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20.01.2015

17:34 Uhr

Kartellstrafe für Thyssen-Krupp

Millionenklage gegen Ex-Manager gescheitert

Stahlkonzern Thyssen-Krupp bleibt auf der Strafe wegen verbotener Preisabsprachen sitzen. 291 Millionen Euro Schadensersatz sollte ein Manager zahlen. Das Gericht schmettert den Großteil ab – und setzt das Verfahren aus.

Kein Schadensersatz vom Ex-Manager: Thyssen-Krupp bleibt auf seiner Kartellstrafe sitzen. dpa

Kein Schadensersatz vom Ex-Manager: Thyssen-Krupp bleibt auf seiner Kartellstrafe sitzen.

DüsseldorfThyssen-Krupp ist mit dem größten Teil seiner 291-Millionen-Euro-Schadenersatzklage gegen einen ehemaligen Manager des Konzerns in zweiter Instanz gescheitert. Der Konzern könne sich Unternehmens-Kartellbußen grundsätzlich nicht von Mitarbeitern erstatten lassen, teilte das Düsseldorfer Landesarbeitsgericht am Dienstag mit und wies Forderungen in Höhe von 191 Millionen Euro ab. Über weitere 100 Millionen Euro traf das Gericht zunächst keine Entscheidung und setzte das Verfahren aus (Az.: 16 Sa 458-460/14).

Der Konzern hatte 191 Millionen Euro für unerlaubte Absprachen eines Schienenkartells zahlen müssen und daraufhin den ehemaligen Bereichsvorstand verklagt. Kartellbußen für natürliche Personen seien im Kartellrecht aber auf eine Million Euro beschränkt, so das Gericht. Der Bußgeldrahmen liefe ins Leere, wenn die Unternehmen ihre Bußgelder Mitarbeitern oder Dritten aufbürden könnten. Das Gericht ließ in der Sache aber die Revision beim Bundesarbeitsgericht zu. Thyssen-Krupp kündigte an, diese nun zu prüfen.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Die zusätzlich geltend gemachte Forderung von mindestens 100 Millionen Euro resultiert aus einem mit der Deutschen Bahn geschlossenen Vergleich. Er soll überhöhte Preise für Bahnschienen ausgleichen. Die Anwälte des Managers hatten argumentiert, er habe nichts von den Kartellabsprachen gewusst. Diese hätten offenbar schon lange bestanden, bevor ihr Mandant in die verantwortliche Position aufgerückt sei.

Der Stahlkonzern hatte argumentiert, der Bereichsvorstand habe den Kauf abhörsicherer Handys geprüft und schließlich neutrale Handys anschaffen lassen, die nicht dem Konzern zugeordnet werden könnten. Dies zeuge von Unrechtsbewusstsein. Außerdem sei in seinem Tresor ein Schreiben entdeckt worden, das der Konzern im Prozess als Beleg für dessen Mitwisserschaft anführte.

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

20.01.2015, 19:00 Uhr

Wieder werden Kriminelle von Juristen geschützt! Wir brauchen für solche Personen unbedingt die Hapftpflicht und die Todesstrafe!

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