Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.01.2005

07:59 Uhr

Kapitalgeber zeigen Interesse an Pharmafirmen

Venture-Capital-Gruppe finanziert ehemalige Degussa-Tochter Elbion

VonSiegfried Hofmann

Für Beteiligungsgesellschaften sind Ausgründungen aus der Pharmabranche unvermindert interessant. So hat sich jetzt ein von der britischen 3i-Gruppe geführtes Konsortium mit 25 Mill. Euro an der Dresdner Elbion AG beteiligt.

FRANKFURT/M. Zu den Hauptionvestoren gehören noch die DVC Deutsche Venture Capital sowie die US-Bank Burrill & Company, die im Biotechbereich eine besonders aktive Rolle spielt.

Elbion ist 2002 im Zuge eines Management-Buy-outs aus der Pharmasparte der Degussa-Gruppe entstanden und arbeitet an neuen Medikamenten gegen Entzündungen und neurologische Erkrankungen. Mit zwei Wirkstoffen in der klinischen Prüfung gehört Elbion zu den wenigen Vertretern der deutschen Biotech-Szene, die über Produktkandidaten in fortgeschrittener Entwicklung verfügen. Die Finanzierung sicherte bislang unter anderem eine Mitgift der Degussa.

Zudem hat sich vor zwei Jahren der britische Pharmariese Glaxo-Smithkline im Zuge einer Partnerschaft mit zehn Prozent an Elbion beteiligt. Dabei übernahm GSK die Vertriebsrechte und Entwicklungskosten für ein potenzielles Medikament gegen chronische Bronchitis (Raucherhusten), das sich in Phase II der klinischen Prüfung befindet. Die Substanz gehört zur Wirkstoffgruppe der PDE4-Blocker und könnte im Erfolgsfall zu einem Konkurrenten für das Altana-Mittel Daxas werden, das sich in Europa im Zulassungsverfahren befindet. Allerdings: Vor 2008 ist bei dem Elbion-Produkt an einen Genehmigungsantrag nicht zu denken. Ein weiterer Entwicklungskandidat der Dresdner Firma, ein Wirkstoff gegen Angstzustände, befindet sich ebenfalls in Phase II der klinischen Prüfung. Er wurde bislang noch nicht an Partner vergeben.

Elbion-Chef Bernd Kastler will die neuen Finanzmittel nutzen, um dieses Projekt voranzutreiben und weitere Wirkstoffe in den Bereichen Entzündungen und neurologische Krankheiten zu erforschen. „Wir wollen die Pipeline verbreitern, uns dabei aber nicht verzetteln“, sagte Kastler. Er sieht bei Investoren die Bereitschaft, die Produktentwicklung bei Biotechfirmen über längere Zeit zu finanzieren.

Allerdings konzentrieren sich VC-Fonds auf Firmen, die bereits über Substanzen in der klinischen Entwicklung verfügen. Denn sie verfügen in der Regel bereits vom Start weg über konkrete Produktkandidaten und erfahrene Manager. So konnte sich die von Sanofi-Aventis ausgegliederte Antibiotika-Firma Novexel 40 Mill. Euro Kapital in einer von Atlas Venture geführten Finanzierungsrunde sichern. Der Bayer-Konzern gliederte im Herbst seine Atemwegsforschung in Kalifornien in die Firma Aerovance aus. Sie wird seither von einer Gruppe um Apax Partners finanziert. Erfolgsbeispiele dieser Strategien sind Firmen wie die Schweizer Actelion, die Ende der 90er-Jahre aus Forschungsaktivitäten von Roche entstanden ist, oder die schwedische Biovitrum, die aus Pharmacia hervorgegangen ist.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×