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11.04.2011

08:02 Uhr

Karl-Friedrich Stracke

Neuer Opel-Chef kämpft mit neuen Problemen

VonCarsten Herz

ExklusivAm heutigen Montag wird Karl-Friedrich Stracke vom Aufsichtsrat auch mit Stimmen der Arbeitnehmerbank zum neuen Opel-Chef berufen. Doch gleich zu Amtsbeginn muss er eine wichtige operative Baustelle in Angriff nehmen.

Opel-Corsa-Produktion in Eisenach: Die nächste Generation des Kleinwagens kommt später als ursprünglich geplant. Quelle: dpa

Opel-Corsa-Produktion in Eisenach: Die nächste Generation des Kleinwagens kommt später als ursprünglich geplant.

FrankfurtSchon zum Start kämpft der Nachfolger von Opel-Chef Nick Reilly mit neuen Problemen: Nach Informationen des Handelsblatts aus Konzern- und Branchenkreisen sind die Planungen für das wichtigste Volumenmodell des Autoherstellers, die nächste Generation des Kleinwagens Corsa, deutlich in Verzug geraten. Die Entwicklung des Autos hinkt wegen Problemen im GM-Entwicklungsverbund dem ursprünglichen Zeitplan rund neun Monate hinterher und macht so den ursprünglich angepeilten Start im Jahr 2012 unmöglich. Durch den Verzug des Modells entgehen Opel im kommenden Jahr Deckungsbeiträge in mittlerer dreistelliger Millionenhöhe, wie mehrere mit der Situation vertraute Personen berichteten. Ein Opel-Sprecher betonte, dass sich das Unternehmen grundsätzlich nicht zu den Serienstarts kommender Modelle äußert.

Für die mitten in der Sanierung steckende Tochter des US-Autokonzerns General Motors ist der verspätete Start des Corsa ein Rückschlag auf dem Weg zurück in die Gewinnzone. Opel will im laufenden Jahr wieder eine schwarze Null vor Restrukturierungskosten erreichen, 2012 soll dann wieder ein ordentlicher Gewinn eingefahren werden. Der Zeitverzug des Kleinwagens macht es für Opel nun schwieriger, das versprochene Ergebnis im nächsten Jahr einzufahren. Um das Ergebnisziel trotz der Verzögerungen beim neuen Corsa dennoch zu erreichen, will Opel nun mit versteckten Einsparungen durch günstigere Lösungen die Margen bei den laufenden Modellreihen steigern, vor allem beim wichtigen Kompaktwagen Astra. Auf diese Weise soll der wirtschaftliche Ausfall durch den Corsa weitgehend kompensiert werden, heißt es.

Am heutigen Montag soll Karl-Friedrich Stracke neuer Opel-Chef werden. Quelle: dpa

Am heutigen Montag soll Karl-Friedrich Stracke neuer Opel-Chef werden.

Die heimlichen Sparaktionen machen erstmals verständlicher, weshalb GM mit Stracke einen erfahrenen Entwickler und Ingenieur an die Spitze der deutschen Tochter schickt. Auch VW hatte unter dem damaligen Markenchef Wolfgang Bernhard 2005 die Margen der Vorgängergeneration des Kompaktwagens Golf durch nachträgliche sogenannte Entfeinerung verbessert. Die Verantwortung für den Verzug liegt allerdings nicht in Rüsselsheim begründet, sondern in der komplexen konzernweiten Entwicklung des GM-Konzerns. So sollte die neue Plattform des Corsa von GM aus Korea kommen. Doch als das Produkt schließlich vorlag, stellte der bisherige Opel-Boss Nick Reilly fest, dass diese fast 100 Kilo schwerer war als geplant. Opel lehnte daraufhin die Plattform ab - und lässt jetzt die Hälfte des Autos selbst im Internationalen Entwicklungszentrum in Rüsselsheim entwickeln. Der ursprüngliche Zeitplan ist damit allerdings Makulatur.

Ursprünglich sollte der 55-Jährige deutsche GM-Manager Stracke bereits zum 1. April als Nachfolger von Nick Reilly den Opel-Chefsessel übernehmen. Die Arbeitnehmerbank hatte sich jedoch gegen eine rasche Ernennung gewehrt und auf einer Sondersitzung des Aufsichtsrats bestanden. Das Unternehmen hatte Mitte März mitgeteilt, dass der bisherige Chefentwickler der Opel-Mutter General Motors (GM) Stracke den Autobauer von April an führen soll. Gleichzeitig soll der bisherige Vorstandsvorsitzende der Adam Opel AG, Nick Reilly, an die Spitze des Opel-Aufsichtsrates wechseln und das GM-Europageschäft leiten.

Kommentare (4)

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gdopamin

11.04.2011, 08:47 Uhr

Die könne es nicht. GM kann keine vernünftigen Autos bauen.

Seit der Übernahme vor 80ig Jahre, hinkt Opel der restlichen deutschen Konkurrenz hinterher.

Und das, obwohl Opel eine der Topadressen in deutschen Automobilbau war. Wenn man sich ansieht, wohin sich die restlichen, deutschen Hersteller entwickelt haben, wäre eine deutsche Opel AG sicher genauso ein Premiumhersteller mit entsprechender Qualität geworden.

Statt dessen versucht man heute, den weltweit produzierten GM - Billigschrott wenigsten soweit zu entschärfen, dass man ihn in DE noch anbieten kann.

Eine Strategie mit Zukunftspotential ist das leider nicht.

Karl

11.04.2011, 09:28 Uhr

Viel Hin und Her......
Autos haben keine Zukunft !
Sehr bald sind 95% der Menschen verarmt.....
Und eine große Zeitwende ist da.....
Die Gehirngewaschenen dürfen nun lachen.....

Manu

11.04.2011, 09:54 Uhr

Magnetmotor : http://www.youtube.com/watch?v=6_41btVawMc
und hier : http://www.youtube.com/watch?v=T8WZD11alb0&feature=related
Verbrennungsmotoren sind nur gedacht um Menschen auszunehmen, abzuzocken und die Erde zu verpesten....
Aber die kranken GEHIRNE vieler Menschen sind die größte Pest....

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