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31.03.2012

17:00 Uhr

Kanada

Begehrter Rohstoff im gefrorenen Boden

VonGerd Braune, Regine Palm

Das Erz, das aus der Kälte kommt: Kanadas Rohstoff rückt in den Blickpunkt großer Stahlerzeuger und Importländer - auch wegen der steigenden globalen Nachfrage von Ländern wie China.

Eislandschaft in Kanada. dapd

Eislandschaft in Kanada.

Ottawa/DüsseldorfEisenerz aus Kanadas Norden soll in wenigen Jahren die Hochöfen der großen Stahlerzeuger füttern. Milliarden Tonnen Erz lagern im arktischen Boden. Minen werden ausgebaut, neue Projekte sind im Explorations- oder Entwicklungsstadium. Noch engagieren sich vor allem kleinere Unternehmen, doch auch Chinesen und Inder bringen sich in Stellung.

„Es ist offensichtlich, dass die Bedeutung des Eisenerzgebietes ,Labrador Trough’ und der kanadischen Arktis in den letzten Jahren zugenommen hat“, sagt Magnus Ericsson, Präsident der schwedischen Raw Materials Group. „Die hohen Preise geben den Anreiz, sich auch in abgelegene Regionen vorzuwagen“, erklärt Daniel Briesemann, Rohstoffanalyst der Commerzbank, den Boom.

Die Hoffnungen der Branche ruhen vor allem auf dem Wirtschaftswachstum Chinas. Für die riesigen Infrastrukturprojekte braucht das Land Stahl und damit Eisenerz. China importierte 2011 rund 679 Millionen Tonnen Eisenerz, 2020 werden es 1,3 Milliarden Tonnen sein, prognostiziert die Raw Materials Group. „Die Wirtschaft in China wird sich zwar abkühlen, aber es wird nicht zu einer harten Landung kommen“, sagt Briesemann. Das Land habe einige große Infrastrukturprojekte auf seiner Liste. Dazu gehöre der Bau von 36 Millionen Eigenheimen, Sozialwohnungen und erschwinglichen Häusern. „Solche Projekte werden dazu führen, dass China große Mengen an Stahl produzieren wird, dafür werden Eisenerzimporte erforderlich sein“, sagt der Commerzbank-Experte.

Zudem wolle China die Steuern auf geförderte Rohstoffe erhöhen. Das betreffe besonders Eisenerz. „Die eigenen Reserven des Landes sollen geschont werden“, erklärt Briesemann. Bei einer gleichbleibenden Stahlproduktion müsste also mehr importiert werden. Das verspreche stabile bis steigende Eisenerzpreise.

Die Erschließung der Vorkommen in der Arktis ist daher nur logisch. Die Reihe der geplanten und schon gestarteten Förderungen und der aktiven Unternehmen wird immer länger: „Mary River“ von Baffinland Iron Mines im Territorium Nunavut, „Lac Otelnuk“ von Adriana Resources in Nord-Quebec, die Eisenerzmine der Iron Ore Company of Canada in Labrador, die Zukunftspläne von New Millennium Iron oder Oceanic Iron Ore – überall im hohen Norden Kanadas ist die Eisenerz-Nachfrage zu spüren. „Noch vor wenigen Jahren waren kanadische Projekte marginale Vorhaben hinter denen in Australien, Brasilien und Westafrika. Das hat sich geändert“, sagt Ericsson.

Kommentare (1)

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vandale

31.03.2012, 21:08 Uhr

Es gibt offensichtlich eine funktionierende Marktwirtschaft. Nachdem Vale (Brasilien) und die Konzerne in Australien die Preise für Eisenerz um ein Vielfaches angehoben haben, sucht man in anderen Regionen Eisenerzvorkommen zu erschliessen. Möglicherweise gibt es dann in 10 Jahren einen Ueberschuss und der Schweinebauchzyklus beginnt von vorne.

Vandale

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