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22.10.2014

15:05 Uhr

Kampfansage an Tesla

Entwickelt Mercedes ein eigenes Model S?

Vom Partner zum Gegner: Nach dem Verkauf der Tesla-Anteile soll Mercedes nach Medienberichten an einem neuen Elektromodell mit großer Reichweite arbeiten. Es könnte das Model S der Kalifornier herausfordern.

Luxus-Elektroautos

Daimler und Co. wollen Tesla Konkurrenz machen

Luxus-Elektroautos: Daimler und Co. wollen Tesla Konkurrenz machen

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DüsseldorfKurz nachdem Daimler den Verkauf sämtlicher Anteile am US-Elektrobauer Tesla verkündet hatte, fand Daimler-Chef Dieter Zetsche versöhnliche Worte. „Die Partnerschaft mit Tesla ist sehr erfolgreich und wird auch künftig fortgesetzt“, erklärte Zetsche in einer ersten Stellungnahme.

Tatsächlich haben die beiden Autobauer in den vergangenen Jahren eng zusammengearbeitet. Die elektrische B-Klasse von Mercedes fährt mit Antriebstechnik der Kalifornier. Daimler liefert nach wie vor viele Bauteile für das Model S.

Gerade deswegen erschließt sich die wirtschaftliche Logik hinter dem Ausstieg nicht auf den ersten Blick. Einige Marktbeobachter hatten sogar damit gerechnet, dass Daimler die Anteile an Tesla aufstocken würde. Der aktuell hohe Aktienkurs von Tesla mag Daimler den Ausstieg leichter gemacht haben, doch als alleiniger Grund taugt er kaum: Die 600 Millionen Euro aus dem Verkauf haben die Stuttgarter derzeit eigentlich nicht nötig, die Kassen sind ohnehin schon prall gefüllt.

Die Tesla-Chronik von 2003 bis 2013

2003, der Beginn

Zwei Teams um den US-Ingenieur Martin Eberhard und den Milliardär Elon Musk entwerfen die Vision eines Elektrofahrzeugs, das mit Akkus angetrieben wird. Auf der Basis des Prototyps T-Zero. Neben Musk stecken auch die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page und der eBay-Gründer Jeff Skoll Geld in das Projekt.

2006, Premiere des Roadster

Drei Jahre arbeitet Tesla am ersten Modell, im Juli 2006 stellt das Unternehmen den Roadster vor. Der zweisitzige Sportwagen auf der Basis des britischen Leichtgewicht-Roadster Lotus Elise verfügt über einen 215 kW (292 PS) starken Elektromotor, der seine Energie aus 6.831 Lithium-Ionen-Notebook-Akkus bezieht.  

2007, Eberhard geht

Im August 2007 tritt der damalige CEO Martin Eberhard zurück, im Dezember 2007 verlässt er das Unternehmen komplett. Am Ende landet der Streit der Gründer fast vor Gericht – bis eine außergerichtliche Einigung erzielt werden kann.

Mai 2009, Einstieg der Konzerne

Musks finanzielle Mittel alleine reichen zum Wachstum nicht mehr aus. Mit Daimler und Toyota steigen zwei große Autokonzerne bei Tesla ein. Trotzdem schreibt das Unternehmen weiterhin Millionenverluste.

September 2009, Premiere Model S

Lange war der Bau einer eigenen Limousine unter dem Codenamen „WhiteStar“ geplant. Auf der IAA in Frankfurt feiert das Model S, eine 5-sitzige Limousine die Premiere. Anfangs übernimmt Lotus die Fertigung. Ab 2011 wird das Modell in einer ehemaligen Toyota-Fabrik in Freemont gebaut. Pro Jahr werden zunächst 10.000 Modelle gefertigt.

Januar 2010, Geldspritze vom Staat

Tesla erhält vom US-Energieministerium einen Kredit über 450 Millionen Dollar. Das Geld investiert das Unternehmen in den Aufbau einer eigenen Fertigung.

Juni 2010, IPO

Musk wagt den Börsengang. Mit einem Ausgabepreis von 17 Dollar geht der Elektrohersteller in den Handel – und macht den Gründer wieder reich. Über Nacht erreicht erreichen die Anteile von Musk einen Wert von 650 Millionen Dollar, obwohl das Unternehmen bis zu diesem Zeitpunkt noch nie Gewinne gemacht hat.

2012, SUV-Pläne

Tesla veröffentlicht Pläne einen eigenen SUV an den Start zu bringen. Das Model X soll im Sommer 2015 erstmals ausgeliefert werden und die Modellpalette von Tesla erweitern.

2013, erstmals profitabel

Endlich schreibt Tesla schwarze Zahlen. Auch den Millionenkredit des Staats zahlt das Unternehmen neun Jahre früher als es nötig gewesen wäre. Mit der Ausgabe neuer Aktien und Anleihen nimmt das Unternehmen rund eine Milliarde Dollar ein. Der Aktienkurs des Unternehmens beläuft sich mittlerweile auf 147 Dollar. Damit ist das Unternehmen an der Börse mehr wert als Fiat.

Das „Manager Magazin“ liefert nun einen anderen Erklärungsansatz für den Ausstieg: Daimler soll ein eigenes elektrisches Modell mit einer Reichweite von 400 Kilometern entwickeln – und damit den bisherigen Partner und sein Model S herausfordern. Das Modell solle mit einer E-Klasse oder S-Klasse vergleichbar sein, so das Magazin. Die endgültige Entscheidung des Vorstands stehe allerdings noch aus.

Obwohl die Pläne intern massiv vorangetrieben würden, dürfte der Tesla-Gegner aus Schwaben trotzdem noch auf sich warten lassen. Die aktuelle Modellarchitektur tauge nicht für reinen E-Antrieb, die Batterie sei zu groß. Vor dem Jahr 2021 sei der Model-S-Jäger von Mercedes nicht zu erwarten.

Andere Premiumhersteller könnten da schneller sein: Angeblich sollen die VW-Töchter Audi und Porsche ebenfalls an einem Tesla-Jäger arbeiten. Allerdings soll das Modell aus Ingolstadt gegen Teslas neuen Elektro-SUV Model X antreten und bereits 2018 auf den Markt kommen, berichtet das „Manager Magazin“ weiter.

Von

bay

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