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02.01.2014

10:51 Uhr

Kapitalerhöhung

RWE-Aktie verliert stark

ExklusivRWE bereitet seinen Aktionären Sorgen: Der Energiekonzern will die Dividende senken und denkt offenbar über eine Kapitalerhöhung nach. Die Aktienkurse sacken ab, kommunale Anteilseigner in NRW kündigen Widerstand an.

RWE-Kraftwerk in Niederaußem: Die Kommunen in NRW bestimmen die Geschicke des Energiekonzerns mit und verfügen über eine Sperrminorität. dpa

RWE-Kraftwerk in Niederaußem: Die Kommunen in NRW bestimmen die Geschicke des Energiekonzerns mit und verfügen über eine Sperrminorität.

DüsseldorfDie Aussicht auf eine mögliche Kapitalerhöhung hat RWE am Donnerstag unter Druck gesetzt. Die Aktien des Versorgers fielen in der Spitze um bis zu drei Prozent auf 25,79 Euro, halbierten im Verlauf aber ihren Verlust. „Da sind einige Anleger wohl über den Bericht im Handelsblatt gestolpert“, sagte ein Händler. Die Zeitung hatte berichtet, der Vorstand wolle sich auf der Hauptversammlung das Recht auf eine Erhöhung des Grundkapitals um bis zu zehn Prozent einräumen lassen. „Das wäre nur ein Vorratsbeschluss“, sagte ein Händler. „So etwas macht jedes Unternehmen.“ Tatsächlich haben die meisten Dax-Konzerne solch einen Vorratsbeschluss. Das vereinfacht im Bedarfsfall das Vorgehen. Sollte eine Kapitalerhöhung akut werden, muss der Vorstand den Plan dann nicht erneut der Hauptversammlung vorlegen, sondern nur noch dem Aufsichtsrat. RWE hatte solch einen Vorratsbeschluss laut Satzung nur bis Mitte April 2013. Da die Versorgertitel aber schon 2013 in Ungnade gefallen waren, sei die Erneuerung des Vorratsbeschlusses für die Aktie zu diesem Zeitpunkt nicht hilfreich gewesen, so der Händler.

RWE-Chef Peter Terium hatte kommunale Aktionäre mit einer möglichen Kapitalerhöhung aufgeschreckt. Nach Informationen des Handelsblatts aus Kreisen des Aufsichtsrats will sich Terium auf der nächsten Hauptversammlung das Recht einräumen lassen, bei Bedarf und unter Zustimmung des Aufsichtsrats das Kapital um bis zu zehn Prozent zu erhöhen. Die kommunalen Aktionäre wollen das aber nicht ohne Bedingungen akzeptieren.

„Ich verstehe ja, dass ein Vorstand gerne einen kompletten Instrumentenkasten zur Verfügung hat. Uns geht das aber zu weit“, sagt Guntram Pehlke, Vorstandschef der Dortmunder Stadtwerke DSW21. „Deshalb würden die kommunalen Aktionäre einen solchen Antrag auf der Hauptversammlung sicherlich blockieren.“ Dortmund ist mit 22 Millionen Aktien und rund 3,5 Prozent der größte Einzelaktionär des Energiekonzerns.

Die RWE-Aktien haben 2013 nicht an der Dax-Hausse teilgenommen. Die Titel waren mit einem Jahresverlust von fast 15 Prozent der drittschwächste Dax-Wert. Aber auch Eon hatten Federn lassen müssen, die Aktien gaben auch am Donnerstag um 0,3 Prozent nach. Händler hatten dies mit der schlechten Branchenstimmung begründet.

Noch ist eine Kapitalerhöhung bei RWE nicht konkret geplant, gegenüber den kommunalen Aktionären hat das Management sie aber als „Ultima Ratio“ auch nicht ausgeschlossen.

Den vollständigen Handelsblatt-Artikel zum Thema finden Sie zum Download in unserem Kaufhaus der Weltwirtschaft unter www.kaufhaus.handelsblatt.com.

Von

juf

Kommentare (4)

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Antiillusionist

02.01.2014, 09:15 Uhr

Die kommunalten Anteilseigner von RWE sollten endlich einmal beginnen, selbstkritisch Bilanz zu ziehen. Es ist das politische Wahnsinnsprojekt der Energiewende gewesen, das die RWE, ein im Grunde kerngesundes Unternehmen und eine zuverlässige Cashcow für die kommunalen Aktionäre, RWE in die Krise gefürenührt hat. Die Kommunen spüren die Folgen unmittelbar in Form von Dividendenkürzungen und Kursverlusten.

Nun sind allerdings die politischen Führungen der betroffenen Kommunen selbst Funktionäre der Parteien, die die Energiewende politisch durchgesetzt haben. Insofern tragen sie selbst ein gehöriges Maß an Schuld für das Desaster bei den RWE-Aktien.

Sie haben andern eine Grube graben wollen und sind selbst hineingefallen.

Wenn sie also ehrlich und schonungslos ihre eigenen Fehler erkennen würden, müssten sie andere Konsequenzen ziehen als die, den Vorstand von RWE zu kritisieren: Sie müssten anfangen, das Übel an der Wurzel zu bekämpfen. Das heißt, sie müssten in ihren Parteien die Energiewende bekämpfen und ihre Rückabwicklung fordern.

Hans

02.01.2014, 09:57 Uhr

Die Kommunalen Anteilseigner haben ihre RWE Aktien in einen Pool mit 15% der RWE Aktien eingebracht, um Steuern zu sparen. Damit das Konstrukt weiter funktioniert, darf es keine Kapitalerhöhung geben oder Dortmund überträgt mehr Aktien dem Pool. Für ein Mitzeichnen der Kapitalerhöhung dürften die zumeist von Sozen Regierten Kommunen zu Pleite sein. Die NRW Sozen haben in den letzten Jahren richtig Energie Monopoly mit RWE und den Kauf der Steag betrieben. Da wurde blind in alles was mit Energie zu tun hat investiert. Jetzt ernten die die großen Verluste. In der Erneuerten Energieblase haben die auch viel Geld rein gesteckt.

HofmannM

02.01.2014, 09:59 Uhr

Die ganzen Energiewende-Befürworter und Klimaschutz Ideologen sägen mit dem EEG und der grünen Energieversorgungsideologie immer feste an dem Wohlstands-Einnahmeast aus dem diese sitzen!
Wer die weltbeste Energieversorgung (Kraftwerkmixpark Kohle,Gas und Kernkraft) vernichtet und durch eine Mangeltechnik (Windmühlen,Fotovoltaik,Gärgassystem)ersetzt, der verspielt Wohlstand und Einnahmen. Energiewende/EEG = Armut und Mangel für JEDEN in der Gesellschaft!!!

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