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16.03.2014

15:04 Uhr

Kein Geschäftsmodell

Elektrofahrzeugen geht der Strom aus

ExklusivDer Plan der Bundesregierung, die Elektromobilität voranzubringen, gerät ins Stocken. Die Energieversorger sehen derzeit kein Geschäftsmodell, ebenso wenig die Autobauer. Der Absatz bleibt marginal.

Stecker gezogen: Der Absatz von Elektrofahrzeugen in Deutschland ist bislang gering. dpa

Stecker gezogen: Der Absatz von Elektrofahrzeugen in Deutschland ist bislang gering.

BerlinFehlende politische Vorgaben behindern den Start der Elektromobilität in Deutschland. Besonders fehlende Stromtankstellen erweisen sich als Hemmschuh. Die Energieversorger sehen derzeit kein Geschäftsmodell, ebenso wenig die Autobauer. „Bei niedrigen Fahrzeugbeständen kosten öffentliche Ladesäulen Geld“, sagte Henning Kagermann dem Handelsblatt (Montagausgabe). „Doch ohne sie kommen die Verkäufe nicht in Schwung.“ Kagermann führt die „Nationale Plattform Elektromobilität“ (NPE). Bis zum Herbst will die NPE eine Lösung erarbeiten. Der Bedarf ist riesig: Bei einer Million Fahrzeugen wären 70.000 Ladestellen nötig, private wie öffentliche.

„Wir warten seit drei Jahren darauf, dass die Politik Antworten gibt“, klagen Manager aus der Autoindustrie. Das Ziel von Bundesregierung und Autoindustrie, im Jahr 2020 eine Million elektrobetriebene Autos auf Deutschlands Straßen rollen zu lassen, rücke dadurch in weite Ferne.

Doch auch die Industrie muss nachlegen. „Enttäuschend ist die bisher angebotene Modellpalette“, sagte Stefan Hinz, Umweltbeauftragter des Logistikers Hermes, dem Handelsblatt. In der Klasse von Mercedes Sprinter oder Volkswagen Crafter gebe es noch keine Alternativen. „Wir transportieren Volumengut und brauchen große Raumflächen“. so der Hermes-Manager.

Der Absatz von Strommodellen bleibt marginal. „Die Verkäufe bewegen sich auf niedrigem Niveau oder brechen nach kurzer Zeit ein“, sagte Branchenkenner Ferdinand Dudenhöffer, Chef des Center Automotive Research (CAR). Dudenhöffer geht das von aus, „dass das Jahr 2014 mit prognostizierten 11.000 Neuzulassungen von Elektroautos in Deutschland das Spitzenjahr werden wird und im Jahr 2015 die Zulassungen bereits zurückgehen“. „Dem Elektroauto geht der Strom aus“, befürchtet der CAR-Chef.

Von

mcs

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

17.03.2014, 08:02 Uhr

Kann denn die Automobilindustrie überhaupt ein ernsthaftes Interesse an der massiven Verbreitung von Elektromobilen haben? Die Zulieferer derjenigen Teile, die für Verbrennungsmotoren benötigt werden (Motoren, Abgasstrang, etc.) würden massive Probleme bekommen.
Das gleiche gilt für die Mineralölkonzerne.
Elektromobile sind aus meiner Sicht ein grünes Feigenblatt.

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17.03.2014, 09:22 Uhr

E-Autos sind und bleiben ideologische Verblendung von einer grünsozialistischen Träumerwelt!
Das wussten wir Vernunft und Verstandsmenschen (Techniker, Ingeneuere und Kaufleute) schon längst!

Account gelöscht!

17.03.2014, 10:11 Uhr

Sie stellen die richtige Frage. Der E-Motor ist dem Verbrennungsmotor in allen Belangen überlegen (weniger Bauteile, nahezu wartungsfrei, leiser, besserer Wirkunsgrad, besserer Drehmomentverlauf) problematisch ist nach wie vor die Energiespeicherung. Die Automobilhersteller verdienen aber einen Haufen Geld mit Service und Wartung (inbesondere in den ersten 3 Jahren nach Neuanschaffung). Da bei einem E-Motor aber viele Wartungsarbeiten entfallen die bei einem Verbrennungsmotor zwangsweise anfallen, haben die Automobilhersteller wenig Interesse möglichst viele E-Autos auf den Markt zu bringen. Zumal dann auch die Werkstätten neu ausgerüstet und die Mechaniker umgeschult werden müssen. 1 Mio E-Autos bis 2020 wird definitiv nicht geben, selbst wenn es zu einem revolutionären Durchbruch bei der Batterietechnologie kommen sollte.

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