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11.07.2014

07:06 Uhr

Kauf des US-Konkurrenten?

Autozulieferer ZF will TRW übernehmen

Der größte unabhängige Getriebehersteller der Welt, die ZF Friedrichshafen, hat Interesse an einer Übernahme des US-Konkurrenten TRW Automotive. Als Kaufpreis im Gespräch ist ein zweistelliger Milliardenbetrag.

Die ZF Friedrichshafen plant eine Übernahme des Konkurrenten TRW Automotive. dpa

Die ZF Friedrichshafen plant eine Übernahme des Konkurrenten TRW Automotive.

Friedrichshafen/Livonia Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen arbeitet an der wohl größten Übernahme seiner Firmengeschichte. Das Unternehmen spreche mit dem US-Konkurrenten TRW Automotive über einen möglichen Kauf, teilte ein ZF-Sprecher am Donnerstagabend mit. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen.

Der Zulieferer aus der Nähe von Detroit wird an der Börse mit mehr als 11 Milliarden Dollar (8 Milliarden Euro) bewertet. Nach Bekanntwerden des Kaufinteresses stieg die Aktie um mehr als 9 Prozent.

TRW bestätigte, ein Übernahmeangebot erhalten zu haben, ohne indes den Namen des Kaufinteressenten zu nennen. Der Konzern schaue sich die Offerte an und wäge Alternativen ab, hieß es in einer Stellungnahme. Zeitliche Vorgaben gebe es nicht. Beraten wird der US-Zulieferer dabei von der Investmentbank Goldman Sachs.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

ZF ist der drittgrößte deutsche Automobilzulieferer nach Bosch und Continental. Der Zukauf würde die Kräfteverhältnisse verschieben – und das auch international.

ZF setzte im vergangenen Jahr 16,8 Milliarden Euro um und will bis 2025 die Marke von 40 Milliarden Euro knacken. Das Wachstum soll dabei zum großen Teil aus Asien und Nordamerika kommen. Aktuell erzielt das Unternehmen noch mehr als die Hälfte des Umsatzes in Europa.

Kommentare (1)

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Herr Franz Paul

11.07.2014, 14:13 Uhr

Und zum Kaufpreis auch gleich noch die Milliardenstrafe für bisher nicht bekannte Vergehen von TRW einkalkulieren, die wunderbarer Weise erst nach der Übernahme bekannt werden.

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