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17.03.2011

18:38 Uhr

Katastrophe in Japan

Maschinenbau befürchtet Engpässe

Die Katastrophe in Japan trifft auch den deutschen Markt. Der Maschinenbau und Unternehmen aus dem Optik- und High-Tech-Sektor warnen vor Nachschubproblemen, VW kann Lieferungen nur bis Ende nächster Woche sicherstellen.

Auch der Maschinenbau ist von den Engpässen aus Japan betroffen. Quelle: dpa

Auch der Maschinenbau ist von den Engpässen aus Japan betroffen.

Tokio/FrankfurtDie Lieferengpässe wegen der Katastrophe in Japan treffen immer mehr Unternehmen in Deutschland. Nach der Elektroindustrie warnen auch der Maschinenbau und Unternehmen aus dem Optik- und High-Tech-Sektor vor Nachschubproblemen. Der größte deutschen Autobauer VW sieht nur bis Ende nächster Woche die Lieferungen gesichert. Die Japanische Industrie- und Handelskammer in Deutschland warnte vor einem Boykott japanischer Waren. „Es geht derzeit keine Gefahr von den Produkten aus“, sagte Hauptgeschäftsführer Kazuaki Yuoka mit Blick auf die Furcht vor radioaktiver Belastung.  

Der Maschinenbau befürchtet Lieferengpässe „in den nächsten Wochen.“ Im Moment gebe es aber noch keine Produktionsausfälle im deutschen Maschinenbau, sagte Hannes Hesse, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands VDMA, in Frankfurt. Mittelfristig könnten Engpässe bei Einzelkomponenten und elektronischen Steuerungen aber nicht ausgeschlossen werden.  

„Das trifft dann aber grundsätzlich alle Kunden der Japaner weltweit, stellt also keine einseitige Belastung für den deutschen Maschinenbau dar“, betonte Hesse. Es bestehe kein Grund, in Panik zu verfallen. Bislang sei die Weltkonjunktur sehr robust. „Die Nachfrage nach Ausrüstungsgütern, insbesondere in den Schwellenländern Asiens und Lateinamerikas, dürfte durch die schrecklichen Ereignisse in Japan wenig beeinträchtigt werden.“ Die psychologischen Auswirkungen auf das Wirtschaftsgeschehen könne aber niemand vorhersehen.  

Japan exportiert vor allem Werkzeugmaschinen, Antriebstechnik und Fördertechnik. Japan liegt bei den Importen nach Deutschland auf Platz 5 mit einem Wert von 3,2 Milliarden Euro und einem Anteil von 7 Prozent. Dabei handelt es sich neben Komponenten wie Antriebstechnik und Lufttechnik auch um komplette Maschinen wie Werkzeugmaschinen.  

In dieser Woche hatte bereits der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie erklärt, bei längerfristigen Produktionsausfällen könne es weltweit zu Ausfällen kommen, die dann Auswirkungen auf eine Vielzahl elektronischer Erzeugnisse hätten.  

Probleme sieht Dennis Snower, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW): „Es bedeutet einiges, wenn Chips aus Japan ausfallen“. „Es könnte zu Domino-Effekten kommen, die den gesamten asiatischen Raum erfassen. Und damit auch Autokonzerne und Computerfirmen auf anderen Kontinenten“, sagte er im Interview der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstag).  

Kommentare (1)

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Think_global

17.03.2011, 21:03 Uhr

Hast du mal etwas von Global Sourcing gehört? Manchmal ist die Qualität die im Ausland erbracht wird wie z.B. in Japan besser als in anderen Ländern.

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