von genmanipulierten Pflanzen nach Europa. Dabei werden sie tendenziell jeden Preis für den Konkurrenten Syngenta bezahlen. Und beide haben ein Interesse an Glyphosat, also dem verbreitetsten Herbizid, das für 50% des Umsatzes von Monsanto verantwortlich ist. Nun will Monsanto die Glyphosat-Neuzulassung der EU ab 2016 erreichen.

Für die EU bewerten die beiden deutschen Bundesämter BVL und BfR. Das BVL sitzt in Braunschweig. Dort trifft man sich und kennt man sich. Der Sitz von Syngenta Agro ist in Peine bei Braunschweig. Man kennt sich also in der Szene. Syngenta finanzierte der TU Braunschweig 2012 und 2014 mit €1.500 die Ausrichtung der „Unkrauttage“. Monsanto war im Jahre 2014 mit €1500 ebenfalls dabei (Quelle: Hochschulwatch).

Nun sagt die WHO, dass das allgegenwärtige Pestizid Glyphosat wahrscheinlich krebserregend ist. Und eine MIT-Forschergruppe um Dr. Stephanie Seneff hat nun bewiesen, dass das Ackergift DER Hauptgrund für die epidemieartige Ausbreitung der Gluten-Unverträglichkeit in Europa und in den USA ist (schon 5% aller Menschen).

Die EU wird von den USA unter Druck gesetzt, man müsse Glyphosat genehmigen, sonst sei das Handelsabkommen TTIP gefährdet. Sehr empfehlenswert zu dem großen Themenkomplex ist der aktuelle Report von analogo.de, die nach einmonatiger Recherche alle möglichen Verstrickungen von Politikern, Lobbyisten, Industrie und NGOs aufgelistet und zudem die Folgen für Menschen, Ökologie und Umwelt zusammengefasst haben, siehe http://analogo.de/2015/08/21/der-glyphosat-report-von-ana-logo-1-teil/

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