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14.02.2006

10:46 Uhr

Kartellamt erzwingt Marktöffnung

Beim Gas ist Wechseln bald erlaubt

Die privaten Gaskunden sind ab dem 1. April nicht mehr an ihren lokalen Versorger gebunden. Führende deutsche Gasunternehmen ermöglichen auf Druck des Bundeskartellamts den Wechsel zu einem anderen Lieferanten. Endverbraucher könnten dann sparen.

Kochen und Heizen mit Gas soll bald billiger werden. Foto: dpa

Kochen und Heizen mit Gas soll bald billiger werden. Foto: dpa

HB BONN. Die Gaslieferaten verpflichteten sich beim Bundeskartellamt zu der Marktöffnung, wie Behörde am Dienstag in Bonn mitteilte. Das Kartellamt habe daraufhin die Missbrauchsverfahren wegen des Verdachts überhöhter Endkundenpreise eingestellt. Sie waren nach den drastischen Preisanhebungen Ende 2005 gegen 7 überregionale Gasunternehmen eingeleitet worden. Die Wettbewerbshüter hattten Preisdifferenzen von über 40 Prozent zwischen den günstigsten und den teuersten Anbietern in Deutschland festgestellt.

Die 7 Versorger verpflichteten sich nun ohne Ausnahme zur Öffnung. Dabei handelt es sich um Eon Thüringer Energie, Eon Avacon, RWE Westfalen-Weser-Ems, Mitgas, Spreegas, Entega und einen Eigenbetrieb der Thüga. Dabei könnten Verbraucher einen Vertrag mit dem neuen Gasversorger schließen, der das Gas wiederum vom etablierten örtlichen Versorger übernimmt.

Die Lösung sei noch „kein Anlass zur Euphorie“, sagte Kartellamtspräsident Ulf Böge. Die alternativen Gasversorger müssten auch noch einen freien Zugang zum Netz erhalten. Das Modell diene nur als Zwischenlösung bis ein wirksames System in Kraft sei, das Gasversorgern eine Durchleitung durch das Netz örtlicher Firmen bis zum Endkunden ermögliche.

Die Bundesnetzagentur erwartet, dass das endgültige System zum 1. Oktober 2006 an den Start geht. „Bessere Wechselmöglichkeiten sollten sich letztlich auch in einem niedrigeren Preis niederschlagen“, prognostizierte Böge.

Der Energiekonzern Eon hatte bereits am Vortag angekündigt, in anderthalb Monaten in den Gebieten seiner Regionalversorger anderen Gasanbietern den Zugang zu den Kunden zu ermöglichen. Nach Angaben des Konzerns hat Eon in dem betroffenen Gebiet 1,1 Mill. Kunden und die Thüga 120 000.

Deutschlands größter überregionaler Versorger Eon Ruhrgas liegt derzeit mit dem Kartellamt im Zwist, das die langfristigen Lieferverträge des Konzerns mit Stadtwerken untersagt hat. Der Streit – der unabhängig vom dem um Endkundenverträge ist – soll vor Gericht geklärt werden.

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