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02.07.2012

16:47 Uhr

Kauf von Lincare

Linde steht vor einer Milliardenübernahme

Es wurde bereits gemutmaßt: Der deutsche Industriegaskonzern Linde plant eine milliardenschwere Übernahme seines US-Konkurrenten Lincare. Linde würde 4,6 Milliarden Dollar auf den Tisch legen.

Ein Tanklastzug der Linde AG, der mit Wasserstoff beladen ist. dapd

Ein Tanklastzug der Linde AG, der mit Wasserstoff beladen ist.

MünchenLinde baut mit einer milliardenschweren Übernahme sein Gesundheitsgeschäft kräftig aus. Der Industriegase-Spezialist will den amerikanischen Sauerstoffgeräte-Hersteller Lincare für umgerechnet rund 3,6 Milliarden Euro übernehmen und mit dem kostspieligen Deal seinen Umsatz in der Healthcare-Sparte auf 2,8 Milliarden Euro verdoppeln. Damit ziehen die Münchner im Geschäft mit medizinischen Gasen am Erzrivalen Air Liquide vorbei, dem in Medienberichten ebenfalls Interesse an Lincare nachgesagt worden war.

„Mit dieser strategischen Akquisition können wir den nächsten großen Schritt auf einem stabilen, zukunftsträchtigen und profitablen Geschäftsfeld machen“, sagte Linde-Chef Wolfgang Reitzle am Montag in München. Sowohl die Lincare-Aktionäre als auch die Behörden müssen noch zustimmen. Rückendeckung bekommt Reitzle vom Lincare-Management, dass den Anteilseignern das Angebot bereits empfohlen hat.

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Linde will Lincare kaufen

Laut einem Bericht der Financial Times will der deutsche Konzern 3,4 Milliarden Dollar zahlen.

Linde will das Unternehmen als Tochter in den Konzern eingliedern. Lincare hat 2011 umgerechnet rund 1,5 Milliarden Euro Umsatz gemacht und beschäftigt etwa 11 000 Mitarbeiter. Analysten bewerteten das Geschäft als „strategisch sinnvoll“, auch wenn einige Experten für die erwartete Übernahme mit einem geringeren Preis gerechnet hatten. Die Linde Aktie gab über den Tag zum Teil deutlich nach.

Gemessen am letzten Aktienkurs von Lincare vor den ersten Übernahme-Spekulationen zahlen die Münchner einen stattlichen Aufschlag von immerhin 64 Prozent für das Unternehmen aus Clearwater im Bundesstaat Florida. Etlichen Analysten sei diese satte Prämie zu hoch ausgefallen, hieß es an der Börse. Linde will das Geschäft noch im dritten Quartal über die Bühne bringen. Reitzle ist überzeugt, dass die Integration der neuen Tochter ebenfalls rasch gehen werde.

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Lincare ist auf die Behandlung von Patienten mit Atemwegserkrankungen in den eigenen vier Wänden spezialisiert. Linde selbst ist im Bereich Homecare in den USA bislang nur als Zulieferer präsent. „Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung ist der Gesundheitsmarkt ein globaler Megatrend, an dem wir in der neuen Aufstellung noch stärker partizipieren werden“, sagte Reitzle.

Kommentare (3)

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Vorsicht

02.07.2012, 10:19 Uhr

Enige dt. Konzerne haben sich in den USA schon ein blaues Auge geholt. (Mercedes, DHL, Telecom ...)

Loi

02.07.2012, 10:59 Uhr

Die Amerikaner verkaufen nur, was sie selbst nicht mehr brauchen.

Durch unseren Euro-Wahn wird auch unser Wirtschaftssystem bald einknicken. Die Folge: Die Börsenwerte von Konzernen rutschen ab und sind damit feindlichen Übernahmen aus den USA oder China hilflos ausgesetzt.

Die Deutschland AG wird abgeschafft.

Etliche Mittelständler mit hochqualitativen Firmen geraten in Geldnot und deren einzige Retter sind dann Unternehmen aus dem Ausland.

Die im Ausland brauchen derzeit gar nichts anderes zu machen, als einfach nur zu warten.

Einfach nur warten, wie ein kreisender Geier auf den Tod des in der Einöde verlaufenen Tieres wartet.

Auch die EU wird noch zu einer ökonomischen Einöde werden.

Ihr werdet sehen, was noch alles auf uns zukommt.

Viva Europa - mit Volldampf in den Untergang!

JayEnn

02.07.2012, 12:20 Uhr

Das Management von Linde ist kompetent und im Amerikageschäft schon seit hundert Jahren aktiv. In 2006 haben Sie mit der britischen BOC einen größeren Konkurrenten für dreimal soviel übernommen und erfolgreich integriert. Die langfristige Aktienentwicklung spricht Bände.Ergo: big deal, gut gemacht!

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