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05.01.2007

13:20 Uhr

Kapitalerhöhung wird durchgezogen

Merck bestätigt: Wollen Generika-Sparte verkaufen

Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck hat Informationen des Handelsblatts vom Donnerstag bestätigt: Das Unternehmen prüft den Verkauf seiner Sparte Nachahmerpräparate. In seiner Mitteilung gibt Merck auch erste Hinweise darauf, was mit den zu erwartenden Milliarden aus dem Verkauf geschehen könnte.

Ein Blick in die Darmstädter Produktion von Merck. Foto: ap

Ein Blick in die Darmstädter Produktion von Merck. Foto: ap

HB/lee/rob DARMSTADT. Merck teilte am Freitagmittag zwar mit, dass der Konzern seine Generika-Sparte verkaufen wolle. Das Unternehmen befinde sich aber noch nicht in Gesprächen mit potenziellen Interessenten. Die Aktien drehten nach der Mitteilung ins Minus. Die Bekanntgabe, dass noch mit keinem potenziellen Käufer geredet werde, habe den Übernahmespekulationen erst einmal einen kleinen Dämpfer versetzt; nun würden vorsichtshalber Gewinne mitgenommen, heißt es von Händlern. Der Titel war am Vortag mit einem Plus von gut 6 Prozent Tagesgewinner im Nebenwerteindex MDax gewesen und hatten auch am Freitagmorgen noch zugelegt. Durch den Verkauf der Generika-Sparte dürften Merck nach Schätzungen aus Branchenkreisen rund 4 Mrd. Euro zufließen.

Unabhängig von den Verkaufsvorbereitungen plane das Unternehmen weiterhin für das erste Quartal eine Kapitalerhöhung im Umfang von 2 bis 2,5 Mrd. Euro, teilte Merck weiter mit. Mit dem Geld soll der Kauf des Biotechnologieunternehmens Serono finanziert werden.

Das Generika-Geschäft von Merck habe gute Wachstumsaussichten, erklärte Vorstandsvorsitzender Michael Römer in der Mitteilung des Unternehmens. Um das Potenzial voll zu nutzen und die Marktpräsenz zu stärken, seien aber kontinuierliche Investitionen nötig. Angesichts der weitreichenden Veränderungen auf dem Markt werde die Abgabe des Bereichs an einen „qualifizierten Käufer“ geprüft.

Im Generika-Bereich der Merck KGaA sind rund 5 000 Menschen beschäftigt. Im dritten Quartal 2006 hatte die Sparte 456 Mill. Euro Umsatz gemacht, gut ein Drittel des Konzernumsatzes von 1,536 Mrd. Euro. Merck ist die Nummer vier im Generika-Markt weltweit. Das Unternehmen will sich nach dem Verkauf auf innovative Originalmedikamente konzentrieren.

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