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19.06.2013

20:16 Uhr

Kein Verkauf an CVS

Haniel hält an Celesio fest

Der Familienkonzern Haniel will Anteilseigner des Pharmagroßhändlers Celesio bleiben. Es gebe keine Verkaufsgespräche mit der US-Drogeriekette CVS. Dank der Spekulationen schießt die Celesio-Aktie elf Prozent nach oben.

Der Duisburger Mischkonzern Haniel will den Stuttgarter Pharmahändler Celesio auch weiterhin von Interimschefin Marion Helmes führen lassen. dapd

Der Duisburger Mischkonzern Haniel will den Stuttgarter Pharmahändler Celesio auch weiterhin von Interimschefin Marion Helmes führen lassen.

Düsseldorf/Frankfurt/Duisburg/StuttgartDer Duisburger Mischkonzern Haniel steht zu seiner Beteiligung am Stuttgarter Pharmahändler Celesio. Haniel führt einem Sprecher zufolge keine Verkaufsgespräche mit der US-Drogeriekette CVS. „Celesio ist aus unserer Sicht ein Ankerinvestment“, bekräftigte ein Haniel-Sprecher am Mittwoch. Er reagierte damit auf einen Bericht des „Manager Magazins“. Dieses hatte zuvor unter Berufung auf Finanzkreise berichtet, CVS wolle Celesio übernehmen und sei bereit, an Haniel einen Paketaufschlag von über 30 Prozent zu bezahlen. „Wir führen keine Gespräche mit CVS oder dem CVS-Mutterkonzern über einen Verkauf von Celesio“, sagte der Sprecher weiter. Haniel hält aktuell 50,01 Prozent der Celesio-Anteile. CVS lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Übernahmespekulationen verhalfen der Celesio-Aktie an der Börse zu einem Kurssprung. Trotz des Dementis schossen die im Nebenwerte-Index MDax notierten Celesio-Aktien um gut elf Prozent in die Höhe und schlossen bei 17,89 Euro. Damit ist der Pharmahändler an der Börse rund drei Milliarden Euro wert.

Haniel drücken Schulden von zuletzt fast zwei Milliarden Euro. Im November hatte der Familienkonzern seine Beteiligung an den Stuttgartern von mehr als 54 Prozent auf 50,01 Prozent verringert und den Verkaufserlös zum Schuldenabbau genutzt. Nach dem Verkauf des Celesio-Pakets machten an der Börse immer wieder Spekulationen die Runde, Haniel wolle seine Beteiligung an dem Pharmahändler womöglich noch weiter abbauen. Erst im Mai war ein Haniel-Sprecher solchen Spekulationen entgegengetreten.

Celesio wollte sich zu dem Magazin-Bericht nicht äußern. „Über den Verkauf der Anteile von Haniel kann nur Haniel selbst Gespräche führen und verhandeln“, sagte ein Sprecher von Celesio. Haniel hatte vor 39 Jahren die Mehrheit an dem Pharmahändler übernommen, der damals noch „Gehe“ hieß. Aktuell befindet sich Celesio in einer Umbauphase: Konzernchef Markus Pinger, der 2011 das Ruder bei Celesio übernahm, hat das Unternehmen wieder auf seine angestammten Kerngeschäfte Pharmahandel und Apotheken ausgerichtet. Fast alle Firmen, mit denen sein Vorgänger neue Geschäfte erschließen wollte, hat Pinger wieder losgeschlagen. Dazu zählt auch die Internet-Apotheke DocMorris, mit der Celesio zeitweise viele seiner Apothekenkunden gegen sich aufgebracht hatte.

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