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04.08.2015

20:02 Uhr

Kampf um Syngenta

Monsanto drohen bei Übernahme hohe Hürden

Monsanto will Syngenta übernehmen, doch der US-Saatgut- und Genpflanzen-Hersteller bekommt reichlich Gegenwind: Die Schweizer wehren sich, ein Rivale will mitmischen und Landwirte laufen Sturm.

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Kansas City/Sao PauloDer US-Saatgut- und Genpflanzen-Hersteller Monsanto sieht sich bei der angestrebten Übernahme des Schweizer Rivalen Syngenta mit großem Widerstand durch amerikanische Bauern- und Verbraucherverbände konfrontiert. Verschiedene Gegner der Fusion haben einen losen Zusammenschluss gebildet und wollen ihre Einwände gemeinsam dem US-Justizministerium präsentieren, das über eine Genehmigung der Fusion entscheiden müsste. Auch Brasiliens Landwirte - dem zweitgrößten Markt für Monsanto und Syngenta - haben Widerstand angekündigt.

„Wir werden energisch gegen eine Fusion kämpfen“, sagte Roger Johnson, Präsident des US-Bauernverbands National Farmers Union. „Ein Zusammenschluss würde den Wettbewerb in einem ohnehin schon hochkonzentrierten Markt weiter verringern.“ Der fusionierte Konzern wäre ein dominierender Akteur bei Saatgut und Pflanzenschutzmitteln, kritisierte Diana Moss von der Nichtregierungsorganisation American Antitrust Institute. „Die Bauern müssen schon heute tief in die Tasche greifen.“

Die brasilianische Kartellbehörde Cade werde von dem fusionierten Unternehmen sicherlich die Trennung von Geschäftsteilen oder andere Zugeständnisse fordern, sagte der auf Wettbewerbsrecht spezialisierte Antonio Garbelini Junior von der Anwaltskanzlei Siqueira Castro in Sao Paulo. Auch von den Kunden droht Widerstand.

Monsanto will Syngenta für 45 Milliarden Dollar übernehmen. Die Schweizer wehren sich nach Kräften gegen einen Verkauf und haben das Angebot der Amerikaner als völlig unzureichend zurückgewiesen. Experten schließen nicht aus, dass um Syngenta ein Bieterkampf entbrennen könnte. Insidern zufolge bereitet der deutsche Chemiekonzern BASF ein mögliches Gegengebot für Syngenta vor.

Brasilien ist der zweitgrößte Markt für Monsanto und Syngenta. Das Land dürfte in den nächsten Jahren die USA als größter Soja-Produzent ablösen. Wegen des tropischen Klimas ist Brasilien zudem einer der größten Abnehmer von Insektenvernichtungsmitteln. Syngenta ist der weltgrößte Hersteller von klassischen Pestiziden gegen Insektenbefall, Unkräuter und Pilze. Monsanto ist führend bei Saatgut und vor allem für seine gentechnisch veränderten Maissorten bekannt.

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Doch die Beziehungen zwischen Monsanto und den brasilianischen Bauern sind angespannt. Im Streit um Lizenzgebühren kam es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen mit dem US-Konzern. Eine Fusion von Monsanto und Syngenta „würde den Markt verzerren und der Branche rundherum schaden. Wir sind wirklich beunruhigt“, erklärte Ricardo Tomczyk vom Soja-Bauernverband Aprosoja.

Die brasilianische Kartellbehörde Cade hat in den vergangenen Jahren allerdings einige große Deals genehmigt, dabei aber Auflagen gemacht. So erlaubte die Behörde den Kauf der größten Eisenbahngesellschaft America Latina Logistica durch den Logistikkonzern Cosan Logistica, verfügte wegen Bedenken von Zucker- und Getreide-Produzenten aber, dass Dritten Zugang zu Cosans Schüttgut-Terminals im Hafen von Santos erhalten müssen. Die Firmen Perdigao und Sadia mussten einen großen Teile ihrer Produktionskapazitäten veräußern, bevor Cade ihrer Fusion zum Nahrungsmittelriesen BRF zustimmte.

Syngentas Management warnte wiederholt, dass Monsanto die Hürden für eine Zustimmung der Kartellbehörden unterschätze. Monsanto will Syngentas Saatgut-Geschäft verkaufen, um die Transaktion zu ermöglichen. Eine Monsanto-Sprecherin erklärte, der Konzern sei weiterhin zuversichtlich, im Falle einer Fusion allen nötigen Genehmigungen der Wettbewerbsbehörden zu erhalten. Cade-Präsident Vinicius de Carvalho lehnte eine Stellungnahme zu einem möglichen Monsanto-Syngenta-Deal ab.

Monsanto argumentiert, die Bauern würden von einem Zusammenschluss profitieren. Es werde mehr Innovationen geben, sagte eine Sprecherin des vor allem für seine gentechnisch veränderten Maissorten bekannte Konzerns. Wichtige Kundengruppen halten sich noch bedeckt. Der Verband der US-Maisbauern will erst die Details eines Zusammenschlusses abwarten und werde eine Analyse der Auswirkungen einer Fusion in Auftrag geben, sagte Verbandschef Chris Novak.

Von

rtr

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