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08.01.2007

17:04 Uhr

Kein Platz für Wolfgang Bernhard

Winterkorn drückt VW seinen Stempel auf

Mit Martin Winterkorn hat VW einen Konzernchef bekommen, der in seinem auf den Chef ausgerichtetet Führungsstil sehr Ferdinand Piëch gleicht. Der zu erwartende Abschied von Markenvorstand Wolfgang Bernhard ist dabei nicht die einzige Veränderung, die auf den Konzern zukommt.

Glänzende Zahlen: VW hat 2006 ein sattes Absatzplus von mehr als neun Prozent verzeichnet.

Glänzende Zahlen: VW hat 2006 ein sattes Absatzplus von mehr als neun Prozent verzeichnet.

(hof) FRANKFURT.Vor dem VW-Konzern liegt eine entscheidende Woche: Bei seinem ersten Auftritt als Konzernchef vor dem Aufsichtsrat wird Martin Winterkorn am Donnerstag nicht nur eine neue Konzernstruktur vorschlagen. Er wird auch deutlich machen, dass ein neues Führungsprinzip bei Europas größtem Automobilhersteller Einzug hält. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Bernd Pischetsrieder, der sich in der Rolle des Moderators gefiel, kehrt Winterkorn zu der auf den Chef konzentrierten „alten Piëch-Struktur“ zurück, wie Analyst Arndt Ellinghorst von Dresdner Kleinwort glaubt. Ferdinand Piëch, der amtierende Aufsichtsratschef, hat VW in seiner Zeit als Vorstandschef zentral und autoritär gesteuert.

So plant Winterkorn nach Angaben aus seinem Umfeld, die nach der Ära Piëch von Pischetsrieder abgeschafften Funktionen des Konzernproduktions- und Konzernentwicklungsvorstands wieder einzuführen. „Winterkorn passt die Struktur seinem Stil an“, kommentiert Albrecht Denninghoff, Autoexperte der Commerzbank.

Für einen starken VW-Markenvorstand wäre dann kein Platz mehr. Wolfgang Bernhard wird daher VW mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit verlassen, heißt es aus konzernnahen Kreisen. Während das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ behauptet, dass er am 31. Januar geht, gibt es in seinem Umfeld Stimmen, die ein Ausscheiden bereits nach der Aufsichtsratssitzung erwarten. Der Konzern selbst kommentiert solche Spekulationen nicht.

Bernhard hatte im Dezember vor Führungskräften angedeutet, dass er an der Funktion eines Produktionsvorstandes nicht interessiert sei. Dies wäre nach Meinung von Analysten auch eine „Zurückstufung“. Dass sich zuletzt die leitenden Angestellten von VW für einen Verbleib Bernhards ausgesprochen haben, verwundert indes kaum: Bernhard hat bei der Marke viel bewegt. Nach Meinung von Analyst Ellinghorst hat die Solidarität mit dem Markenchef aber noch andere Gründe: „Klar, dass das VW-Management aufschreit, denn Winterkorn wird dessen Freiheiten erheblich beschränken.“

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