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07.12.2011

20:18 Uhr

Kapitalerhöhung

Kommunen verlieren weiter Einfluss auf RWE

VonJürgen Flauger

Eine Kapitalerhöhung raubt den Kommunen ihr Veto beim Energieversorger RWE. Außerdem wächst der Druck, Plätze im Aufsichtsrat abzugeben. Doch die Haupteigentümer stellen sich quer.

Die Zentrale des Energiekonzerns RWE in Essen: Wollen die Kommunen ihre Sperrminorität halten, müssen sie 340 Mio. Euro zahlen. dpa

Die Zentrale des Energiekonzerns RWE in Essen: Wollen die Kommunen ihre Sperrminorität halten, müssen sie 340 Mio. Euro zahlen.

DüsseldorfIn gewisser Weise ist RWE ein gespaltener Konzern: Einerseits ist das Dax-Unternehmen international tätig – vom CO2-Handel über die Stromproduktion bis zur Gasförderung. Andererseits aber wird RWE seit über einem Jahrhundert von Städten, Gemeinden und Landkreisen an Rhein und Ruhr dominiert, deren Namen in New York oder London kaum jemand gehört hat.

Gelsenkirchen, Mülheim und Essen etwa. Die drei Städte stiegen schon 1905 als Aktionäre bei RWE ein. Dortmund, Bochum, aber auch kleine Gemeinden wie Viersen folgten später. Lange Zeit kontrollierten die kommunalen Aktionäre sogar die Mehrheit – und bis zuletzt hielten sie noch eine Sperrminorität von knapp über 25 Prozent.

Doch der Niedergang des kommunalen Einflusses hat sich fortgesetzt. Denn durch die Kapitalerhöhung wird ihr Anteil verwässert. „Die 25 Prozent zu halten wird schwierig“, sagte Ernst Gerlach, Geschäftsführer des Verbands der kommunalen RWE-Aktionäre (VkA), gestern dem Handelsblatt, „vielen Kommunen fehlt das Geld, um sich an der Kapitalerhöhung zu beteiligen.“

Der Anteil dürfte deshalb auf unter 23 Prozent sinken. RWE hat gestern neben fünf Prozent alten Aktien, die der Konzern bislang selbst hielt, auch zehn Prozent neue Aktien verkauft. Durch diese werden die Anteile der bisherigen Aktionäre geringer, wenn sie nicht selbst bei der Kapitalerhöhung zugreifen. Die kommunalen Aktionäre haben noch bis zum 21. Dezember Zeit, um zu entscheiden, ob sie ihre Bezugsrechte wahrnehmen.

Dass sie das im großen Umfang machen, ist aber fast ausgeschlossen. Bei dem gestern festgelegten Preis von 26 Euro müssten die kommunalen Aktionäre zusammen etwa 340 Millionen Euro bezahlen, um die Sperrminorität zu halten. Viele Kommunen sind aber so klamm, dass die Kommunalaufsicht des Landes Nordrhein-Westfalen strikte Haushaltsdisziplin erwartet – und einen Kauf weiterer RWE-Aktien nicht erlauben würde.

Kommentare (1)

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matze

07.12.2011, 21:08 Uhr

Mit der reihnischen braunkohle und vielen anderen nationalen und internationalen energieresourcen energieinfrastrukturen und energieprojekten wollen "die" jetzt mal eben deutschland seiner zukünftigen spielräume in der energiepolitik berauben. könnte es sein das "die" den umstand nutzen wollen das die politik gerade versucht das auf der intensivstation liegende finanzsystem zu reanimiert. soetwas soll auf dauer tragen! für eine kapitalerhöhung auf einer dollar oder auch euro basis die lebensnotwendigen energieresourcen mitteleuropas und viele weitere nationale und internationale resourcen und deren ausbeutung so mal eben zur aufsicht in die finanzwelt schieben. ich denke das wird nicht gehen! ich werde mit aufklärung und recht und gesetz dagegen vorgehen. es wird zeit für führungskräfte umzudenken und sich auf die neuen realitäten einzusellen. das system kommt nach der intensivstation in die reha bad bank und ist voll bewegungsunfähig scheintot .. frei nach faust II erleben wir gerade das ende von mep.... werk.
vielleicht sollten "die" auch gleich frankreichs atomenergieinfrastructur shoppen gehen. dagegen gehe ich mit aufklärung und recht und gesetz vor. schönen tag an "die". bis bald!

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