Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.08.2012

10:01 Uhr

Kein U-Bahn-Auftrag

Siemens verklagt die französische Stadt Lille

Siemens wittert bei der Vergabe eines lukrativen U-Bahn-Auftrags in Frankreich Kungelei und verklagt die Stadt Lille. Die hatte den lokalen Siemens-Konkurrenten Alstom mit dem Bau der Züge beauftragt.

Die neuen U-Bahn-Züge in Lille liefert nicht Siemens, sondern der Konkurrent Alstom. dapd

Die neuen U-Bahn-Züge in Lille liefert nicht Siemens, sondern der Konkurrent Alstom.

MünchenIm Konflikt um die Vergabe eines lukrativen U-Bahn-Auftrags im französischen Lille holt Siemens zum juristischen Gegenschlag aus. Der Konzern habe die Stadt verklagt, sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag. Siemens war bei der Ausschreibung dem lokalen Rivalen Alstom unterlegen.

Siemens-Personalchefin Brigitte Ederer hatte den Politikern vor Ort einen möglichen Stellenabbau in Frankreich in Aussicht gestellt. Lilles Bürgermeisterin Martine Aubry sah sich dadurch erpresst und schwärzte den Dax-Konzern bei der Staatsanwaltschaft an. Die Münchner haben nun in der vergangenen Woche Klage beim Verwaltungsgericht Lille eingereicht, weil sie Kungelei wittern. „Wir lassen den Vergabeprozess gerichtlich überprüfen, um ein faires und transparentes Verfahren sicherzustellen“, sagte der Sprecher.

Siemens hat traditionell im Bahngeschäft in Frankreich einen schweren Stand. Lange lieferte sich Alstom mit den Münchnern einen Rechtsstreit, nachdem Siemens den prestigeträchtigen Auftrag für neue Züge im Tunnel unter dem Ärmelkanal gewonnen hatte. Die Staatsbahn SNCF kauft indes ihre Züge üblicherweise im Heimatland, Zugaufträge für ausländische Hersteller sind rar.

Siemens steht derzeit geschäftlich unter Druck: Die beginnende Konjunkturflaute macht dem Unternehmen zu schaffen. Der Auftragseingang sackte im dritten Geschäftsquartal um ein Drittel auf 17,8 Milliarden Euro ab. Das Management hat ein Sparprogramm angekündigt und beginnt in einzelnen Sparten bereits mit einem Stellenabbau.

Im Geschäft mit Windkraftgetrieben streicht Siemens nach eigenen Angaben über die kommenden vier Geschäftsjahre 500 Stellen an sechs deutschen Standorten. Windturbinen werden verstärkt getriebelos gebaut, die Nachfrageschwäche in dem Segment will der Konzern langfristig mit Getrieben für andere Industriezweige wettmachen.

Von

rtr

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

28.08.2012, 10:12 Uhr

Die Franzosen machen es genau richtig!!! Erst das eigene Land, dann erst irgendwelche multinationalen Sauger wie Siemens!

Account gelöscht!

28.08.2012, 10:18 Uhr

Hat irgendwer von den Französlingen ein faires Verhalten erwartet?
Seit 1200 Jahren hat sich an der gallofränkischen Mentalität nichts geändert.

Account gelöscht!

28.08.2012, 10:56 Uhr

Die Franzosen arbeiten ständig mit schmutzigen Mitteln.
Siehe Kolonialkriege, Übernahmen deutscher Firmen und dann nur Entlassungen auf deutscher Seite.
Die Kaperung der ostdeutschen Chemieindustrie während der Zeit von Helmut Kohl äh Kohn?
Usw usw .
Erpressung deutscher Kanzler von Zwerkozy bis zum lügenden Holländer. usw usw. usw.

Bismarck: "Die Deutschen sind die Dümmsten"

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×