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17.04.2012

19:34 Uhr

Keine Einigung in Sicht

Chemie-Verhandlungen verlaufen zäh

Bei den Tarifverhandlungen der deutschen Chemieindustrie liegen die Forderungen von Gewerkschaften und Arbeitgebern weit auseinander. Neben höheren Gehältern streiten die Parteien über die Anpassung der Arbeitszeit.

Eine Mitarbeiterin von BASF steht im Labor. dpa

Eine Mitarbeiterin von BASF steht im Labor.

Bad HobmurgDie Tarifverhandlungen in der deutschen Chemieindustrie werden offenbar zäh: Die erste regionale Gesprächsrunde in Hessen wurde am Dienstag ohne Ergebnis vertagt. „Wir liegen noch sehr weit auseinander“, sagte der Landesbezirksleiter der Gewerkschaft IG BCE, Volker Weber, in Bad Homburg.

Er bedauerte, dass die Arbeitgebervertreter kein konkretes Angebot für die landesweit rund 92.000 Beschäftigten vorgelegt haben. „Bisher haben sie nur anklingen lassen, dass sie eine Nullrunde anstreben“, sagte Weber. Die Gewerkschaft fordert sechs Prozent mehr Lohn.

Die Arbeitgeber lehnen dies ab und verweisen auf ein schwaches zweites Halbjahr 2011 sowie erhebliche Risiken im laufenden Jahr. „Es gibt eine Reihe von Unternehmen, denen es nicht so gut geht“, sagte der Verhandlungsführer der hessischen Arbeitgeber, Christoph Obladen. Auch wegen der hohen Unsicherheit durch die Schuldenkrise, die stark gestiegenen Rohstoffpreise und die steigenden Energiepreise sei die von der Gewerkschaft angestrebte Lohnerhöhung unrealistisch.

Der chemischen Industrie gehe es ausgezeichnet, erwiderte Weber. „Fast alle Prognosen gehen davon aus, dass die Konjunktur bereits Mitte des Jahres wieder anziehen wird“, sagte der Gewerkschafter. Zudem litten die Angestellten in der Chemiebranche selbst unter den steigenden Energie- und Lebenshaltungskosten, die eine Lohnsteigerung unbedingt erforderlich machten.

Neben einer Erhöhung der Gehälter streiten beide Parteien über die Anpassung der Arbeitszeiten. Während die Gewerkschaft für flexiblere Arbeitszeiten kämpft, besonders für Auszeiten für die Kindererziehung und die Pflege von Angehörigen, schwebt den Arbeitgebern eine Verlängerung der tariflichen Arbeitszeit vor. Damit wollen die Unternehmen den durch den demografischen Wandel drohenden Mangel an Facharbeitern gering halten.

Nach Abschluss aller regionalen Gespräche werden die Verhandlungen am 7. Mai auf Bundesebene weitergeführt.

Von

dapd

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